Scheidegg

Scheidegger Winterwelten gegen die Corona-Tristesse

Friederike Grau und Frank Seidel von der Wirtschaftsförderung hatten die Idee für die Winterwelten. Bei sich haben sie einen Teil des Dekomaterials, das die Gemeinde nutzen wird. Der Engel ist für das „Himmlische Postamt“ bestimmt.

Friederike Grau und Frank Seidel von der Wirtschaftsförderung hatten die Idee für die Winterwelten. Bei sich haben sie einen Teil des Dekomaterials, das die Gemeinde nutzen wird. Der Engel ist für das „Himmlische Postamt“ bestimmt.

Bild: Peter Mittermeier

Friederike Grau und Frank Seidel von der Wirtschaftsförderung hatten die Idee für die Winterwelten. Bei sich haben sie einen Teil des Dekomaterials, das die Gemeinde nutzen wird. Der Engel ist für das „Himmlische Postamt“ bestimmt.

Bild: Peter Mittermeier

Die Marktgemeinde Scheidegg gestaltet in der Weihnachtszeit vier Plätze und richtet zwei Weihnachtspostämter für Kinder ein. Wie sich Bürger beteiligen können.
15.11.2020 | Stand: 12:15 Uhr

Glänzende Lichter, ein Glühwein mit Freunden, Ausflüge zu Weihnachtsmärkten: So sieht bei vielen Menschen normalerweise die Vorweihnachtszeit aus. Heuer droht dagegen Corona-Tristesse. Dagegen will Scheidegg etwas tun. Vom ersten Adventswochenende bis Mitte Februar gibt es die Winterwelten – kleine Orte, mit besonderem Mobiliar und Beleuchtung. Dabei setzt der Markt auch auf die Hilfe der Bürger. Sie sollen ihre Häuser heuer besonders schön schmücken. „Wenn viele zusammen helfen, kann etwas Gutes entstehen“, ist Roland Schlechta sicher. Der Bauamtsleiter engagiert sich wie andere Mitarbeiter der Verwaltung ehrenamtlich, sprich in seiner Freizeit.

Corona stellt die Wirtschaft und die ganze Gesellschaft vor Herausforderungen. Kapitulieren wollten die Beschäftigten im Rathaus nicht. „Es geht trotz Corona was, wenn man zusammenhält“, ist Frank Seidel Leiter der Scheidegger Wirtschaftsförderung überzeugt. Das ist der gedankliche Ausgangspunkt für die Winterwelten. Die Idee: Menschen sollen einen Spaziergang durch einen weihnachtlich geschmückten Ort unternehmen können und - falls möglich - Handel und Gastronomie vor Ort besuchen.

Glitzernde Lichterwelt im Kneipp-Kurpark

Vier Plätze will die Gemeinde weihnachtlich-winterlich gestalten. So wird sich der Kneipp-Kurpark in eine glitzernde Lichterwelt verwandeln und vor dem Rathaus ein winterlicher Wünschewald entstehen, samt „himmlischem Postamt“. Kinder können dort Briefe abgeben und werden eine Antwort von den Mitarbeiterinnen der Tourist-Info bekommen. Rund um die Kirche wird eine Krippenausstellung in Ständen des Verkehrsvereins zu sehen sein. Und am Kurhausweiher ist eine märchenhafte Eiswelt geplant. Beteiligen wird sich auch Scheffau. Dort entsteht ein Weihnachtsdorf – ebenfalls mit himmlischem Postamt.

Bürger sollen ihre Häuser schmücken - vor allem in Zentrum

Damit der ganze Ort ein schönes Bild abgibt, ruft der Markt alle Bürger auf, ihre Häuser zu schmücken, vor allem im Zentrum. Gedacht ist an eine traditionelle Gestaltung, die zum Ort passt – also eher Reisig und Holz als grell-bunte LED-Ketten. „Auch mit einfachen Mitteln lässt sich viel erreichen“, ist sich Schlechta sicher. Die Gemeinde selber nutzt beispielsweise alte Schlitten und Holzsterne als Dekoration. Mit ins Boot holt die Gemeinde den örtlichen Handel und die Gastronomie. Für beide ist die Lage nach Ganz- und Teil-Lockdown schwierig bis sehr schwierig. Ab einem Einkauf von zehn Euro soll es in den Geschäften Gutscheine geben, die Kunden in den Gaststätten einlösen können, wenn sie wieder geöffnet haben. Was es gibt, entscheidet der jeweilige Gastronom.

Vielleicht gibt es auch Lesungen, Skulpturen und kleinere Konzerte

Was ansonsten alles geboten wird, wollen die Beteiligten kurzfristig entscheiden. Seidel und seine Kollegin Friederike Grau können sich viele Dinge vorstellen: Märchenlesungen für Kinder, Skulpturen von Eiskünstlern am Theatron oder kleinere Konzerte. Was alles geht wird, lässt sich derzeit aber nicht abschätzen. „Wir sind abhängig davon, wie sich die Infektionszahlen entwickeln und wie die Bestimmungen dann sein werden“, sagt Seidel. Verzichten müssen die Besucher auf Glühwein, Punsch oder die Bratwurst. „Wir wollen Menschenansammlungen vermeiden und halten uns natürlich an Corona-Vorgaben“, sagt Seidel.