Laufen im Westallgäu

SV Maierhöfen-Grünenbach fällt Entscheidung zum Eistobellauf

Mächtig was los: Das war der Start beim Eistobellauf 2019 des SV Maierhöfen-Grünenbach.

Mächtig was los: Das war der Start beim Eistobellauf 2019 des SV Maierhöfen-Grünenbach.

Bild: Maximilian Rist

Mächtig was los: Das war der Start beim Eistobellauf 2019 des SV Maierhöfen-Grünenbach.

Bild: Maximilian Rist

Die Corona-Pandemie setzt dem SV Maierhöfen-Grünenbach zu. Wie es mit beliebten Lauf durch das Eistobel weitergeht und welche wegweisende Änderung es geben könnte.
20.06.2021 | Stand: 07:23 Uhr

Der Eistobellauf ist einer der schönsten und beliebtesten Läufe in der Region. Er findet in diesem Jahr allerdings wieder nicht statt. „Er fällt definitiv aus“, bestätigt Vorsitzender Roland Ballerstedt vom SV Maierhöfen-Grünenbach und sagt auf Nachfrage unserer Redaktion: „Für uns kommt keine andere Option in Betracht.“

Andernorts haben sich die Veranstalter wegen der Corona-Pandemie andere Konzepte überlegt. In Kempten beispielsweise gab es eine ganze Laufsportwoche, um die Sportler räumlich zu entzerren. In Wangen findet der Altstadtlauf in digitaler Form statt. Von Freitagmittag bis Sonntagnacht haben die Sportler 60 Stunden lang Zeit, beliebig viele Kilometer zu laufen und das per GPS erfasste Ergebnis über eine App hochzuladen.

Anderes Format für SV Maierhöfen-Grünenbach kein Thema

Ein anderes Format ist für die Ski-Abteilung des SV Maierhöfen-Grünenbach aber kein Thema. Der Aufwand ist schlicht zu groß. „Dafür sind wir zu wenig Leute“, sagt Ballerstedt. Zudem wäre die Zeit auch zu knapp, etwas ganz Neues aus dem Boden zu stampfen. Der Eistobellauf wäre normalerweise Ende Juli – und die Vorbereitungen würden eigentlich schon seit Mai laufen. Nicht zuletzt erschwert auch die Corona-Lage eine verlässliche Planung. „Zuletzt war alles wieder unsicher“, sagt Ballerstedt mit Blick auf die vorübergehend sogar auf knapp 75 gestiegene Inzidenz im Landkreis.

Der Eistobellauf fand erstmals 2002 statt – und zuletzt 2019. Wegen der Pandemie fiel er bereits im Vorjahr aus. Nun wieder. Normalerweise kommen bis zu 300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Während der Nachwuchs auf verkürzten Strecken rund um das Ibergzentrum in Maierhöfen um Bestzeiten wetteifert, führt der Hauptlauf über 10,6 Kilometer und hat knackige 165 Höhenmeter – inklusive einem fiesen Anstieg vor dem Schlussdrittel. Den hat sogar schon Weltcup-Langläufer Friedrich Moch vom WSV Isny als Teilnehmer bezwungen.

Wie geht es mit dem Eistobellauf weiter? Ballerstedt hat schon von Laufveranstaltungen gehört, denen nach zwei Jahren Corona-Pause das Aus droht. Weil Helfer abspringen, weil Sponsoren fehlen, weil Sportler sich lieber etwas anderes suchen. Der SV Maierhöfen-Grünenbach hofft, dass seine Veranstaltung am Leben bleibt. Nicht zuletzt, weil die Verkaufserlöse eine wichtige Einnahmequelle für den rund 1100 Mitglieder zählenden Sportverein sind. Damit finanziert sich ein Großteil des Wintertrainings.

Eistobellauf: Ganz neue Strecke denkbar

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Möglicherweise steht dem Lauf aber eine entscheidende Änderung ins Haus. Ballerstedt kann sich vorstellen, ihn aus dem Eistobel herauszuholen und eine neue Strecke zu suchen. Denn er führt zu gut einem Drittel durch das Naturschutzgebiet – und das ohne extra Sperrung. Sprich: Wenn die Sportler laufen, sind auf den schmalen Pfaden auch die Touristen unterwegs. Jährlich kommen mehr als 70.000 Besucher. Tendenz steigend. „Es wird immer schwieriger“, sagt Ballerstedt.

Um den Touristen zu entgehen, könnte sich der frühere Weltklasse-Duathlet deshalb eine neue Route vorstellen: vom Ibergzentrum wie gewohnt nach Riedholz, dann aber über die Bergstation am Iberg und die Kugel zum Feriendorf und wieder zurück. „Aber das ist nur eine Vision von mir“, sagt Ballerstedt.

Zunächst einmal gehe es darum, nach der Corona-Pandemie das Vereinsleben wieder in Schwung zu bringen. Was ihn positiv stimmt: Die neue Mountainbike-Gruppe erfreut sich großer Beliebtheit.