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Mitfahrgelegenheit, Jobangebot, Vereinsfeste: Taugt eine App als "digitaler Dorfplatz" in Heimenkirch?

Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man die Symbole verschiedener Sozialer Medien und Messenger-Dienste. Im Landtagswahlkampf setzen die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt auch auf diese Kanäle, um Wähler zu erreichen. (zu dpa-lmv: «Parteien in MV greifen für Wahlkampf tief in ihre Schatullen» +++ dpa-Bildfunk +++

Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man die Symbole verschiedener Sozialer Medien und Messenger-Dienste. Im Landtagswahlkampf setzen die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt auch auf diese Kanäle, um Wähler zu erreichen. (zu dpa-lmv: «Parteien in MV greifen für Wahlkampf tief in ihre Schatullen» +++ dpa-Bildfunk +++

Bild: Fabian Sommer, dpa (Symbolbild)

Auf dem Bildschirm eines Smartphones sieht man die Symbole verschiedener Sozialer Medien und Messenger-Dienste. Im Landtagswahlkampf setzen die Parteien in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt auch auf diese Kanäle, um Wähler zu erreichen. (zu dpa-lmv: «Parteien in MV greifen für Wahlkampf tief in ihre Schatullen» +++ dpa-Bildfunk +++

Bild: Fabian Sommer, dpa (Symbolbild)

Die Gemeinde Heimenkirch will ein Angebot testen. Im Gegensatz zu Facebook entspricht es deutschen Datenschutzbestimmungen
21.10.2021 | Stand: 11:20 Uhr

Im Gasthaus, auf dem Marktplatz, vor der Kirchentür: An solchen Orten tauschten früher die Menschen die wichtigsten Informationen aus: über Entwicklungen und Neuigkeiten, Politisches, Privates. Man erfuhr, wo Hilfe benötigt wird, welcher Verein ein Fest plant, welche Diskussionen der Gemeinderat führt und wo gerade gebaut wird. In digitalen Zeiten fließen Informationen – zumal unter jungen Leuten – durch andere Kanäle.

Der Markt Heimenkirch will nun eine App als unkomplizierte, übersichtliche und nutzerfreundliche Plattform für seine Bürgerinnen und Bürger testen.

Austausch innerhalb der Gemeinde erleichtern: Die VG Argental nutzt die "Village App" bereits

Bürgermeister Markus Reichart, Patricia Schwarz und Silke Huber von der Verwaltung hatten vorab verschiedene Angebote verglichen. Sie schlugen dem Gemeinderat nun die „Village App“ vor, die seit Anfang des Jahres auch die Argentalgemeinden Maierhöfen, Röthenbach, Gestratz und Grünenbach nutzen.

Ein junges Unternehmen aus Marburg hat diese App entwickelt. Die App soll den Austausch innerhalb einer Kommune erleichtern: zwischen Gemeindeleitung und Bürgerschaft, zwischen Interessensgruppen, Verbänden, Kirchengemeinde. Die Verwaltung kann Informationen zur Verfügung stellen, Vereine ihre Veranstaltungen ankündigen, um Mitglieder oder Helfer für Aktionen werben, Familien können Mitfahrgelegenheiten anbieten und Kleinanzeigen schalten, Betriebe Jobangebote veröffentlichen.

Wichtig aus Sicht der Verwaltung: Die Village App entspricht den europäischen Datenschutzbestimmungen – im Gegensatz zu Facebook. „Die Gemeinden müssen darum bis Ende des Jahres ihre Facebook-Auftritte beenden“, informierte Patrizia Schwarz. Das betrifft auch Heimenkirch.

Heimenkirch will "Village App" im kommenden Jahr testen

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Frage an Markus Reichart: Wie funktioniert das Pendeln?

Die Nutzerinnen und Nutzer der Village App, zu Deutsch Dorf-App, können sich nur personalisiert, also mit ihrem echten Namen beteiligen. Laut einem Vertreter der Anbieterfirma, der der Gemeinderatssitzung online zugeschaltet war, gebe es darum so gut wie nie problematische Posts zu beanstanden. „Die App ist tatsächlich die digitale Alternative zum Marktplatz“, sagte er. Aus Sicht von Bürgermeister Markus Reichart könnte ein auf Eis liegendes Heimenkircher Projekt mithilfe der App neu belebt werden: das Mobilitätskonzept, das einst unter dem Namen „I-muss-nach ...-Bänkle“ nicht so recht gezündet hat.

Die Heimenkircher Gemeinderatsmitglieder stellten eine Reihe praktischer Fragen bezüglich Bedienung, Betreuungsaufwand und Inhalte. Sie sprachen auch mögliche Überschneidungen mit der Gemeinde-Homepage und dem ebenfalls geplanten digitalen Rats-Informationssystem an. Darüber, dass der gedruckte Heimenkircher Bote keinesfalls aufgegeben werden dürfe, herrschte Einigkeit.

Laut Angebot kostet die Dorf App jährlich gut 3000 Euro. Die Gemeinde hat die Möglichkeit, sie vor einem Vertragsabschluss für drei Monate kostenlos zu testen. Den Antrag von Georg Lindl, sich in der nächsten Gemeinderatssitzung über das Alternativprodukt „nebenan.de“ zu informieren, lehnte das Gremium mehrheitlich ab. Es beschloss daraufhin einstimmig, im nächsten Jahr die Testphase mit der Village App zu starten.

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