Wasserversorgung im Westallgäu

Keime in Wasser-System entdeckt: Ist die Meckatzer-Produktion betroffen?

Die Wasserversorgung Heimenkirch-Opfenbach lässt wegen festgestellter Keime ihr Trinkwasser chloren.

Die Wasserversorgung Heimenkirch-Opfenbach lässt wegen festgestellter Keime ihr Trinkwasser chloren.

Bild: Franz Kustermann

Die Wasserversorgung Heimenkirch-Opfenbach lässt wegen festgestellter Keime ihr Trinkwasser chloren.

Bild: Franz Kustermann

Die Wasserversorgung Heimenkirch-Opfenbach (WHO) chlort nun das Wasser, mit dem sie 10.000 Menschen und Lebensmittelhersteller versorgt. Die Hintergründe.
03.09.2021 | Stand: 06:22 Uhr

Die Wasserversorgung Heimenkirch-Opfenbach lässt ihr Trinkwasser chloren. Das hat der Vorsitzende, Heimenkirchs Bürgermeister Markus Reichart, am Donnerstagvormittag mitgeteilt.

Zuvor waren in Proben coliforme Keime (siehe Wortweiser) nachgewiesen worden. „Das Trinkwasser kann bedenkenlos verwendet werden“, sagt Reichart. Allenfalls könne die Chlorung gerochen werden. Der Grund für die Belastung ist derzeit noch unklar.

WHO gehört zu größten Wasserversorgern im Westallgäu

Der WHO gehört zu den großen Versorgern in der Region. Circa 10 .000 Menschen in Heimenkirch, Opfenbach, Hergatz und Röthenbach beziehen von ihm Wasser. Dazu kommen noch etliche Unternehmen.

Wie alle Versorger lässt der WHO regelmäßig sein Wasser untersuchen. Dabei sind laut Reichart am Dienstag im Pumpwerk in Röthenbach – von dort kommt das Wasser des WHO – coliforme Keime gefunden worden. Der Verbandsvorsitzende spricht von einer „geringen Belastung“.

Markus Reichart: Nicht nötig, Wasser abzukochen

Allerdings kennt die Trinkwasserverordnung bei coliformen Keimen keinen Grenzwert. Die Belastung muss null sein. Es sei nicht nötig, das Wasser abzukochen, sagt Reichart zu den Folgen. Allerdings lässt es der WHO „vorsichtshalber“ chloren, bevor er es in die Leitungen einspeist.

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Über die Lage hat Reichart die Bürgermeister der Gemeinden informiert, die der WHO mit Wasser beliefert. Das gilt auch für Hochland und die Meckatzer Löwenbräu. Beide Lebensmittelhersteller beziehen vom WHO Wasser.

Meckatzer nutzt betroffenes Wasser für sein Bier

Meckatzer nutzt es auch für sein Bier. Ein Problem sei die Chlorung aber nicht, sagt Markus Horn, Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage der Heimatzeitung. „Das eingesetzte Chlor hat keine geschmackliche Auswirkung auf unsere Biere. Wir filtern es aktuell bereits in der Wasseraufbereitung heraus“, so Horn.

Wie die Keime ins Wasser gekommen sind, ist unklar. „Wir würden im Trüben fischen“, sagt Reichart über Aussagen zu einer Ursache. Möglicherweise aber hängt die Belastung mit den unwetterartigen Niederschlägen am Dienstag zusammen. Dabei könnten die Keime eingedrungen sein.

Meckatzer musste Produktion schon mal einstellen

Der WHO ist kein Einzelfall. Immer wieder mal müssen Versorger ihr Wasser chloren. Auch die Wasserversorgung Heimenkirch-Opfenbach war davon schon betroffen. Im Jahr 2013 beispielsweise waren ebenfalls nach starken Regenfällen coliforme Keime entdeckt worden. Die Folgen damals waren größer: Meckatzer konnte das Chlor noch nicht aus dem Wasser filtern und musste deshalb die Produktion zeitweise einstellen.