Sportverein wird 100

TSV Heimenkirch feiert Jubiläum: Bunte Zeitreise durch 100 Jahre Sportgeschichte

Festabend

Daumen hoch für den TSV Heimenkirch: (von links) Moderator Tobias Schädler, stellvertretende Landrätin Sonja Müller und Vorsitzender Hans Ellinger.

Bild: Angela Feßler

Daumen hoch für den TSV Heimenkirch: (von links) Moderator Tobias Schädler, stellvertretende Landrätin Sonja Müller und Vorsitzender Hans Ellinger.

Bild: Angela Feßler

Der TSV Heimenkirch feiert mit einem unterhaltsamen Festakt voller Anekdoten – von Purzelbäumen in Pfarrers Stadel bis hin zu Magdalena Neuner. Was sich Vorsitzender Hans Ellinger wünscht.
08.10.2021 | Stand: 11:46 Uhr

„Wir hatten uns vorgenommen, passend zum Jubiläum 100 Seiten zu füllen. Das haben wir leider nicht geschafft – es wurden 150 Seiten“, sagte Hans Ellinger. Mit diesem Worten machte der Vorsitzende des TSV Heimenkirch zu Beginn des Festabends deutlich: In der Geschichte des Turn- und Sportvereins ist viel passiert.

Ellingers Dank galt allen Menschen, die im Laufe der letzten 100 Jahre durch ihre Unterstützung und ihren Einsatz dazu beigetragen haben, dass der Verein stetig gewachsen ist und so erfolgreich wurde. Einen Wunsch äußerten er und Mitorganisator Tobias Schädler noch: Zum 100. Geburtstag wollen sie 100 Sportabzeichen abnehmen.

„Leider ist es nicht möglich, alles zu zeigen, was im TSV angeboten wird, aber ein paar Videos sollen wiedergeben, was im Verein los ist“, erklärte Schädler. Die fröhlichen Clips über eine Grill-Pool-Challenge, das Training der Bike- und Ski-Abteilung, der jungen Leichtathleten oder ein Ferienlager wurden mit viel Beifall belohnt.

Geburtstagsfeier mit Fotobox und vielen Zeitungsberichten

Überhaupt war die Feier zum 100. Geburtstag des TSV Heimenkirch einfach spitze. Geschäftsstellenleiterin Verena Rausch, Birgit Günther und Tobias Schädler haben den Gästen mit einem jungen Helferteam trotz Corona-Vorschriften und anderen widrigen Umständen einen unvergesslichen Abend beschert. Das begann schon mit der ansprechenden Dekoration. Viel bestaunt wurden die Berichte und Bilder an der Historienwand. Zeitungsausschnitte und Fotos riefen viele Erinnerungen wach. An der Fotobox konnten aktuelle Bilder geknipst werden. Für Stimmung sorgte die Bigband des Gymnasiums unter Leitung von Matthias Ströse.

Herausragende Sportlerinnen und Sportler aus der Vereinsgeschichte wurden von Tobias Schädler und Angela Feßler interviewt. Skifahrer Felix Lindenmayer, der zur Zeit im Trainingscamp in Saas Fee weilt, wurde per Video befragt. Aktuell kämpft er in der zweiten Liga des Europacups um Punkte. Er weiß, woran er arbeiten muss, um sein großes Ziel, im Weltcup zu fahren, erreichen zu können.

Hans Zacherl war Zweiter beim Deutschen Turnfest 1958

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Der größte Erfolg von Hans Zacherl, in den 50er-Jahren der Vorzeigeturner des Vereins, war beim Deutschen Turnfest 1958. Bei 250 Teilnehmern im Zehnkampf der Kunstturnklasse wurde er mit nur 3,75 Punkten hinter dem Deutschen Meister und Olympia-Teilnehmer Adalbert Dickhut Zweiter.

1974 hat die Skiabteilung erstmals am Deutschen Wintervierkampf teilgenommen. „Wir waren zwar spitze in Ski alpin und Langlauf, aber bei Volleyball und Schwimmen hat es ziemlich gehapert“, erinnerte sich Franz Laustetter. Deshalb wurde eine Volleyballabteilung gegründet.

Langläuferin Kathrin Huber wurde bei einer Bayerischen Meisterschaft einmal „nur“ Zweite, was sie geärgert hat. „Aber die Siegerin war damals Magdalena Neuner. Nachdem ich ihre Karriere inzwischen kenne, bin ich heute trotzdem stolz.“

Verena Rausch, viele Jahre aktiv im alpinen Skisport, ist 1999 auf Nordic Blading umgestiegen. In dieser Disziplin wurde sie 2004 Deutsche Meisterin. Inzwischen ist sie im TSV als Leiterin der Geschäftsstelle eine große Stütze.

Leichtathlet Gregor Einsle war viermal Schwäbischer Meister und viermal Allgäuer Meister im Crosslauf. Bei der Bayerischen Einzelmeisterschaft kam er auf den dritten Platz. Für ihn ist es selbstverständlich, sein Wissen und seine Erfahrungen jetzt als Trainer an den Nachwuchs weiterzugeben.

Größter Erfolg der Fußballer war 2017 der Aufstieg in die Landesliga. Das Double aus Pokalsieg und Meisterschaft beschreibt Abteilungsleiter Axel Wagner als einzigartiges Erlebnis und unvergesslich. Spieler Niklas Kirchmann stellte dazu fest, dass dieser Erfolg eine Leistung des ganzen Teams war.

Rita Kretz ist Mitglied beim TSV Heimenkirch seit 1934

Ein Highlight des Jubiläumsabends waren auch die Gespräche mit den drei langjährigen Wegbegleitern. Rita Kretz, geborene Haustein, hat die Zuhörer mit ihren Erzählungen vom Verein in den 1930er-Jahren begeistert. Von der leisen Angst, in Pfarrers Stadel auf dem Dach des im Untergeschoss stehenden Leichenwagens zu landen, von der Skiausrüstung der damaligen Zeit und dem Appell an die Jungen: „Bleibt dem Sport treu.“ Sie trat dem Verein 1934 bei und ist heute 96 Jahre alt.

Franz Laustetter ist seit 1946 im Verein. Er war sieben Jahre Vorsitzender der Skiabteilung und elf Jahre Vorsitzender des Gesamtvereins. Seit 1990 ist er Ehrenmitglied. Er freut sich über die Vielfältigkeit und die Entwicklung im Verein. Die ersten Purzelbäume hat er in Pfarrers Stadel gemacht und als Zehnjähriger Dachplatten für den Bau der heutigen Alte Turnhalle weitergereicht. Er findet es toll, wie sich der TSV Heimenkirchentwickelt hat.

Werner Epple ist seit 1950 Mitglied im Turnverein und hat, wie Hans Zacherl, in der Kunstturnriege Oberschwabens geturnt. Er erzählte von den Fahrten zu Wettkämpfen, unter anderem in die Schweiz, was nach dem Krieg etwas Besonderes war, aber auch von den nachturnerischen Ereignissen, die oft feuchtfröhlich waren.