Leben im Alter

Umfrage ausgewertet: Was sich Senioren in Lindenberg wünschen

In Lindenberg herrscht vor allem in der Hauptstraße viel Verkehr. Auch für die Senioren ist das ein großes Thema.

In Lindenberg herrscht vor allem in der Hauptstraße viel Verkehr. Auch für die Senioren ist das ein großes Thema.

Bild: Caroline Mittermeier

In Lindenberg herrscht vor allem in der Hauptstraße viel Verkehr. Auch für die Senioren ist das ein großes Thema.

Bild: Caroline Mittermeier

Die Stadt Lindenberg hat mehr als 2500 Fragebögen an alle Bürger über 65 geschickt. Die Resonanz war riesig. Die eigentliche Arbeit fängt aber jetzt erst an.
04.04.2021 | Stand: 14:10 Uhr

Die Lindenberger Senioren sind mit den Bedingungen in ihrer Stadt weitgehend zufrieden. Es gibt freilich auch etliche Wünsche: Zebrastreifen, Ruhebänkchen und weniger Kopfsteinpflaster gehören dazu. Das ist das Ergebnis der „Bürgerbefragung 65 plus“, die Lucia Giray vom Seniorennetz im Stadtrat vorstellte. „Es gibt eine gewisse Grundzufriedenheit“, fasste Bürgermeister Eric Ballerstedt die Ergebnisse zusammen.

Die Stadt hatte allen Bürgern ab 65 Jahren einen Fragebogen geschickt – insgesamt 2550 Frauen und Männer. 1143 haben geantwortet, eine Rücklaufquote von 46 Prozent. Als „sensationell“ beurteilte Ballerstedt das. Die Senioren sollten Fragen zu fünf Themenbereichen beantworten: Mobilität, Begegnung, Wohnen, Unterstützung und Beratung/Information. Gedacht ist die Umfrage als Bestandsaufnahme. Die Ergebnisse sollen in die Planungen der Stadt einfließen.

Möglichkeiten, selber etwas zu tun, hat die Stadt beispielsweise bei der Frage, wie der Stadt- und Straßenraum gestaltet wird. Und da sehen die Seniorinnen und Senioren durchaus an einigen Stellen Handlungsbedarf, wie die Umfrage ergeben hat. Beispielsweise wünschen sie sich mehr Sitzgelegenheiten, um eine Pause einzulegen. Das gilt grundsätzlich überall. Ganz oben auf der Wunschliste stehen aber die Hauptstraße von der Ober- bis zur Unterstadt, der Weg zum Bergfriedhof, der Radweg von Goßholz zum Zentrum und das Waldseegebiet, wie Giray schilderte.

Senioren wollen Querungshilfen in der Hauptstraße

Schwierigkeiten haben Senioren häufig beim Überqueren von Straßen. Auch diesbezüglich gibt es einige Problemstellen in Lindenberg. In der Umfrage genannt werden gehäuft der Bereich zwischen der Bäckerei Holderied, Blatt & Blüte und Textilwaren Willi Gail – also die obere Hauptstraße.

Und: Seniorinnen und Senioren haben offenbar auch im Bereich der unteren Hauptstraße Probleme, die Fahrbahn zu queren. Das gilt für den Abschnitt zwischen der Bäckerei Schwarz und dem Reformhaus Stibi. Mehrfach genannt werden in der Umfrage zudem die Stellen am dm-Markt und an der Einmündung der Au- in die Hauptstraße. „Senioren sind oft überfordert, wenn von links ein Radler kommt“, sprach Giray zudem die bestehende Verkehrsregelung an. Sie erlaubt es Radlern, auch entgegen der Einbahnrichtung zu fahren.

Lesen Sie auch
Die Zahl der Fahrradunfälle im Westallgäu ist auf ein Rekordhoch gestiegen.
Verkehrsstatistik

Polizei: Mehr als ein Fahrradunfall pro Woche im Westallgäu

Nicht überraschend sind die Ergebnisse der Umfrage zum Thema Barrieren: Am häufigsten genannt haben die Seniorinnen und Senioren das Kopfsteinpflaster, das vielen das Gehen erschwert. Schwierigkeiten haben viele zudem mit den Gehsteigen und in der Stadtbücherei, die keinen barrierefreien Zugang hat.

Senioren sind in Lindenberg vor allem zu Fuß unterwegs

Der Straßenraum ist für die älteren Bürger in Lindenberg vor allem deshalb wichtig, weil laut der Umfrage die meisten zu Fuß unterwegs sind, um Geschäfte, Ärzte oder Banken zu erreichen, dicht gefolgt vom eigenen Auto. Das würden die meisten Senioren nur stehen lassen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr fahren dürften (795 Nennungen). Immerhin 295 Seniorinnen und Senioren würden den Pkw aber auch stehen lassen, wenn es einen Stadtbus mit regelmäßigem Takt und wohnungsnahem Zustieg gäbe. Das Rad spielt dagegen eine geringere Rolle, der ÖPNV praktisch gar keine. Und das Taxi nehmen die älteren Mitbürger vor allem, um ins Krankenhaus zu kommen, oder zum Arzt zu fahren.

Klar ist, dass zumindest viele Stadträte jetzt auch entsprechende Maßnahmen erwarten. „Eigentlich fängt die Arbeit jetzt erst an“, formulierte CSU-Fraktionssprecher Ludwig Gehring den Anspruch. Die Stadt dürfe das nicht auf den „Sankt-Nimmerleins-Tag schieben“.

Das sieht Lucia Giray ebenso. Aus ihrer Sicht ist es wichtig, kleinere Maßnahmen möglichst bald umzusetzen. Das, so Giray, „wäre ein Zeichen für die Teilnehmer, dass sie ernst genommen werden“.