Lindau

Maislabyrinth Lindau: So entstehen die Irrwege

Informationstafeln vermitteln Besuchern des Maislabyrinths Wissenswertes.

Informationstafeln vermitteln Besuchern des Maislabyrinths Wissenswertes.

Bild: Katharina Sutter

Informationstafeln vermitteln Besuchern des Maislabyrinths Wissenswertes.

Bild: Katharina Sutter

Vier Meter hoch ragen die Maisplanzen in Lindau emport. Zwischen ihnen liegen Irrwege von 1200 Meter Länge - Landwirt Roland Mayer erklärt, wie sie entstehen.

03.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Noch vor ein paar Jahren waren die 1300 Quadratmeter hinter dem Hammerhof von Roland Mayer in Lindau mit Himbeeren bepflanzt. Dann war der Boden zu ausgelaugt und Roland Mayer, Betreiber des Hammerhofs, stellte auf Mais um –zuerst nur auf Probe. Dann kam seiner Familie die Idee, im Feld ein Labyrinth anzulegen. Ganze 1200 Meter Weg schlängeln sich nun durch die hohen Pflanzen, die eindrucksvoll links und rechts neben den Besuchern aufragen.

Bereits kurz nach dem Betreten des Labyrinths verliert man die Orientierung in den verwinkelten Wegen. Hier führt ein Weg nach links, direkt danach windet sich der Pfad wieder nach rechts und endet schließlich in einer Sackgasse. Die vier Meter hohen Maiswände werfen einen Schatten auf den Boden, und nur noch der Himmel ist zu sehen. Wie ausgestorben liegen die Wege vor einem, nur ab und an, lässt sich an weit entfernten Rufen erkennen, dass sich noch andere Besucher im Labyrinth befinden.

Extra breite Wege wegen Corona

Trotzdem fühlt man sich zwischen den hohen Pflanzen nicht eingepfercht, heuer sind die Wege besonders breit gestaltet, damit die Besucher den Mindestabstand einhalten können. Die Besucher dürfen auch Hunde mitbringen, allerdings müssen diese im Labyrinth an der Leine geführt werden.

Schon lange bevor das Labyrinth im Juli öffnet, plant Mayer die Wege – zuerst anhand einer Skizze auf Schmierpapier. Dann markiert er die Wege auf dem Feld. Die jungen Triebe reißt er anschließend mit seiner Familie aus – innerhalb einer Stunde nach einem Regenschauer, damit von den Trieben keine Reste übrig bleiben, über die Besucher stolpern könnten. Abschließend streut Mayer die Wege mit Holzhackschnitzeln aus, so sind sie mit Kinderwagen befahrbar.

Besucher können das Maislabyrinth bis in den Oktober besuchen. Dann wird der Mais zu Futter verarbeitet. Die Familie verwendet eine spezielle Art der Maispflanze, die erst spät reift. So bleibt das Labyrinth schön blickdicht.

Roland Mayer hat sich zudem etwas ganz Besonderes überlegt: An 32 im Feld verteilten Informationstafeln erläutert er Besuchern Themen der Landwirtschaft. Sie können außerdem an einem Suchspiel teilnehmen, bei dem sie die Stationen im Feld ausfindig machen müssen. Wem das gelingt, der kann sich am Ende des Labyrinths eine Belohnung aussuchen.

Regen hat Maisplanzen beschädigt

Bereits zum fünften Mal gibt es das Maislabyrinth bei Lindau. Doch heuer musste einiges erneuert werden. Ein Hochwasser im Frühjahr hat Dreiviertel der Wege weggeschwemmt. Und auch jetzt ist das Labyrinth durch Starkregen beschädigt worden. Einige der Pflanzen wurden zu Boden gedrückt. Roland Mayer rechnet nicht damit, dass sie sich von selbst wieder aufrichten.

Trotzdem lässt sich das Labyrinth weiterhin besuchen. Auch wenn so mancher Besucher die Orientierung darin verliert – Roland Mayer ist das übrigens noch nie passiert.