Naturschutzgebiet im Westallgäu

Im Eistobel liegen Bäume kreuz und quer

Umgestürzte Bäume, aufgestautes Treibholz: Der Eistobel zeigt sich in diesem Jahr von einer besonders wilden Seite.

Umgestürzte Bäume, aufgestautes Treibholz: Der Eistobel zeigt sich in diesem Jahr von einer besonders wilden Seite.

Bild: Olaf Winkler

Umgestürzte Bäume, aufgestautes Treibholz: Der Eistobel zeigt sich in diesem Jahr von einer besonders wilden Seite.

Bild: Olaf Winkler

Auch Treibholz staut sich an mehreren Stellen. Woran das liegt und warum die Verantwortlichen keinen Anlass zum Handeln sehen.
21.06.2022 | Stand: 20:03 Uhr

Zwischen Maierhöfen und Grünenbach hat die Argen mit dem Eistobel eine Schlucht geschaffen, die jährlich über 100.000 Besucher anzieht. In den Sommermonaten sind viele Urlauber darunter. Und die staunen über das aktuelle Erscheinungsbild, wenn sie den Eistobel zuletzt vor zwei oder drei Jahren gesehen haben. Denn heuer liegen auffallend viele Bäume quer über der Argen und an verschiedenen Stellen staut sich Treibholz.

Eschensterben als Ursache für Schäden im Eistobel

In einem Abschnitt sind auf einer Länge gleich ein ganzes Dutzend Bäume entwurzelt und umgestürzt. Einige Bäume sind aber auch mitten im Stamm abgeknickt. Betroffen sind vor allem Eschen, weiß der Vorsitzende des Fördervereins Eistobel, Maierhöfens Bürgermeister Martin Schwarz. Das Eschensterben sei die Ursache dafür, sagt er. Schwarz ist selbst Waldbesitzer und besitzt Flächen am Rand des als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Eistobels. Auch die meisten Parzellen links und rechts der Argen sind im Privatbesitz. Der Förderverein selbst besitzt nur eine kleine Fläche.

Lesen Sie dazu auch: Verantwortliche fühlen sich überrannt - werden Ausflügler im Eistobel künftig häufiger abgewiesen?

Von den Wegen werden die Bäume geräumt, ansonsten bleiben sie aber im Naturschutzgebiet.
Von den Wegen werden die Bäume geräumt, ansonsten bleiben sie aber im Naturschutzgebiet.
Bild: Olaf Winkler

Neben dem Eschensterben seien es gleich mehrere Stürme gewesen, die das heutige Erscheinungsbild des Eistobels verursacht haben, sagt Schwarz. Die vom Förderverein beschäftigten Angestellten kontrollieren jeweils nach einem Sturm, ob die Wege durch den Eistobel begehbar sind. „Wir schneiden oder sägen das jeweils frei“, sagt er. Das sei aktuell aber nicht notwendig, da sämtliche im Bereich der Wege liegenden Bäume bereits beseitigt seien. Eine Entnahme aller umgestürzten Bäume sei allerdings nicht vorgesehen.

Umgestürzte Bäume bleiben im Naturschutzgebiet Eistobel

Und das aus zwei Gründen: Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, müssten größere Forstmaßnahmen mit der Oberen Naturschutzbehörde bei der Regierung von Schwaben abgeklärt werden. Zudem seien die Bäume im Privatbesitz der jeweiligen Grundstückseigentümer. „Wir dürfen von uns aus gar nicht handeln“, sagt Schwarz. Die Eigentümer wiederum haben kein Interesse am umgestürzten Holz, denn es ließe sich nur mit sehr großem Aufwand aus dem Eistobel holen. Daher gilt laut Schwarz: „Was sich im Gewässer abspielt, ist Natur“. Sie wird sich also selbst überlassen.

Lesen Sie auch
##alternative##
Unwetter-Bilanz

Unwetter in Bayern - Hunderte Einsätze und mehrere Verletzte

Das unter anderem im Bereich des Zwingers aufgestaute Treibholz haben Schwarz und die Mitarbeiter des Fördervereins jedoch im Auge. Wächst es zu sehr an, droht bei einem Starkregen eine Überschwemmung. Insbesondere der Steg am Zwinger sei dann in Gefahr. Er könnte unter dem Druck der Wassermassen beschädigt oder ganz zerstört werden. Zuletzt hatte es im August 2005 ein Hochwasser im Eistobel gegeben, bei dem der Zwingerbereich überflutet war. Daher sei bei zu viel Treibholz durchaus eine Entnahme denkbar, sagt Schwarz. Aktuell sieht er jedoch noch keinen Handlungsbedarf.

Für nur 0,99 € einen Monat alle exklusiven AZ Plus-Artikel auf allgaeuer-zeitung.de lesen
Jetzt testen
Ausblenden | Ich habe bereits ein Abo.