Engagierte Jugendliche

Lindenberger Lokalpolitiker zum Jugendparlament: „Werdet lauter und fordert mehr“

Linda Elbs (links) und Sofia Greinwald sind die beiden Vorsitzenden des Lindenberger Jugendparlaments. Dieses stellte sich und seine Arbeit nun im Stadtrat vor.

Linda Elbs (links) und Sofia Greinwald sind die beiden Vorsitzenden des Lindenberger Jugendparlaments. Dieses stellte sich und seine Arbeit nun im Stadtrat vor.

Bild: Olaf Winkler

Linda Elbs (links) und Sofia Greinwald sind die beiden Vorsitzenden des Lindenberger Jugendparlaments. Dieses stellte sich und seine Arbeit nun im Stadtrat vor.

Bild: Olaf Winkler

Das Jugendparlament Lindenberg hat sich im Stadtrat vorgestellt. Dafür gab es vor allem Lob. Was die „alten Hasen“ den Jugendlichen auf den Weg geben.
17.05.2022 | Stand: 22:00 Uhr

Altersmäßig hätte der Kontrast nicht größer sein können, als Dr. Werner Hofstetter das Wort ergriff und sich an die Jugendlichen wandte: „Ich setze auf euch. Ihr müsst das ausbaden, was meine Generation verbockt hat“, sagte der Zweite Bürgermeister, der kürzlich seinen 70. Geburtstag gefeiert hat und somit das älteste Mitglied im Stadtrat Lindenberg ist.

Die Adressaten seiner Worte sind größtenteils noch minderjährig und gehen zur Schule. Aber sie setzen sich schon politisch ein. Erstmals hatten die Mitglieder des Jugendparlaments der Stadt Lindenberg die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit im Stadtrat vorzustellen. Die Corona-Pandemie hatte das bis dato nicht zugelassen. Auch das elfköpfige Gremium selbst hatte zu Beginn nur online getagt, nachdem es im Februar 2021 offiziell seine Arbeit aufgenommen hatte – rund vier Monate nach der Wahl.

Bürgermeister nennt Jugendparlament einen "echten Zugewinn"

Er sei „sehr froh“, dass die Stadt sich dazu entschlossen habe, ein Jugendparlament zu installieren, sagte Bürgermeister Eric Ballerstedt. Das Gremium sein „ein echter Zugewinn“. Angesichts der durch die Pandemie erzeugten Startschwierigkeiten war er voller Lob für die 14- bis 20-Jährigen: „Ihr habt euch gut durchgehangelt.“

Vorsitzende des Jugendparlaments ist Linda Elbs. Die 17-Jährige, die das Gymnasium besucht, skizzierte mittels einer ansprechend gestalteten Präsentation, wie das Gremium arbeitet. Die Mitglieder sind vor allem gut an den Schulen vernetzt, haben dort schon jugendpolitische Umfragen durchgeführt und eigene Briefkästen aufgehängt, um Wünsche und Ideen zu sammeln. Die würden auch rege genutzt, sagte Elbs auf Nachfrage von SPD-Stadtrat Helmut Wiedemann.

Zudem, sagte Elbs, haben sie an den weiterführenden Schulen mit Durchsagen auf den Termin der nächsten Sitzung aufmerksam gemacht, damit möglichste viele interessierte Jugendliche kommen.

Jugendparlament Lindenberg hat eigene Homepage und Instagram-Account

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Das Jugendparlament betreibt eine eigene Homepage und hat einen Instagram-Account mit über 180 Followern. Im vergangenen November hatte es eine poltische Diskussionsrunde im Jugendhaus mit 15 Teilnehmern veranstaltet. „Ein großer Erfolg“, sagte Mitorganisator Peter Krop, der seine Motivation für das Jugendparlament so formulierte: „Ich will die Jugend für Politik begeistern und dazu bringen, ihren eigenen Beitrag zu leisten.“

Die Verbesserung von Freizeitmöglichkeiten, vor allem am Skateplatz, sind dem Jugendparlament ebenso wichtig wie die Aufenthaltsqualität in der Stadt an sich. Sie haben unter anderem Mülleimersticker mit Slogans wie „Ich bin für jeden Dreck zu haben“ entworfen, die für mehr Sauberkeit sorgen sollen.

Für ihre bisherige Arbeit gab es Lob aus allen Fraktionen. Zugleich ermunterten die „alten Hasen“ den Nachwuchs dazu, den Kontakt zum Stadtrat zu intensivieren, um sich gegenseitig zu unterstützen. „Meldet euch, zum Beispiel wenn wir Geld zur Verfügung stellen sollen“, sagte Florian Weber (Freie Wähler). Und Thomas Kühnel (Grüne) ergänzte: „Ihr sollt den Stadtrat beraten. Ihr habt in den Sitzungen zwar kein Stimmrecht, aber ein Rederecht. Das sollt ihr nutzen. Werdet lauter und fordert mehr.“

Ob Energiewende, Mobilität, Spielplätze oder Wohnraum – es gebe in Lindenberg „viele Themen, die verschleppt worden sind“, sagte Martin Einsle (Grüne). Alles Zukunftsthemen, die vor allem die Jugend betreffen: „Bleibt am Ball, beobachtet und gestaltet mit.“

Das ist das Lindenberger Jugendparlament

  • Aufgabe Das Jugendparlament vertritt die Interessen der Jugendlichen gegenüber dem Stadtrat und der Verwaltung. Es berät und unterstützt die Stadt in allen Angelegenheiten, die Jugendliche betreffen.
  • Mitglieder Linda Elbs (Vorsitzende), Sofia Greinwald (Stellvertretende Vorsitzende), Vivien Buchhaupt (Schriftführerin), Yixuan Wang (Stellvertretender Schriftführer), Gerrit-Max Holneider, David Vu, Sina Engel, Joana Heumos, Peter Krop, Valentin Seitz, Maja Unrath
  • Unterstützer Sozialarbeiterin Ramona Krause vom Verein „Jugend im Mittelpunkt“ (JiM) und Lina Wagner von der Stadtverwaltung begleiten das Gremium bei seiner Arbeit.
  • Sitzungen einmal pro Monat, nächste Sitzung am Mittwoch, 18. Mai, ab 17.30 Uhr auf dem Kulturboden.
  • Amtszeit Die aktuelle Amtszeit dauert noch bis Oktober 2022.

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