Bakterien im Westallgäu

Keime in Trinkwasser-System von Simmerberg aufgetaucht

Immer wieder kommt es zu Verunreinigungen im Trinkwasser aufgrund von Keimen.

Immer wieder kommt es zu Verunreinigungen im Trinkwasser aufgrund von Keimen.

Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Immer wieder kommt es zu Verunreinigungen im Trinkwasser aufgrund von Keimen.

Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Zur Desinfektion mischt die Wasserversorgung Simmerberg Chlor ins Wasser. Das Landratsamt hat eine Vermutung, wie die Bakterien ins Ortsnetz gelangt sind.
23.08.2021 | Stand: 18:03 Uhr

Im Trinkwasser von Simmerberg wurden bei Untersuchungen coliforme Keime entdeckt. Darum führt die Wasserversorgung Simmerberg seit heute dem Ortsnetz Chlor zur Desinfektion zu. Etwa 1800 Bürgerinnen und Bürger aus 350 Haushalten in Simmerberg und dem Ortsteil Hasenried sind davon betroffen. Gesundheitliche Folgen hätten die Menschen nicht zu befürchten, betont Christian Hauber, geschäftsführender Vorsitzender der Wasserversorgung.

Laboruntersuchungen haben laut Angela Wolf, Behördensprecherin des Landkreises, einen Keim je hundert Milliliter Wasser im Netz der Wasserversorgung Simmerberg festgestellt. Die Bakterien seien erstmals im Juni 2021 bei einer Routineuntersuchung aufgetaucht. Wolf spricht insgesamt von einem „sehr geringfügigen Nachweis“.

Landratsamt vermutet Leck als Grund für die Bakterien in Simmerberg

Das Gesundheitsamt vermutet, dass sich die coliformen Keime durch ein Leck in einer Pumpenleitung im Ortsnetz festgesetzt haben. Laut Angela Wolf wird die Leitung derzeit repariert. Das Trinkwasser fließt deshalb über die Fernwasserversorgung Oberes Allgäu. Die Wasserversorgung Simmerberg versuchte am vergangenen Wochenende, die Bakterien ohne Chlor aus dem Wasser zu spülen. Proben ergaben im Anschluss allerdings, dass sich nach wie vor Keime im Ortsnetz befinden.

Coliforme Keime sind Bakterien, die sowohl in der Umwelt als auch in der Darmflora von Mensch und Tier vorkommen. Sie sind keine Krankheitserreger, sondern gelten als Indikatorbakterien, da sie schnell und einfach mögliche Verunreinigungen anzeigen. Sie sind kein unmittelbarer Hinweis auf eine konkrete Gesundheitsgefährdung.

Wasserversorgung Simmerberg: "Wasser uneingeschränkt nutzbar"

Die betroffenen Haushalte können ihr Wasser laut Hauber uneingeschränkt nutzen und müssen es dank des Chlors nicht abkochen. Womöglich schmecke und rieche das Trinkwasser in den kommenden Tagen leicht nach Chlor, sagt Hauber und fügt hinzu: „Wir prüfen das Wasser jetzt regelmäßig auf die Chlormenge.“ So werde gewährleistet, dass die Verbraucher während der Desinfizierung jederzeit hygienisch einwandfreies Wasser erhalten. Die Chlorzuführung, die etwa ein bis zwei Wochen andauern soll, dient als Vorsichtsmaßnahme in Absprache mit dem Gesundheitsamt.

Lesen Sie auch
##alternative##
Wasserversorgung im Westallgäu

Keime in Wasser-System entdeckt: Ist die Meckatzer-Produktion betroffen?

Das Grundwasser der Wasserversorgung Simmerberg stammt aus der Eckartsquelle unterhalb der Alpenstraße. Vor fünf Jahren waren schon einmal Keime im Trinkwasser des Ortsnetzes nachgewiesen worden. Grund war ein Schaden an einem Hochbehälter. Dieser ist inzwischen erneuert worden, erklärt Hauber, der auch Bürgermeister von Stiefenhofen ist. Er schließt die Wasserspeicher deshalb als Grund für das Keimvorkommen aus. (Weitere Nachrichten aus dem Westallgäu lesen Sie hier.)

Keime im Westallgäu gab es schon in der Vergangenheit einige Male

  • In Simmerberg wurde das Wasser zuletzt 2016 gechlort. Grund war ein beschädigter Wasserspeicher, durch den coliforme Keime ins Ortsnetz gelangt waren.
  • In Heimenkirch stellte die Wasserversorgung Heimenkirch-Opfenbach (WHO) im Jahr 2013 coliforme Keime nach starken Regenfällen fest. Negative Auswirkungen hatte die anschließende Chlorung auf die Meckatzer Löwenbräu. Sie stellte das Brauen darum eine Zeit lang ein. Zudem ist im Jahr 1999 das Wasser gechlort worden. Die Verunreinigung trat in Folge eines extremen Hochwassers auf.
  • In Scheidegg gab es Ende 2012 Probleme mit coliformen Keimen. Die Belastung war gering, vorsorglich wurde gechlort.
  • In Scheffau und Lindenau fanden sich im Sommer 2012 coliforme Keime im Wasser.
  • In Weiler-Simmerberg wurde das Trinkwasser im Jahr 2012 fast das ganze Jahr über gechlort. Grund dafür waren damals Mängel am Hochbehälter. Er ist inzwischen saniert worden.

Lesen Sie auch: