Aktuelle Corona-Lage

Landkreis Lindau meldet wieder Infektionen in Pflegeheimen

Im Landkreis Lindau gibt es wieder Corona-Fälle in Pflegeheimen.

Im Landkreis Lindau gibt es wieder Corona-Fälle in Pflegeheimen.

Bild: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

Im Landkreis Lindau gibt es wieder Corona-Fälle in Pflegeheimen.

Bild: Sven Hoppe, dpa (Symbolbild)

Zwei Bewohner haben sich trotz Impfungen infiziert. In Lindenberg und Lindau sind alle Intensivbetten belegt. Es kommt aber auch mehr Impfstoff in den Landkreis.
02.04.2021 | Stand: 11:52 Uhr

Trotz Impfungen ist es in Pflegeheimen im Landkreis Lindau zu neuen Infektionen gekommen. Betroffen sind auch zwei Senioren, die bereits geimpft waren. Das hat das Landratsamt mitgeteilt. Es gibt allerdings auch gute Nachrichten in Sachen Corona: Das Tempo bei den Impfungen wird höher. In der nächsten Woche erwartet das Landratsamt mehr als 2700 Impfdosen, das sind gut 1200 mehr als bisher wöchentlich in Lindau und im Westallgäu ankamen.

Die Zahl der positiven Corona-Tests steigt auch im Landkreis. Allerdings deutlich langsamer als in den anderen Allgäuer Kreisen. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 123,9 hat der Landkreis Lindau den klar niedrigsten Wert in der Region.

Bei den Infektionen spricht das Landratsamt von „größeren Clustern und auch vielen Einzelfällen“. Eine „große Rolle“ spielen laut Behördensprecherin Sibylle Ehreiser Unternehmen und Familien. Bei etlichen positiven Fällen kann das Gesundheitsamt die Infektionswege aber nicht nachvollziehen. Insgesamt bestimmt die britische Variante das Geschehen. 64 der 90 positiven Tests sind auf diese Mutation zurückzuführen.

Höhere Belastung für Krankenhäuser im Landkreis Lindau

Die steigende Zahl macht sich mittlerweile auch in den Krankenhäusern bemerkbar. Stand Donnerstag (1. April) mussten sechs Bürger aus dem Landkreis stationär behandelt werden, in der vergangenen Woche war es noch keiner. Laut Intensivregister waren am Freitag (2. April) alle 13 Intensivbetten in den beiden Krankenhäusern in Lindenberg und Lindau belegt, davon drei mit Covid-19-Patienten. Sie mussten nicht beatmet werden.

Betroffen sind aktuell auch zwei Kindertagesstätten und zwei Pflegeheime. Zwar sind dort die Menschen grundsätzlich alle zum zweiten Mal geimpft worden. Allerdings gilt das nicht für alle Bewohner und Mitarbeiter.

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Diese Folgen haben die hohen Inzidenzwerte für das Westallgäu

So werden beispielsweise nach Vorgabe des Robert Koch-Instituts Menschen, die Corona hatten, frühestens sechs Monate nach der Infektion geimpft. Zudem konnten laut Landratsamt weitere Bewohner aufgrund einer aktuellen Erkrankung nicht oder erst später geimpft werden, einige haben eine Impfung auch abgelehnt.

Allerdings gibt es jetzt auch einen Heimbewohner, der trotz Erst- und Zweitimpfung positiv getestet wurde. Er weist aktuell laut Landratsamt aber keine Symptome auf. Ein weiterer Heimbewohner ist zudem nach einer Erstimpfung erkrankt. In gleich gelagerten Fällen hatten die Behörden darauf verwiesen, dass es keinen absoluten Impfschutz gibt.

Impfstoff von Biontech, Moderna und AstraZeneca wird geliefert

Derweil nimmt das Tempo bei den Impfungen zu. In der kommenden Woche sind dem Landratsamt 2716 Impfdosen angekündigt – 1716 von Biontech/Pfizer, 400 von Moderna und 600 von AstraZeneca. Das sind rund 1200 mehr als in den vergangenen Wochen jeweils in den Landkreis geliefert wurden.

Die Dosen des britisch-schwedischen Herstellers sind allerdings nur noch für Personen über 60 zugelassen. Nach Angaben des Landratsamtes mussten aufgrund der veränderten Zulassung im Landkreis nur sieben Termine in den beiden Impfzentren in Lindenberg und Lindau abgesagt werden. Bekannt sind mittlerweile auch Fälle, in denen Seniorinnen oder Senioren kurzfristig Termine abgesagt haben, weil sie AstraZeneca bekommen sollten.

Wie das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers in der Zielgruppe über 70 grundsätzlich ankommt, ist aber noch unklar. „Das müssen wir abwarten“, sagt Ehreiser. Allerdings nimmt die Behörde an, das kein Impfstoff liegen bleibt. „Zum jetzigen Zeitpunkt gehen wir nicht davon aus, dass Impfdosen nicht verimpft werden können“, sagt Ehreiser.

Das scheint das aktuelle Geschehen zu bestätigen. Am Donnerstag gab es in den beiden Impfzentren des Landkreises noch 165 Dosen des britisch-schwedischen Herstellers, davon sollten am gleichen Tag noch 130 verimpft werden.

Die Corona-Zahlen im Landkreis Lindau (Stand: 2. April)

  • Fälle gesamt 2721 (90 mehr als in der Vorwoche)
  • Quarantänefälle 493 (Vorwoche 454)
  • 7-Tage-Inzidenz 123,2 (Vorwoche: 123,2)
  • Ausblick Soll der Wert unter die Marke von 100 sinken, dürfen binnen einer Woche nur noch 81 Menschen positiv getestet werden. Basis ist die Kreisbevölkerung von knapp 82.000 Menschen.

Die Corona-Fälle in den Kommunen seit Beginn der Pandemie (Stand: 2. April)

  • Lindenberg 377 (Veränderung innerhalb einer Woche: +11)
  • Lindau 952 (+39)
  • Weiler-Simmerberg 240 (+11)
  • Scheidegg 149 (+6)
  • Heimenkirch 98 (+7)
  • Bodolz 77 (+2)
  • Gestratz 49 (+0)
  • Grünenbach 48 (+0)
  • Hergatz 63 (+1)
  • Hergensweiler 76 (+0)
  • Maierhöfen 92 (+0)
  • Nonnenhorn 44 (+1)
  • Oberreute 42 (+5)
  • Opfenbach 107 (+3)
  • Röthenbach 40 (+2)
  • Sigmarszell 72 (+2)
  • Stiefenhofen 64 (+0)
  • Wasserburg 60 (+2)
  • Weißensberg 67 (+1)

Die Neuinfektionen vom 27. März bis 2. April nach Altersgruppen

  • 0 bis 14 Jahre 11 Fälle (Vorwoche: 12)
  • 15 bis 34 Jahre 23 Fälle (36)
  • 35 bis 59 Jahre 36 Fälle (45)
  • 60 bis 79 Jahre 15 Fälle (10)
  • 80 Jahre und älter 5 Fälle (0)