Corona

Entspannt sich die Corona-Lage im Landkreis Lindau langsam?

Die Lage in Sachen Corona scheint sich im Landkreis langsam zu entspannen.

Die Lage in Sachen Corona scheint sich im Landkreis langsam zu entspannen.

Bild: Sina Schuldt, dpa (Symbol)

Die Lage in Sachen Corona scheint sich im Landkreis langsam zu entspannen.

Bild: Sina Schuldt, dpa (Symbol)

Die Zahl der neuen positiven Tests geht spürbar zurück. Aus welchen konkreten Gründen das Landratsamt aber weiter zur Vorsicht mahnt - und wie das Impfen voran geht.
10.01.2021 | Stand: 08:06 Uhr

Die Lage in Sachen Corona scheint sich im Landkreis zum Ende der Woche langsam zu entspannen. Jedenfalls sinkt die Zahl der Neuinfektionen weiter. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Freitag laut RKI bei gut 80 – so niedrig wie seit Wochen nicht mehr. Landrat Elmar Stegmann spricht von einer „erfreulichen Tendenz“, mahnt aber weiter zur Vorsicht. „Wir dürfen jetzt nicht nachlässig werden“, sagt er mit Blick insbesondere auf das benachbarte Baden-Württemberg und Vorarlberg. Hier ist die Anzahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen deutlich höher. Am Samstag sahen die Zahlen im Kreis Lindau allerdings schon wieder anders aus: Der Inzidenz-Wert stieg von 80 auf 122.

Viel Unsicherheit im Westallgäu

Bei der Beurteilung der Lage herrscht aktuell viel Unsicherheit. Denn es ist unklar, welche Aussagekraft die Zahlen haben. Für eine verlässliche Bewertung müsse man die weitere Entwicklung nach der ruhigen Zeit zwischen Weihnachten und Dreikönig abwarten. Stegmann: „Es könnte sein, dass bedingt durch Urlaub in den Laboren und der Tatsache, dass weniger Menschen die Teststrecke aufgesucht haben, die Zahlen derzeit nicht die tatsächliche Situation widerspiegeln.“ Der Landrat bittet deshalb die Bürgerinnen und Bürger, ihr Engagement bei der Bekämpfung der Pandemie weiter hoch zu halten.

Insgesamt ist das Infektionsgeschehen laut Landratsamt seit einigen Tagen weniger diffus. Es gibt also weniger unterschiedliche Infektionsherde. Deshalb können die Infektionswege wieder besser nachvollzogen werden.

Betroffen sind nach wie vor Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime sowie die Rotkreuzklinik in Lindenberg.

Nach Angaben des Landratsamtes müssen derzeit zehn Menschen im Landkreis stationär behandelt werden. Von den zwölf Intensivbetten in den beiden Krankenhäusern in Lindau und Lindenberg sind laut Intensivregister neun belegt, allerdings keines mit einen Covid-19-Patienten.

Geringe Anzahl an Corona-Impfdosen stehen zur Verfügung

Vor knapp zwei Wochen haben die Impfungen im Landkreis begonnen, erst in Heimen, mittlerweile auch in den beiden Impfzentren in Lindenberg und Lindau. Insgesamt wurden laut Landratsamt bisher 970 Menschen geimpft. 740 davon in insgesamt fünf Einrichtungen in Lindau, Wasserburg, Scheidegg und Weiler und erst 230 in den Impfzentren, die am vergangenen Wochenende eröffnet wurden. „Limitierender Faktor ist bei den Impfungen die geringe Anzahl an Impfdosen, die uns zur Verfügung steht“, sagt Sibylle Ehreiser, Sprecherin des Landratsamtes.

Am Freitag hat das Landratsamt weitere 390 Impfdosen erwartet. Sie sollen teilweise für die beiden Krankenhäuser, in einer Pflegeeinrichtung sowie zu einem kleinen Teil in den Impfzentren genutzt werden. Auch in der nächsten Woche erwartet das Landratsamt weitere Lieferungen. Das Landratsamt weiß aber nach eigenem Bekunden nicht, wie viele Impfdosen dies sein werden. Die Behörde bittet die „Bürgerinnen und Bürger um Geduld“. Weil in anderen Regionen die Impfungen erst später begonnen haben oder erst noch beginnen, gehen beim Lindauer Landratsamt auch vereinzelt Anfragen ein von Menschen aus Baden-Württemberg, anderen deutschen Bundesländern oder aus Vorarlberg. Länderübergreifende Impfungen seien aber grundsätzlich nicht vorgesehen, so das Landratsamt.