Polizei verhaftet gesuchte Frau in Lindau

Nach Festnahme: Straftäterin täuscht Schwächeanfall in Polizeidienststelle vor

Die Bundespolizei hat eine gesuchte Frau am Grenzübergang bei Lindau verhaftet.

Die Bundespolizei hat eine gesuchte Frau am Grenzübergang bei Lindau verhaftet.

Bild: Bundespolizei (Symbolbild)

Die Bundespolizei hat eine gesuchte Frau am Grenzübergang bei Lindau verhaftet.

Bild: Bundespolizei (Symbolbild)

Eine gesuchte Frau ist der Polizei am Grenzübergang zwischen Lindau und Hörbranz ins Netz gegangen. Sie hat insgesamt 53 Fälle auf dem Kerbholz.
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Von Allgäuer Zeitung
24.11.2022 | Stand: 15:27 Uhr

Die Bundespolizei hat am Mittwoch eine gesuchte Straftäterin am Grenzübergang zwischen Lindau und Hörbranz festgenommen. Die Frau aus Ungarn wurde laut Bundespolizei seit fast fünf Jahren per Haftbefehl wegen Eigentums- und Gewaltdelikten gesucht.

Die Beamten hielten am Mittwochmorgen ein Auto an der A96 am Grenzübergang Lindau an. Darin saß eine 27-Jährige als Mitfahrerin. Die Bundespolizei stellte nach Überprüfung ihres Ausweises fest, dass gegen sie seit Februar 2018 ein Untersuchungshaftbefehl des Amtsgerichtes Berlin-Tiergarten vorlag.

Welche Straftaten soll die gesuchte Frau begangen haben?

Die 27-Jährige soll allein im August und September 2017 sieben Eigentums- und Gewaltdelikte, zum Teil durch gemeinschaftliche Ausführung, begangen haben. Die Taten reichen von einfachen Ladendiebstähle bis hin zu nicht bezahlten Taxifahrten und Restaurantbesuchen. Die Ungarin schreckte dabei laut Polizei nicht davor zurück, Gewalt gegen die Zeugen anzuwenden.

Wie sich herausstellte, ist die Ungarin bereits mit 53 Fällen von zumeist Betrugs- und schweren Diebstahlsdelikten bei der Polizei registriert. Allein 52 Taten hatte die 27-Jährige innerhalb eines halben Jahres, zwischen Juni 2017 und Januar 2018, begangen. Der erste Fall (Geldwäsche) war im November 2015.

27-Jährige täuscht im Polizeirevier in Lindau Schwächeanfall vor

Als die Frau in der Dienststelle der Bundespolizei in Lindau war, klagte die 27-Jährige plötzlich über Herzprobleme und erlitt einen scheinbaren Schwächeanfall. Die Polizisten überprüften sofort die Vitalfunktionen der Frau und verständigten den Rettungsdienst. Nach einem kurzen Klinikaufenthalt unter Polizeibewachung gaben die Ärzte Entwarnung: Die Patientin hatte offensichtlich simuliert.

Die Behandlungskosten in Höhe von 100 Euro musste die Frau vor Ort begleichen. Eine weitere Rechnung folgt - für den grundlos ausgelösten Einsatz des Rettungswagens und die damit zusammenhängenden Polizeikosten.

Bundespolizisten führten die 27-Jährige beim Amtsgericht Lindau vor und brachten sie danach in die Justizvollzugsanstalt Memmingen.

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