Seniorenumfrage in den Argentalgemeinden

"In Röthenbach gibt es mittelfristig zu wenige altersgerechte Wohnungen"

Josefsheim Röthenbach

In Oberhäuser gibt es ein Seniorenheim – aber mittelfristig fehlt es in Röthenbach an altersgerechten Wohnen, sagt Bert Schädler.

Bild: Olaf Winkler (Archiv)

In Oberhäuser gibt es ein Seniorenheim – aber mittelfristig fehlt es in Röthenbach an altersgerechten Wohnen, sagt Bert Schädler.

Bild: Olaf Winkler (Archiv)

Bert Schädler trägt dem Gemeinderat vor, was die älteren Menschen an ihrer Gemeinde schätzen und was ihnen fehlt. ÖPNV-Anbindung bleibt ein Problem.
07.08.2021 | Stand: 11:48 Uhr

Die älteren Menschen von Röthenbach fühlen sich recht wohl in ihrer Gemeinde. Das ergab eine Umfrage, die das Seniorennetz Argental auf Initiative von Hildegard Kimpfler in allen Argentalgemeinden gestartet hat. Seniorenbeauftragter Bert Schädler trug das Ergebnis im Gemeinderat Röthenbach vor und erläuterte es zudem im Gespräch mit unserer Redaktion. Demnach hat die Umfrage in Röthenbach die positivsten Rückmeldungen ergeben. Ein Fünftel der Röthenbacher Bevölkerung ist älter als 65 Jahre. 221 Frauen und 231 Männer haben den Fragebogen zurückgeschickt. Sie äußerten sich laut Schädler „sehr zufrieden“, nannten allerdings auch Kritikpunkte.

  • Einkaufsmöglichkeiten: Die Nahversorgung in der Gemeinde beurteilen die Seniorinnen und Senioren unterschiedlich. In Oberhäuser funktioniere sie dank des Dorfladens recht gut, sagt Schädler. Und die Situation im Ort Röthenbach sei durch den kürzlich eingerichteten Wochenmarkt auch besser geworden. „Aber es ist halt nicht alles zu kriegen im Dorf. Das wurde bei der Umfrage bemängelt.“ Schädler bezweifelt jedoch, dass ein zweiter Dorfladen in der Gemeinde sinnvoll wäre. „Man sollte bestehende Strukturen nicht zerstören“, sagt er im Hinblick auf den Laden in Oberhäuser.
  • Die Nahversorgung in Röthenbach ist dank des Wochenmarkts besser geworden.
    Die Nahversorgung in Röthenbach ist dank des Wochenmarkts besser geworden.
    Bild: Stefanie Gronostay
  • Generationentreff: Dass sich ältere Leute einen Generationentreff in Röthenbach wünschen, geht aus der Umfrage klar hervor. Schädler hofft, dass sich hierfür bald eine Lösung findet, und verspricht: „Wir sind dran.“
  • Öffentlicher Personenverkehr: „Wir haben ein Glück mit dem Argenmobil“, erklärt Bert Schädler. „Geplant war ursprünglich, dass es zwei Tage die Woche fährt, jetzt sind es fünf Tage.“ Die Initiative Argenmobil kann freilich den „Riesenbedarf“, der laut Schädler besteht, nicht decken. „Es sollte eine Verbesserung im ÖPNV stattfinden“, sagt er. Dabei ist ihm bewusst: „Bei den Streusiedlungen in unseren Gemeinden wird das ein Problem bleiben.“
  • Grünflächen: Einige der über 65-Jährigen in Röthenbach wünschen sich mehr Grünflächen. Bert Schädler sieht das etwas anders. „Ich finde, wir leben auf dem Land, und da braucht es nicht mehr Grünflächen“, sagt er. „Aber man sollte die vorhandenen gut pflegen.“ Wenn beispielsweise die Blühstreifen an den Straßenrändern abgeblüht seien, sollten sie gemäht werden. Positiv fällt laut der Umfrage die Pflege des Friedhofs auf, mit der seit geraumer Zeit ein Rentner betraut ist. „Der Friedhof gibt ein gutes Bild ab“, sagt Schädler.
  • Altersgerechtes Wohnen: Beim Thema Wohnen sieht Schädler mittelfristig ein Problem: „Es gibt zu wenige barrierefreie und seniorengerechte Wohnungen.“ Er verweist auf die geburtenstarken Jahrgänge, die bald in Rente kämen. „Wenn 15 Jahre später dann die ersten Zipperlein auftreten, ist es wichtig, keine Schwellen und Behinderungen in der Wohnung zu haben. Dann können die Leute noch relativ lang selbstständig leben.“ Wenn dagegen bezahlbare, seniorengerechte Wohnungen fehlten, bleibe vielen älteren Menschen nur das Heim – was die Betroffenen und die Gesellschaft teuer komme. Vor diesem Hintergrund wäre ein Projekt wie das vor einiger Zeit von Allgäu-Stift geplante Generationendorf beim Josefsheim in Oberhäuser in Augen von Bert Schädler sinnvoll, „wenn auch vielleicht nicht in dieser Größe“. Dass die Idee gestorben ist, werde von den Senioren bedauert.