Lindau/Bregenz/Rorschach

Prozession versteht sich als „Zeichen für den Frieden“

Fatimaschiffsprozession Vorbericht Fotos Mail 1

Fatimaschiffsprozession Vorbericht Fotos Mail 1

Bild: Susi Donner

Fatimaschiffsprozession Vorbericht Fotos Mail 1

Bild: Susi Donner

Am Feiertag Mariä Himmelfahrt, Donnerstag, 15. August, pilgern aus ganz Europa Gläubige an den Bodensee, um an der 38. Fatima-Schiffsprozession teilzunehmen. Seit 1981 feiert die katholische Kirche im Dreiländereck Deutschland, Österreich und der Schweiz damit ein großes Fest mit Gebeten, Musik und bischöflichem Segen für ein christliches, friedliches und vereintes Europa.

Von von Susi Donner
11.08.2019 | Stand: 14:39 Uhr

Die Tradition der Schiffsprozessionen auf dem Bodensee reicht bis ins Jahr 1970 zurück. Wallfahrten haben üblicherweise Gnadenorte zum Ziel. Damit aus dem Bodensee ein solcher wurde, half der aus Norditalien stammende und in Bludenz lebende Tischler Ferdinand Andreatta etwas nach. Er versenkte eine kleine Fatima-Statue in den Fluten. Zum Schutz für das Dreiländereck – das soll die gleiche Bedeutung haben wie die Kreuze auf den Berggipfeln.

Andreatta (2002 gestorben) war ein glühender Marienverehrer. 1979 initiierte er die erste kleine Schiffsprozession zur Fatimastatue und hob so die Schiffsprozession aus der Taufe. Seit 1981 gehört sie fest zum Erscheinungsbild der katholischen Kirche im Dreiländereck. Die Prozessionen wurden im Lauf der Jahre immer größer – bis zu 4500 Pilger auf sechs Schiffen waren es in manchen Jahren schon. In letzter Zeit hat sich die Pilgerzahl auf über 3000 auf fünf Schiffen eingependelt. Die Fatima-Schiffsprozession ist eine der größten kirchlichen Veranstaltungen des Jahres und sie trägt das Bild eines vereinten Europas voran.

Zum sechsten Mal gibt es ein Schiff nur für Jugendliche, das an der Schiffsprozession teilnimmt. Pater Johann Fenninger aus dem Bregenzer Kloster Thalbach und die Projektlobpreisband begleiten sie. Wobei der Begriff „Jugendliche“ großzügig ausgelegt wird: Zwischen 13 und 35 Jahren dürfen die Pilger auf dem Jugendschiff sein. Um 20 Uhr fahren die Schiffe der Weißen Flotte mit mehreren Tausend Pilgern auf den abendlichen See hinaus: ab Bregenz das Sakramentsschiff und die „MS Austria“ sowie das Jugendschiff „MS Alpenstadt Bludenz“; ab Rorschach die „MS St. Gallen“ und ab dem Lindauer Hafen die „MS Vorarlberg“. Das Schiff aus Lindau wird von Pfarrer Georg Alois Oblinger (Rektor der Gebetsstätte Marienfried) geleitet, der bis vergangenes Jahr Stadtpfarrer in Lindau war.

Auf jedem der Schiffe spielt eine Musikkapelle. Während der feierlichen Fahrt in den Sonnenuntergang beten und singen die Pilger. Bei Einbruch der Dunkelheit versammeln sich die Schiffe mitten auf dem Bodensee, auf der von Andreatta gedachten Linie, an der sich die drei Länder begegnen, zu einem Stern und setzen mit dieser symbolischen Grenzüberschreitung ein Zeichen für ein vereintes Europa.

Ehrengast der diesjährigen Schiffswallfahrt ist Weihbischof Anton Losinger aus dem Bistum Augsburg. Er hält um 16 Uhr zudem das Pontifikalamt in der Gebetsstätte in Wigratzbad.

Lesen Sie auch
Auf dem Bodensee-Schiff MS "Vorarlberg" in Bregenz führt das österreichische Bundesheer Corona-Schnelltests durch.
Schwimmende Teststation in Bregenz

In Vorarlberg gibt's jetzt Schnell-Tests auf einem Bodensee-Schiff

Als einer der Höhepunkte der Schiffsprozession auf dem Bodensee beten die mitfahrenden Geistlichen ein Weihegebet von Papst Franziskus an das unbefleckte Herz Mariens, und Weihbischof Anton spricht den eucharistischen Segen für die Länder Europas um sie dem Schutz des Himmels anzuempfehlen. Alle Pilger sind eingeladen, diese Weihe des Kontinents mitzuerleben.

Krönender Abschluss ist in jedem Jahr ein festliches Feuerwerk, bevor die Schiffe in ihre Häfen zurückkehren. Veranstaltet wird die Schiffsprozession heute von der Gebetsstätte Wigratzbad und ihrem Direktor Nikolaus Maier. In der dortigen Sühnekirche finden den ganzen Feiertag über Messen und Rosenkranzgebete statt.

Information: