Klimawandel

Für das Klima: Junge Mountainbiker pflanzen 750 Bäume in Stiefenhofen

Die Nachwuchsgruppe der Mountainbike-Abteilung des TSV Stiefenhofen hat am „Wald-Klima-Klasse“-Projekt der WBV Westallgäu teilgenommen. Mit auf dem Bild (von links) WBV-Geschäftsführer Andreas Täger, Claus Kitzelmann-Jaberg vom TSV Stiefenhofen und Waldwart Ulrich Ziegler.

Die Nachwuchsgruppe der Mountainbike-Abteilung des TSV Stiefenhofen hat am „Wald-Klima-Klasse“-Projekt der WBV Westallgäu teilgenommen. Mit auf dem Bild (von links) WBV-Geschäftsführer Andreas Täger, Claus Kitzelmann-Jaberg vom TSV Stiefenhofen und Waldwart Ulrich Ziegler.

Bild: Olaf Winkler

Die Nachwuchsgruppe der Mountainbike-Abteilung des TSV Stiefenhofen hat am „Wald-Klima-Klasse“-Projekt der WBV Westallgäu teilgenommen. Mit auf dem Bild (von links) WBV-Geschäftsführer Andreas Täger, Claus Kitzelmann-Jaberg vom TSV Stiefenhofen und Waldwart Ulrich Ziegler.

Bild: Olaf Winkler

Die jungen Sportler wollen der Natur etwas zurückgeben. Beim Projekt "Wald-Klima-Klasse" sind auch zwei Schulen aus Lindenberg dabei. Wer sich um die Bäume kümmert.
15.11.2021 | Stand: 12:02 Uhr

Mountainbiker und Waldbesitzer liegen häufig im Clinch. Nicht immer sind die Sportler dort gern gesehen, wo es um Waldwirtschaft und insbesondere um Neuaufforstungen geht. In Stiefenhofen war jetzt aber das Gegenteil der Fall: Dort hat der Mountainbike-Nachwuchs des TSV Stiefenhofen 750 neue Bäume gepflanzt – und zwar auf einer Fläche, auf der es gleich drei Schadensereignisse in nur drei Jahren gab: Erst einen Sturm, der Bäume umknickte und umwarf, dann Schneebruch und schließlich einen Käferbefall.

Claus Kitzelmann-Jaberg betreut beim TSV Stiefenhofen nicht nur den Mountainbike-Nachwuchs. Er ist auch Mitarbeiter der Firma „Atrium“ in Lauterach (Vorarlberg). Dort hat er sich schon an einigen Pflanzaktionen beteiligt – die die Firma auch nutzte, um einen Ausgleich für ihren Kohlendioxid-Ausstoß zu erwirtschaften. Die Idee brachte Kitzlmann-Jaberg mit ins Westallgäu – und stieß dort auf das Projekt „Wald-Klima-Klasse“ der Waldbesitzervereinigung (WBV).

Waldbesitzer der WBV Westallgäu stecken hinter dem Projekt

Das Projekt läuft bereits seit 2019. Schülerinnen und Schüler von Gymnasium und Realschule in Lindenberg haben seither 2400 Baumpflanzen gesetzt. WBV-Geschäftsführer Andreas Täger war aber sofort für die Idee aus Stiefenhofen offen, nicht nur mit Schulen zu kooperieren. Schließlich geht es ihm darum, möglichst viele junge Menschen über eine nachhaltige Waldwirtschaft zu informieren und sie für den Wald zu begeistern.

Deshalb ist es mit dem Pflanzen allein auch nicht getan: In Lindenberg sollen die Schüler jährlich wieder in den Wald gehen und die Entwicklung der gepflanzten Bäume verfolgen, sich über die Folgen von Wildverbiss und die Konkurrenzsituation der Pflanzen im Wald informieren und bei Bedarf auch Nachpflanzungen vornehmen.

Genau das ist jetzt auch in Stiefenhofen vorgesehen – nur, dass es der Sportlernachwuchs ist, der dort in den nächsten Jahren gemeinsam mit der WBV und dem örtlichen Waldwart Ulrich Ziegler „nach dem Rechten schaut“.

1100 Bäume in Lindenberg gepflanzt

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Für Andreas Täger war die Pflanzaktion auf einer privaten Waldparzelle zwischen Stiefenhofen und Harbatshofen der gelungene Abschluss der „Wald-Klima-Klasse“-Woche. 51 Fünftklässler der Realschule und 70 Sechstklässler des Gymnasiums hatten in den Vortagen 1100 Bäume in Lindenberg gesetzt. Nun kamen in Stiefenhofen nochmals 750 hinzu. Und das mit Unterstützung von Eltern und einigen Arbeitskollegen von Claus Kitzelmann-Jaberg.

Stileichen, Hainbuchen, Schwarzerlen und Weißtannen sollen auf der 5000 Quadratmeter großen Fläche künftig dem Klimawandel trotzen. Einen Teil der Kosten übernahm dabei der Waldbesitzer, ein Großteil ist aber durch Fördergelder des Freistaates finanziert worden.

„Wir bewegen uns in der Natur. Und der Natur wollen wir etwas zurückgeben“, nannte Kitzelmann-Jaberg einen Grund, sich zu engagieren. Der Verein wolle dabei durchaus ein Beispiel für konkretes Handeln gegen den Klimawandel sein. Und der WBV-Geschäftsführer ist offen für weitere Kooperationen: „Flächen, die es aufzuforsten gilt, gäbe es genug“, sagt Täger.