Corona-Lage im Westallgäu

Die Corona-Zahlen im Landkreis Lindau steigen wieder an - "Sormas" bereitet weiter Probleme

Impfaktion in Grünenbach, Alle Vereine beteiligt

Mehr als 134.000 Impfungen sind bisher im Landkreis gegen Corona verabreicht worden. Am Sonntag gibt es in Lindenberg von 13 bis 18 Uhr eine weitere Sonderimpfaktion ohne Anmeldung.

Bild: Peter Mittermeier (Archiv)

Mehr als 134.000 Impfungen sind bisher im Landkreis gegen Corona verabreicht worden. Am Sonntag gibt es in Lindenberg von 13 bis 18 Uhr eine weitere Sonderimpfaktion ohne Anmeldung.

Bild: Peter Mittermeier (Archiv)

Omikron breitet sich weiter im Landkreis Lindau aus, dort auch unter Familien. Am Sonntag gibt es eine weitere Impfaktion in Lindenberg.
07.01.2022 | Stand: 17:47 Uhr

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt nach den Feiertagen auch im Landkreis Lindau wieder an. Seit Beginn der Pandemie sind damit insgesamt über 7500 Menschen positiv auf Corona getestet worden, das sind rechnerisch mehr als neun Prozent der Kreisbevölkerung.

Die Entwicklung kommt nicht unerwartet. Aufgrund der Feiertage hat das Gesundheitsamt in der vergangenen Woche weniger Fälle übermittelt bekommen. Zum einen waren viele Hausarztpraxen urlaubsbedingt geschlossen. Zum andern haben sich nach Angaben des Landratsamtes auch weniger Bürger im Testzentrum testen lassen. Nicht zuletzt waren die Labore über die Feiertage geschlossen.

Corona-Fälle im Landkreis Lindau: Allein 77 am Dienstag

Als Grund für die steigende Zahl an Infektionen nennt das Landratsamt aber auch die größere Zahl an Kontakten über die Feiertage. Im Ergebnis wurden am vergangenen Montag und insbesondere am Dienstag vermehrt neue Fälle gemeldet. Allein am Dienstag waren es 77.

Ein größeres Ausbruchsgeschehen kann das Landratsamt nach eigenen Angaben dabei nicht erkennen. Es handelt sich nach Angaben der Behörde um Einzelfälle oder Infektionen innerhalb von Familien.

Omikron verdrängt Delta auch im Westallgäu

Zunehmend verdrängt dabei auch die Omikron-Variante die bisher dominierende Delta-Version des Virus’. 150 Omikron-Fälle hat das RKI Stand Freitagmittag bislang im Landkreis registriert, sechsmal so viel wie vor einer Woche. Auch hinter diesen Infektionen steckt kein größeres Cluster. Wie bereits bei Delta seien vermehrt Familienangehörige betroffen, so das Landratsamt.

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Aktuell müssen im Landkreis zwölf Menschen in den Krankenhäusern in Lindenberg und Lindau wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt werden, eine davon intensivmedizinisch. Laut DIVI-Intensivregister sind von den zwölf Betten auf den beiden Intensivstationen sieben frei. Die Lage dort ist also nach wie vor vergleichsweise entspannt.

So steht die Krankenhaus-Ampel in Bayern aktuell

Probleme gibt es nach wie vor mit dem Software-Programm Sormas, das bundesweit zur Kontaktnachverfolgung eingesetzt wird. Laut Landratsamt ist es wie seit Wochen nach wie vor nicht möglich, die Zahl der Impfdurchbrüche statistisch abzurufen. Bei den Fällen, die der Behörde in dieser Woche gemeldet worden seien, handele es sich um asymptomatische oder schwache bis mittelschwere Verläufe.

272 Bürger bei Impfaktion in Lindenberg und Lindau

Als Erfolg verbucht das Landratsamt die Impfaktion am Dreikönigstag in Lindenberg und Lindau. Dort konnten sich Bürger ohne vorherige Anmeldung impfen lassen. Insgesamt haben das 272 Personen getan – 101 in Lindau und 171 in Lindenberg. Die allermeisten nutzten den Termin, um sich boostern zu lassen. Die Ärzte verabreichten daneben aber auch sieben Erst- und acht Zweitimpfungen.

Vor allem die Resonanz in Lindenberg bezeichnet das Landratsamt als „sehr erfrfeulich“. Deshalb bietet die Behörde dort am Sonntag, 9. Januar, noch einmal von 13 bis 18 Uhr eine Sonderimpfaktion ohne Anmeldung an. Dabei wird das Vakzin von Moderna genutzt, das die Stiko für Personen über 30 Jahren empfiehlt.

In Lindau sieht das Landratsamt nach eigenen Angaben keinen Bedarf für eine solche Aktion. In der Kreisstadt sind am Samstag, 8. Januar, bislang nur 181 von 352 Impfterminen vergeben. Insgesamt sind im Landkreis gut 134.500 Impfungen verabreicht worden, mehr als 86.000 in den beiden Impfzentren, weitere 48.300 in den Arztpraxen. Mittlerweile gibt es über 30.500 Auffrischungsimpfungen.

Die Infektionszahlen im Landkreis Lindau im Detail (Stand: 7. Januar)

  • Landkreis Lindau:
    • Fälle seit Beginn der Pandemie 7594 (Vorwoche: 7272)
    • Quarantänefälle in dieser Woche 436 (Vorwoche: 248)
    • 7-Tage-Inzidenz 331,4 (Freitag vor einer Woche: 257,1)
  • Fälle in den Kommunen
    • Lindenberg 1063 (+42)
    • Lindau 2421 (+102)
    • Weiler-Simmerberg 573 (+27)
    • Scheidegg 362 (+14)
    • Heimenkirch 328 (+19)
    • Bodolz 192 (+6)
    • Gestratz 130 (+1)
    • Grünenbach 188 (+3)
    • Hergatz 247 (+12)
    • Hergensweiler 179 (+9)
    • Maierhöfen 170 (+8)
    • Nonnenhorn 125 (+4)
    • Oberreute 148 (+5)
    • Opfenbach 337 (+16)
    • Röthenbach 187 (+10)
    • Sigmarszell 242 (+9)
    • Stiefenhofen 318 (+15)
    • Wasserburg 204 (+7)
    • Weißensberg 180 (+13)

Angegeben sind alle Fälle seit Beginn der Pandemie; in Klammern die Veränderung gegenüber der Vorwoche.

  • Altersverteilung
    • 0 bis 14 Jahre 64 Fälle
    • 15 bis 34 Jahre 97 Fälle
    • 35 bis 59 Jahre 129 Fälle
    • 60 bis 79 Jahre 24 Fälle
    • 80 Jahre und älter acht Fälle

Bezogen auf Neuinfektionen in der vergangenen Woche im Landkreis Lindau.

  • Inzidenz in der Nachbarschaft
    • Oberallgäu 243,7 (Vorw.: 199,6)
    • Kreis Ravensburg 307,5 (207,4)
    • Bodenseekreis 262,0 (253,8)
    • Vorarlberg 407,0 (236,7)

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