Aktuelle Corona-Lage

Der Corona-Wert im Landkreis Lindau verharrt über der Zahl 50

Die Zahl der positiven Corona-Tests im Landkreis Lindau ist nach wie vor hoch.

Die Zahl der positiven Corona-Tests im Landkreis Lindau ist nach wie vor hoch.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Die Zahl der positiven Corona-Tests im Landkreis Lindau ist nach wie vor hoch.

Bild: Ralf Lienert (Symbolbild)

Der Landkreis Lindau hat im Allgäu die schlechteste Inzidenz. Die Gründe dafür sind laut Gesundheitsamt unklar. Bei den Impfungen sieht es deutlich besser aus.
05.03.2021 | Stand: 18:07 Uhr

In vielen Allgäuer Städten und Gemeinden öffnen am 8. März wieder die Läden und Museen. Dort sind Einkäufe und Besuche ohne Anmeldung möglich. Ganz so weit ist es im Landkreis Lindau noch nicht. Dort verharrt der Corona-Wert über der Marke 50 – bei fast täglichen Schwankungen nach oben oder unten. Trotz der damit verbundenen leichten Lockerungen bittet das Landratsamt die Menschen, „vorsichtig zu sein und die Hygiene- und Abstandsregelungen unbedingt einzuhalten.“

Vor einigen Wochen war der Landkreis Lindau in Sachen Inzidenz noch Spitze im Allgäu. Mittlerweile ist er das Schlusslicht. Sprich: Er hat hier mit 64,6 den höchsten Wert (Stand: 5. März). Einen Grund dafür hat das Landratsamt nicht parat. „Wir könnten hier nur spekulieren“, sagt Sprecherin Sibylle Ehreiser auf Anfrage.

Keine wichtige Rolle spielt offenbar die Nähe zu Vorarlberg. Eine Häufung von Neuinfektionen in Bezug auf Grenzpendler oder Grenzgänger kann die Behörde jedenfalls nach eigenen Angaben nicht feststellen.

Klar ist: Der Landkreis hat mit 82.000 Menschen vergleichsweise wenig Einwohner. Da verschieben wenige Fälle bereits die Inzidenz nach oben oder unten.

Ein Drittel aller Corona-Fälle durch Mutationen

Klar ist auch: Mutationen spielen bei den Infektionen mittlerweile auch im Landkreis Lindau eine erhebliche Rolle. Von den 53 positiven Corona-Tests in dieser Woche gehen 17 auf Varianten des Virus’ zurück. Nicht bei allen Fällen ist laut Landratsamt bekannt, um welche es sich handelt. Bisher wurde einmal die südafrikanische Mutation festgestellt, alle anderen sind auf die britische Variante zurückzuführen.

Derweil schreiten die Impfungen voran. Inzwischen haben im Landkreis 5967 Menschen ihre erste Dosis erhalten (Stand: 5. März) – das entspricht fast 7,3 Prozent der Bevölkerung, ein bayernweiter hoher Wert. 2764 Menschen sind zum zweiten Mal geimpft.

Keine Probleme mit Impfstoff von AstraZeneca

Für die kommende Woche sind dem Landratsamt weitere 1706 Dosen angekündigt – 906 von Biontech/Pfizer, 200 von Moderna und 600 von AstraZeneca. Während der Stoff des britisch-schwedischen Unternehmens in anderen Regionen liegen bleibt, kann er im Landkreis nach Angaben des Landratsamtes „zeitnah verimpft“ werden. „Wir hatten außer in der ersten Woche in unserem Landkreis keine Akzeptanzprobleme mit dem Impfstoff von AstraZeneca“, so Ehreiser auf Anfrage.

Im Landkreis Lindau wären 4500 Impfungen pro Woche möglich

Trotz der mittlerweile größeren Zahl an Dosen bleibt der Impfstoff ein Engpass. Nach Angaben des Landratsamtes könnten im Landkreis in den beiden Zentren in Lindau und Lindenberg sowie über mobile Teams jede Woche 4500 Menschen geimpft werden. Zudem seien die Kapazitäten erweiterbar. Tatsächlich geimpft wurden in dieser Woche weniger als 2000 Menschen.

Folge des Mangels an Impfstoff sind Wartezeiten: 15.942 Personen haben sich angemeldet. Laut Landratsamt haben bisher aber nur etwa 6600 Personen für die Erstimpfung einen Termin erhalten – die bereits Geimpften mitgerechnet.

Nach der jüngsten Runde der Länderchefs mit der Kanzlerin sollen die Hausärzte ab Ende März oder Anfang April in die Impfaktion eingebunden werden. Wie das geschehen soll und wo sich Bürger anmelden können – zentral oder direkt bei ihrem Hausarzt – ist aber nicht bekannt. „Wir haben noch keine näheren Informationen“, so das Landratsamt auf Anfrage.

Die Infektionszahlen im Detail (Stand: 5. März)

  • Landkreis Lindau gesamt 2382 Corona-Fälle (Vorwoche: 2329)
  • Quarantänefälle 270 (Vorwoche: 239)
  • 7-Tage-Inzidenz 64,6 (Vorwoche: 73,2).
  • Ausblick Soll der Wert unter die Marke von 50 sinken, dürfen binnen einer Woche nur noch 41 Menschen positiv getestet werden.

Alle gemeldeten Corona-Fälle in den Kommunen seit Beginn der Pandemie (Stand: 5. März)

  • Lindenberg 319 (Veränderung gegenüber der Vorwoche: +10)
  • Lindau 834 (+21)
  • Weiler-Simmerberg 214 (+3)
  • Scheidegg 108 (+8)
  • Heimenkirch 80 (+1)
  • Bodolz 70 (+1)
  • Gestratz 49 (+0)
  • Grünenbach 45 (+1)
  • Hergatz 56 (+1)
  • Hergensweiler 71 (+0)
  • Maierhöfen 90 (+0)
  • Nonnenhorn 42 (+0)
  • Oberreute 32 (+1)
  • Opfenbach 98 (+1)
  • Röthenbach 38 (+0)
  • Sigmarszell 64 (+4)
  • Stiefenhofen 64 (+1)
  • Wasserburg 55 (+0)
  • Weißensberg 53 (+1)