Schulabschluss

Der Lindenberger Corona-Jahrgang 2021 hat nicht nur ein Notabitur

Abitur

71 junge Frauen und Männer aus dem Westallgäu haben am Gymnasium Lindenberg ihre Abiturzeugnisse entgegengenommen. Fotos: Olaf Winkler

Bild: Olaf Winkler

71 junge Frauen und Männer aus dem Westallgäu haben am Gymnasium Lindenberg ihre Abiturzeugnisse entgegengenommen. Fotos: Olaf Winkler

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Der Abi-Jahrgang 2021 erlebte eine Oberstufe, die von der Pandemie geprägt war. Wie 71 junge Menschen vom Gymnasium Lindenberg Abschied nehmen und in die Zukunft blicken.
21.07.2021 | Stand: 15:35 Uhr

„Ihr seid wirklich ein Corona-Jahrgang“, sagte der stellvertretende Schulleiter des Gymnasiums Lindenberg, Michael Gärtner, bei der Verabschiedung von 71 jungen Frauen und Männern, die eben ihr Abitur gemacht haben. Aber er stellte genauso entschieden heraus: Was in den Zeugnissen bescheinigt werde, sei „kein Corona-Notabitur“. Nichts sei den Absolventen geschenkt worden. Er bescheinigte den Abiturientinnen und Abiturienten: „Das haben Sie sich hart erarbeitet“.

Fast eineinhalb der zwei Oberstufen-Jahre waren bei diesem Jahrgang von der Pandemie geprägt. Drei Infektionswellen und zwei Phasen der Schulschließung erlebten die jungen Leute in dieser Zeit. Nur anfangs gab es „Schule wie immer“, wie es Gärtner formulierte. Dann hätten „Angst vor dem Alleinsein und dem fehlenden Austausch“ das Leben der angehenden Abiturienten geprägt. Und auch die Verabschiedung und Zeugnisausgabe fand in ungewohnter Weise statt. So durfte nur jeweils ein Elternteil in der Aula anwesend sein. Dort war Abstand angesagt – und außer am Sitzplatz das Tragen der Maske.

Besondere Fähigkeiten erworben

Die Leistungen des Jahrgangs in der Pandemie stellten alle Redner heraus. So würdigte Lindenbergs Bürgermeister Eric Ballerstedt die neu erworbene Fähigkeit, auf besondere Herausforderungen zu reagieren: „Die haben Sie unfreiwillig und ungefragt mitbekommen“. Diese Fähigkeit aber sei unbezahlbar. Sie unterscheide diesen Jahrgang von allen anderen. Und Ballerstedt riet: „Macht Euch das zunutze“. Er warb außerdem darum, dass sich gerade dieser Jahrgang einbringen soll „im Ehrenamt und in der Politik“. Und zwar nach dem Sammeln von Erfahrungen und dem Studium in der Ferne am Ende möglichst im Westallgäu.

Schulleiterin Karin Ulrich beschrieb den durch Corona gestörten Rhythmus des Schullebens, in dem „die Zukunft bis zum Abitur sicher und planbar schien“. Flexibilität, Mut, Zuversicht, Zusammenhalt und Selbstverantwortung seien zuletzt gefragt gewesen, allesamt Eigenschaften, die auch im Berufsleben wichtig seien. Sie appellierte an die Absolventen, insbesondere die Zuversicht und entstandene Freundschaften zu bewahren.

Elternbeiratsvorsitzender Christian Eineder forderte die Abiturientinnen auf, „mutige Gestalter“ zu sein. Denn: „Wir Älteren hängen fest“. Die Welt brauche bei Themen wie dem Klimaschutz die junge Generation. Es gelte, „mutig voranzugehen und relevant zu sein“.

Nicht mit den Lehrern gefeiert

Die Rede der Abiturientinnen und Abiturienten hielten Sofie Bayer und Sara Gretler. Auch sie kamen an Corona nicht vorbei. Schließlich konnte dieser Jahrgang keine Studienfahrt, keine Seminarabgabefeier und keinen Abistreich veranstalten. Besonders enttäuschend aus ihrer Sicht: „Wir konnten auch nie mit unseren Lehrern feiern“. Dennoch seien vertrauensvolle Beziehungen entstanden. Und sie dankten der Schulleitung für das „Management durch die schweren Zeiten“.

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Stiefenhofens Bürgermeister Christian Hauber zollte den Absolventen in seiner Eigenschaft als stellvertretender Landrat Respekt dafür, dass sie sich den besonderen Herausforderungen in diesem Jahr gestellt haben. Und er wünschte ihnen einen „tollen Abiball“, der abends in der Halle in Stiefenhofen stattfand.

Die Schulbesten 2021: Sarah Braun (Notenschnitt 1,1), Sofie Bayer (1,2) und Emma Roos (1,1).
Die Schulbesten 2021: Sarah Braun (Notenschnitt 1,1), Sofie Bayer (1,2) und Emma Roos (1,1).
Bild: Olaf Winkler

Preise für besondere Leistungen:

Schulbeste: Sarah Braun, Emma Roos und Sofie Bayer

  • Latein: Luca Bogusch
  • Mathematik: Hy Khang Phan
  • Wirtschaft: Samuel Fäßler
  • Biologie: Sara Gretler
  • Preis des evangelischen Diakonievereins Westallgäu: Sofie Bayer
  • Kulturpreis des Förderkreises: Sofie Bayer und Slafa Kafi

Die Abiturientinnen und Abiturienten von 2021:

  • Lindenberg: Yannick Bammer, Sofie Bayer, Gleb Borodin, Sarah Braun, Yiming Che, Cilian Claus, Emilia Deuble, Minh Do, Vladyslav Falyush, Anna Fink, Gu Gong, Julian Hamann, Lukas Hammerer, Nhat Thang Ho, Johanna Huber, Kenan Janisch, SlafaKafi, Noah Kirchmann, Vincent Klett, Lilli Konrad, Ana-Maria Mazar, Lea Mazar, Fabian Murmann, Hy Khang Phan, Emma Roos, Nico Schlachter, Anne Schönwälder, Maria Sideri, Kilian Stadler, Cecilia Stegmann, Cedric Steiert, Ronghao Sun, Amelie Thanner, Aurelia Wagner, Lan Wang, Qinhan Zhang
  • Weiler-Simmerberg: Melina Gaillinger, Milena Geißler, Sara Gretler, Irmela Häußler, Hanna Leifert, Catrina Marth, Pia Mühlbauer, Christian Stingl
  • Scheidegg: Fabienne Binder, Luca Bogusch, Samuel Fäßler, Markus Feßler, Amelie Kunrath, Sarah Langes
  • Heimenkirch: Yelda Aras, Malik Ghrab, Elisa Handerer, Pauline Kempter, Andrea Rottmaier, Alicia Serafini, Jonas Sohler
  • Oberreute: Magdalena Dorner, Insa Reisacher, David Seeger, Emma Weiß, Victoria-Helene Wolff
  • Opfenbach: Thomas Heim
  • Röthenbach: Leonie Vögel, Amelie Winkeler
  • Stiefenhofen: Anna Hauber
  • Gestratz: Fabienne Polizzi
  • Grünenbach: Annika Bunz
  • Argenbühl: Alexandra Wagner
  • Lindau: Anna-Sofia Steuer
Den Abistreich musste der Jahrgang 2021 beerdigen – und tat dies symbolisch mit einem Sarg vor dem Eingang des Gymnasiums.
Den Abistreich musste der Jahrgang 2021 beerdigen – und tat dies symbolisch mit einem Sarg vor dem Eingang des Gymnasiums.
Bild: Olaf Winkler