Kommunalpolitik in Hergatz

Interessante Themen, aber wenig Interesse an der Hergatzer Bürgerversammlung

In Schwarzenberg wird eine Fußgängerampel installiert. Dafür bleibt die Ortsdurchfahrt für drei Wochen gesperrt. Am Dienstag, dem Tag der Aufnahme dieses Fotos, war viel Platz auf der Fahrbahn – und einige Autos haben die „Durchfahrt verboten“-Schilder denn auch ignoriert und sind durch den Ort gefahren.

In Schwarzenberg wird eine Fußgängerampel installiert. Dafür bleibt die Ortsdurchfahrt für drei Wochen gesperrt. Am Dienstag, dem Tag der Aufnahme dieses Fotos, war viel Platz auf der Fahrbahn – und einige Autos haben die „Durchfahrt verboten“-Schilder denn auch ignoriert und sind durch den Ort gefahren.

Bild: Ingrid Grohe

In Schwarzenberg wird eine Fußgängerampel installiert. Dafür bleibt die Ortsdurchfahrt für drei Wochen gesperrt. Am Dienstag, dem Tag der Aufnahme dieses Fotos, war viel Platz auf der Fahrbahn – und einige Autos haben die „Durchfahrt verboten“-Schilder denn auch ignoriert und sind durch den Ort gefahren.

Bild: Ingrid Grohe

Zu den acht Gemeinderatsmitgliedern gesellen sich nur 13 Besucher. Dabei hat der Hergatzer Bürgermeister Oliver Raab einiges Interessante zu berichten.
26.07.2022 | Stand: 21:30 Uhr

Gleich zwei Bürgerversammlungen fanden 2021 in Hergatz statt. Dabei stand jeweils das Thema Mobilfunk im Mittelpunkt, und das Interesse daran war groß. Nun hielt Bürgermeister Oliver-Kersten Raab erstmals Rechenschaft über seine Tätigkeit – und gerade einmal 21 Zuhörer, darunter acht Mitglieder des Gemeinderates, kamen in die Turn- und Festhalle nach Maria-Thann. Fragen löste dabei einzig der derzeitige Bau einer Fußgängerampel im Ortsteil Schwarzenberg aus.

Ampel in Schwarzenberg: Wieso dafür drei Wochen Sperrung notwendig ist

Horst Mittmann wollte wissen, warum die Ampel notwendig ist, wer sie bezahlt und warum für die Aufstellung und Montage eine dreiwöchige Sperrung der Straße erforderlich ist. Dabei handle es sich um die genehmigte Sperrdauer, die die Baufirma beantragt habe, um „auf Nummer Sicher“ zu gehen, erklärte Oliver Raab. Er hoffe selbst, dass die Arbeiten nicht so lange dauern. Die Kosten in Höhe von 30.000 Euro teilen sich laut Bürgermeister der Landkreis Lindau und die Gemeinde, wobei diese noch eine Spende in Höhe von 1500 Euro von der Bürgerinitiative erhalte. Die Bürgerinitiative habe den Bau der Ampel angestoßen. Sie hatte auf die Verkehrssituation in Schwarzenberg aufmerksam gemacht. Nach einer Verkehrsschau sei entschieden worden, die Ampel einzurichten.

Lesen Sie dazu auch: Neuer Mobilfunkmast in Hergatz geplant: Wie schädlich ist 5G?

Hergatz: Gemeinde hat aktuell 2517 Einwohner

Nicht alltägliche Daten hatte Raab in seinem Bericht aufgeführt. So nannte er nicht nur die aktuelle Einwohnerzahl (2517), die Zahl der Geburten (33), der Sterbefälle (sieben) und der Erschließungen (vier), sondern auch der Scheidungen (vier) und der Kirchenaustritte (46). Auffällig aus Sicht von Raab: Hergatzer Familien bringen deutlich mehr Buben (21) als Mädchen (zwölf) zur Welt. Ein Trend, der schon seit zehn Jahren anhält. Denn seit 2012 verzeichnete die Gemeinde die Geburt von 146 Buben, aber nur von 127 Mädchen.

Die Betreuung des Nachwuchses kostet die Kommune immer mehr Geld. Das Defizit der Kindertagesstätte mache mit 380.000 Euro bereits zehn Prozent der Einnahmen in Höhe von 3,8 Millionen Euro. 854.000 Euro betragen die Personalkosten der Kita – aus Sicht von Raab eine „brutale Summe“. Der erst im Mai 2021 fertiggestellte Ausbau der Kinderkrippe stoße bereits wieder an seine Grenzen.

Enrgie und Klima in Hergatz

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Westallgäu

Hergatz schaltet nachts die Straßenlaternen aus

Einen Schwerpunkt im einstündigen Vortrag von Raab bildete das Energiethema. Dem „Klimabündnis 2030“ sei die Kommune beigetragen, und sie habe bereits auf die aktuelle Situation reagiert. So seien im Juli die Heizparameter in allen kommunalen Gebäuden optimiert worden. Und ab August schaltet die Gemeinde zwischen ein und vier Uhr die Straßenbeleuchtung aus. Für den September ist die Installation einer Photovoltaikanlage geplant, die Rathaus, Grundschule und Turnhalle in Wohmbrechts mit Strom versorgen soll. Abschließen will die Gemeinde heuer die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik.

Neuer Bauhof neben dem Feuerwehrhaus Wohmbrechts

Ein Schwerpunkt der nächsten Monate ist die Planung eines neuen zentralen Bauhofs neben dem Feuerwehrhaus in Wohmbrechts. Bereits in der nächsten Woche will der Gemeinderat hierfür einen Architekten beauftragen. Auch das Thema Hochwasserschutz sei aktueller denn je. Hier rief der Bürgermeister zum Miteinander von Gemeinde und Bürgern auf.

Offen ist aus Sicht von Raab, wie es beim Breitbandausbau weitergeht. Das von einigen Westallgäuer Kommunen forcierte Betreibermodell gerate ins Wanken, da seitens der Netzbetreiber ein Teilausbau in Eigenregie erfolgen soll. „Wir ermitteln gerade, wie viele Adressen dann zum Ausbau übrig bleiben“, sagte Raab.