Sanierung

Pfarrkirche in Gestratz ist saniert: Bischof Meier kommt

Die Pfarrkirche St. Gallus hat unter anderem eine neue Verschindelung im Eingangsbereich und am Turm sowie eine neue Blecheindeckung erhalten.

Die Pfarrkirche St. Gallus hat unter anderem eine neue Verschindelung im Eingangsbereich und am Turm sowie eine neue Blecheindeckung erhalten.

Bild: Olaf Winkler

Die Pfarrkirche St. Gallus hat unter anderem eine neue Verschindelung im Eingangsbereich und am Turm sowie eine neue Blecheindeckung erhalten.

Bild: Olaf Winkler

Die Arbeiten an der Kirche St. Gallus in Gestratz sind abgeschlossen. Die Kostenschätzung hat gepasst, der Zeitplan nicht. Zur Eröffnung kommt der Bischof.
07.03.2021 | Stand: 06:35 Uhr

Mit einem Festgottesdienst mit Bischof Bertram Meier feiert die Pfarrgemeinde in Gestratz am 14. März (10 Uhr) den Abschluss der Sanierungsarbeiten rund um die Pfarrkirche St. Gallus. Ein Jahr haben sie gedauert – und damit deutlich länger als ursprünglich geplant. Erfreulich aus Sicht von Kirchenpfleger Alfred Deubele ist jedoch: Die Kostenberechnung hat gepasst. Es bleibt bei den zuvor kalkulierten 860.000 Euro.

Kirche St. Gallus in Gestratz bekomment neuen Boden

Der letzte Gottesdienst in der Kirche fand im März 2020 statt – damals noch ohne Corona-Beschränkungen. Seither gingen dort nur die Handwerker ein und aus. Denn neben der Behebung kleinerer statischer Mängel des Daches ging es unter anderem um den Einbau eines neuen Bodens. Der besteht nun aus Schwarzachtobler Sandstein aus Vorarlberg und gibt der Kirche ein neues und zugleich traditionelles Erscheinungsbild.

Ein neuer Sandsteinboden prägt den Innenraum, wie hier im Bereich des Taufbeckens.
Ein neuer Sandsteinboden prägt den Innenraum, wie hier im Bereich des Taufbeckens.
Bild: Olaf Winkler

Denn nun ist der Bodenbelag wieder hellgrau – wie dies ursprünglich der Fall war. In den letzten Jahrzehnten prägten hingegen rötlich-beige Fliesen die Optik. Erfolgt sind die Arbeiten in ständigem Kontakt mit der Denkmalschutzbehörde. Sie gab grünes Licht für die Reduzierung der bislang 50 Sitzreihen.

Platz zwischen den Sitzreihen und ein frisch gestrichener Innenraum erwartet die Gottesdienstbesucher.
Platz zwischen den Sitzreihen und ein frisch gestrichener Innenraum erwartet die Gottesdienstbesucher.
Bild: Olaf Winkler

Vor dem Altar ist nun ein größerer Bereich frei, was die Aufstellung von Gruppen ermöglicht. Der Innenraum der Kirche hat auch einen neuen Anstrich erhalten. Gereinigt wurden die kunsthistorisch bedeutsamen Fresken von Hans Strigel dem Älteren. Sie sind schon kurz nach dem Bau des heutigen Kirchengebäudes in den Jahren 1435 bis 1437 entstanden. „Allein deretwegen kommen viele Besucher und besichtigen die Kirche“, sagt Kirchenpfleger Alfred Deubele.

Die Fresken im Innenraum der Pfarrkirche stammen von Hans Strigel dem Älteren.
Die Fresken im Innenraum der Pfarrkirche stammen von Hans Strigel dem Älteren.
Bild: Olaf Winkler

In Gestratz wütete der Holzwurm

Bereits zu Beginn erfolgte eine Begasung der Kirche, da der Holzwurm an vielen Stellen aktiv war. In der Folge sind im Dach auch einzelne Balken teilweise ersetzt worden. Davon sehen die Gottesdienstbesucher nichts. Umso deutlicher sichtbar ist die neue Schindelfassade und Blecheindeckung des Turms. Monatelang war die Kirche dafür eingerüstet. Unerwartete Überraschungen blieben während der Sanierungsphase aus. Die größte Herausforderung aus Sicht des Kirchenpflegers war es, Angebote für alle Gewerke zu bekommen. Wie voll die Auftragsbücher der Handwerker sind, zeigte sich aber auch während der Arbeiten. Nicht immer lief alles fristgerecht ab. Und schon bald war klar: Der ursprünglich gesetzte Termin für die Fertigstellung Ende November war nicht zu halten. „Dabei hat Corona keine Rolle gespielt“, sagt Deubele. Es war schlicht die Tatsache, dass mancher Handwerker nicht rechtzeitig erschien, was wiederum die Folge hatte, dass darauf aufbauende Arbeiten sich ebenfalls verzögerten.

Lesen Sie auch
##alternative##
Bischof Bertram Meier zu Besuch in Fischen

„Die Welt zu Gast in Fischen“ - Renovierung und gleich zwei Jubiläen wurden in Fischen gefeiert

Umso größer ist jetzt die Freude in der Pfarrgemeinde, dass nur noch kleine Restarbeiten erfolgen müssen und der Heiligen Messe mit Bischof Bertram Meier nichts mehr im Wege steht. Feiern müssen die Gläubigen sie allerdings unter den geltenden Corona-Auflagen mit viel Abstand und mit Maske.

Der Entstehung der Kirche liegt eine Legende zugrunde

  • 1275 wird die Kirche in Gestratz das erste Mal schriftlich erwähnt – und zwar im Liber decimationis der Diözese Konstanz. Die Kirche gehörte damals nach Angaben der Gemeinde den Grafen von Montfort, die den Besitz von den Grafen von Bregenz übernommen hatten. Diese Bregenzer Grafen waren möglicherweise die Gründer der Kirche, die wohl von Anfang an dem heiligen Gallus geweiht war.
  • Um den Ursprung der Kirche rankt sich eine Legende. Es wird erzählt, dass die Gestratzer ihr Gotteshaus ursprünglich auf der Anhöhe Schweineburg errichten wollten. Doch unsichtbare Hände trugen die Kirche nachts immer wieder ins Tal. Die Gemeinde wertete dies als Wille Gottes und errichtete die Kirche im Dorf.
  • 1435 ist die Kirche aufgrund ihres hohen Alters eingestürzt. Sie wurde daraufhin neu errichtet.
  • Kurz nach dem Neubau wurde das Gotteshaus mit Fresken bemalt. Nachdem diese längere Zeit übermalt waren, kamen sie anlässlich einer Kirchenrenovierung 1934 wieder zum Vorschein. Der spätgotische Bildzyklus stellt das Marienleben und das Leben Jesu dar.