Neue Corona-Zahlen

Wegen Corona: Kindergärten im Landkreis Lindau bleiben bis Ostern zu

Die Kindergärten im Landkreis Lindau müssen wegen der hohen Corona-Zahlen in der Woche vor Ostern schließen.

Die Kindergärten im Landkreis Lindau müssen wegen der hohen Corona-Zahlen in der Woche vor Ostern schließen.

Bild: Monika Skolimowska, dpa (Symbolbild)

Die Kindergärten im Landkreis Lindau müssen wegen der hohen Corona-Zahlen in der Woche vor Ostern schließen.

Bild: Monika Skolimowska, dpa (Symbolbild)

Am entscheidenden Tag der Woche bleibt die Sieben-Tage-Inzidenz über 100. Woher die steigenden Zahlen im Landkreis rühren und wie es mit den Impfungen weitergeht.
26.03.2021 | Stand: 17:23 Uhr

Die Kindertagesstätten im Landkreis Lindau bleiben nächste Woche, der Woche vor Ostern, zu. Grund ist die hohe Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag: Sie lag mit 123,2 über der Marke von 100 (Stand: 26. März).

Der Freitag ist der entscheidende Tag für Schulen und Kindertagesstätten. Liegt der Coronawert an diesem Tag über 100, fallen Präsenzunterricht und Betreuung in der folgenden Woche aus.

Für Schulen hat das diesmal keine Auswirkungen. Am Montag (29. März) beginnen die Osterferien in Bayern. Dagegen wird es in Kindertagesstätten, -pflegeeinrichtungen und organisierten Spielgruppen nur eine Notbetreuung geben. Heißt: Es werden nur die Kinder aufgenommen, deren Eltern eine Betreuung nicht anderweitig sicherstellen können.

Anders als in anderen Regionen sind Schulen und Kindertagesstätten im Landkreis Lindau allerdings nicht die Haupt-Infektionstreiber. Betroffen sind nur jeweils eine Schule und ein Kindergarten, dazu zwei Einrichtungen für Jugendliche.

Dagegen kommt es laut Landratsamt vermehrt in Unternehmen und in Familien zu Infektionen. Zudem spricht die Behörde auf Nachfrage von vielen Einzelfällen.

Britische Mutation breitet sich im Landkreis Lindau aus

Dabei wird das Infektionsgeschehen von der britischen Virusmutation bestimmt: Von insgesamt 103 positiven Tests in dieser Woche sind 61 auf diese Virusvariante zurückzuführen.

Nach wie vor um Geduld bitten muss das Landratsamt alle Bürger in Sachen Impfungen. Drei Monate nach deren Start im Landkreis geht es weiter nur langsam voran. „Derzeit stehen uns leider nicht genügend Impfdosen zur Verfügung“, heißt es – wie seit Wochen – seitens der Behörde.

Deshalb sind auch nach wie vor nicht alle Bürger, die in Priorität 1 eingeordnet sind, geimpft. Das hat allerdings auch noch andere Gründe: Nach Angaben der Behörde melden sich immer noch täglich Bürger über 80 Jahre, die einen Termin wollen. Zudem wollen einige Menschen aus dieser Altersgruppe sich lieber bei ihrem Hausarzt impfen lassen.

Impfstoff von Astrazeneca wird vereinzelt abgelehnt

Nicht höher wird das Impftempo in der kommenden Woche sein. Da sind dem Landratsamt 1450 Dosen angekündigt – 1150 von Biontech/Pfizer, 100 von Moderna und 200 von AstraZeneca. Während der Stoff des britisch-schwedischen Herstellers an vielen Orten liegen bleibt, ist das im Landkreis nicht in größerem Umfang der Fall. Er werde bei Impfungen aber vereinzelt abgelehnt, sagt das Landratsamt auf Nachfrage. Zudem gebe es auch Absagen ohne Angabe von Gründen. „Für eine verlässliche Aussage müssten wir eine größere Fallmenge haben“, sagt Sprecherin Sibylle Ehreiser. Fakt sei aber: „Bei uns bleibt keine Impfstoffdosis übrig, auch nicht vom Hersteller AstraZeneca.“

Insgesamt haben 4439 Bürger zwei Impfungen bekommen, das sind 5,5 Prozent der Kreisbevölkerung. Erstimpfungen hat es insgesamt 9601 gegeben – das entspricht 11,7 Prozent. Mit beiden Werten liegt der Landkreis allgäuweit an der Spitze und weit über dem Bundesdurchschnitt (Stand: 26. März).

Stark genutzt wird weiter die Teststation in Bösenreutin. Insgesamt wurden dort bislang 45.186 PCR-Tests durchgeführt. Möglich ist das ohne Anmeldung.

Am Samstag, 27. März, startet dort auch ein Probebetrieb mit Antigen-Schnelltests. Dafür ist allerdings eine Anmeldung nötig.

Die Corona-Zahlen im Landkreis Lindau (Stand: 26. März)

  • Fälle gesamt 2631 (103 mehr als in der Vorwoche)
  • Quarantänefälle 454 (Vorwoche 438)
  • 7-Tage-Inzidenz 123,2 (Vorwoche: 93,9).
  • Ausblick Soll der Wert unter die Marke von 100 sinken, dürfen binnen einer Woche nur noch 81 Menschen positiv getestet werden. Basis ist die Kreisbevölkerung von knapp 82.000 Menschen

Die Corona-Fälle in den Kommunen (Stand: 26. März)

  • Lindenberg 366 (Veränderung innerhalb einer Woche: +17)
  • Lindau 913 (+45)
  • Weiler-Simmerberg 229 (+4)
  • Scheidegg 143 (+6)
  • Heimenkirch 98 (+7)
  • Bodolz 75 (+4)
  • Gestratz 49 (+0)
  • Grünenbach 48 (+2)
  • Hergatz 62 (+1)
  • Hergensweiler 76 (+3)
  • Maierhöfen 92 (+1)
  • Nonnenhorn 43 (+0)
  • Oberreute 37 (+2)
  • Opfenbach 104 (+3)
  • Röthenbach 38 (+0)
  • Sigmarszell 70 (+3)
  • Stiefenhofen 64 (+0)
  • Wasserburg 58 (+1)
  • Weißensberg 66 (+4)

Die Neuinfektionen vom 19. bis 26. März nach Altersgruppen

  • 0 bis 14 Jahre 12 Fälle
  • 15 bis 34 Jahre 36 Fälle
  • 35 bis 59 Jahre 45 Fälle
  • 60 bis 79 Jahre 10 Fälle
  • 80 Jahre und älter 0 Fälle