Welche Amphibien leben im Landkreis Lindau?

Alpensalamander leben im Landkreis Lindau in den höheren Lagen.

Alpensalamander leben im Landkreis Lindau in den höheren Lagen.

Bild: Anne Puchta

Alpensalamander leben im Landkreis Lindau in den höheren Lagen.

Bild: Anne Puchta

Die Naturschutzbehörden möchten den Bestand von Amphibien im Kreis Lindau erfassen. Dazu rufen sie Bürger auf, sich zu beteiligen. Wie jeder mitmachen kann.
02.07.2021 | Stand: 06:44 Uhr

Wie viele Amphibien leben im Landkreis Lindau? Dieser Frage möchten die Naturschutzbehörden des Landratsamtes und der Regierung von Schwaben mit einer Bestandsaufnahme nachgehen. Bei der Suche nach Laubfröschen, Salamandern und Unken bitten sie die Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung. Mitmachen kann nämlich jeder. Alles, was es dazu braucht, ist eine Kamera.

In Bayern sind die Bestände von Fröschen, Kröten, Unken, Molchen und Salamandern in den vergangenen Jahrzehnten drastisch zurückgegangen. Von den 19 heimischen Arten sind bereits zwei Drittel vom Aussterben bedroht oder im Bestand gefährdet. Nach Angaben des Landratsamtes Lindau leben im Landkreis noch zwölf Amphibienarten. „Aufgrund seiner großen Anzahl an Gewässern wie naturnahen Bächen, Weihern und Seen, aber auch alten Kiesgruben, bietet der Landkreis Lindau einen vielfältigen Lebensraum für Amphibien“, erklärt Jörg Günther von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt. „Die letzte landkreisweite Bestandserfassung liegt allerdings bereits 25 Jahre zurück.“

Gesucht werden Laubfrösche, Gelbbauchunken und Co.

Deshalb sollen die Amphibien nun aufgespürt werden. Gesucht werden zum einen Laubfrösche, deren Bestand landesweit stark gefährdet ist. Nach Angaben des Landratsamtes gibt es jedoch im Landkreis noch ein starkes Vorkommen. Laubfrösche sind an ihrer auffallend grünen Farbe und an ihren „Äpp“-Rufen zu erkennen. Die Frösche sitzen auch gerne im Gebüsch und können mit ihren Saugnäpfen an den Füßen sogar an Glasscheiben hochklettern.

Auch die Gelbbauchunke ist in ihrem Vorkommen stark gefährdet. Im Landkreis gibt es laut Landratsamt noch einige Exemplare. Die Tiere sind jedoch gar nicht so leicht zu entdecken, da sie mit ihrem einfarbig-braunen Rücken gut getarnt sind. Wie ihr Name schon sagt, haben die Unken einen gelben Bauch, mit dem sie Fressfeinde abschrecken. Die Tiere sind öfters in kleinen Pfützen zu entdecken.

Die Naturschutzbehörde sucht ebenfalls Nachweise über das Vorkommen von Alpensalamandern. Die Tiere leben nur in den Alpen und Voralpen in den höheren Lagen. Die schwarz gefärbten Tiere lassen sich nur an Regentagen beispielsweise in Tobeln des oberen Landkreises finden.

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Zum Feuersalamander gibt es bisher im Landkreis Lindau keine gesicherten Nachweise. Der auffallend schwarz-gelb gezeichnete Salamander bewohnt kleine Fließgewässer bevorzugt im Wald. Eine Suche im unteren Landkreis um Lindau, Weißensberg und Sigmarszell könnte erfolgreich sein, teilt das Landratsamt mit.

Keine Tiere einfangen

Wer eine der Amphibienarten findet, sollte diese auf keinen Fall einfangen, warnt Jörg Günther von der Naturschutzbehörde. „Für die Bestimmung haben sich Handyfotos sehr bewährt. So lassen sich die Tiere ungestört beobachten und ihre empfindlichen Feuchtlebensräume werden nicht zertreten“, sagt er. Die Fotos von Amphibien, Laich und Kaulquappen sollten mit möglichst genauen Angaben zum Fundort an die E-Mail-Adresse amphibien.lindau@gmail.com geschickt werden. Der Fundort kann mit Hilfe des Bayernatlas’ www.geoportal.bayern.de dokumentiert werden.

Die Bestandsaufnahme ist Teil des gemeinsamen Biodiversitätsprojekts der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und der höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben.

Informationen zu den Amphibien gibt es auch auf der Internetseite des Landesverbandes für Amphibien- und Reptilienschutz in Bayern unter www.lars-ev.de.