Wölfe im Allgäu

Der Allgäuer Wolf jagt jetzt möglicherweise in Österreich

Vor gut zweieinhalb Jahren hat sich ein Wolf im Allgäu niedergelassen. Aber ist das Tier mit dem Namen GW999m überhaupt noch hier? (Symbolbild).

Vor gut zweieinhalb Jahren hat sich ein Wolf im Allgäu niedergelassen. Aber ist das Tier mit dem Namen GW999m überhaupt noch hier? (Symbolbild).

Bild: Landesamt für Umwelt

Vor gut zweieinhalb Jahren hat sich ein Wolf im Allgäu niedergelassen. Aber ist das Tier mit dem Namen GW999m überhaupt noch hier? (Symbolbild).

Bild: Landesamt für Umwelt

Vor gut zweieinhalb Jahren hat sich ein Wolf im Allgäu niedergelassen. Aber ist das Tier mit dem Namen GW999m überhaupt noch hier? Es gibt neue Spuren.
17.08.2022 | Stand: 21:28 Uhr

Wo ist der Wolf, der sich 2020 im Allgäu angesiedelt hatte? Seit fast eineinhalb Jahren fehlt von dem Wolfsrüden, der die offizielle Bezeichnung GW999m trägt, jede Spur - zumindest auf deutschem Gebiet. "Der letzte genetische Nachweis stammt vom März 2021", berichtete jetzt das bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg. Aktuell sei unklar, wo sich das Tier aufhält.

GW999m - GW steht für Grauer Wolf, 999 für seine genetische Kennung, das m steht für männlich - war erstmals im Sommer 2018 im Allgäu nachgewiesen worden. Drei tote Schafe, die damals nahe Immenstadt entdeckt wurden, konnten dem Tier zugeordnet werden, ebenso ein totes Kalb, das einen Monat zuvor in Burgberg im Oberallgäu gerissen worden war.

Später war das Tier dann im Bregenzer Wald unterwegs, wie gesicherte Genspuren zeigten. Im Frühjahr 2020 war GW999m nachweislich wieder hier unterwegs. Im Rohrmoostal, im Grenzgebiet zwischen dem Oberallgäu und Vorarlberg, wurde Kot - die sogenannte Losung - des Wolfs entdeckt.

Der Allgäuer Wolf GW999m hat sich im Grenzgebiet von Allgäu und Vorarlberg angesiedelt

Damit stand für die Experten fest: Der einsame Wolf hatte sich hier im Grenzgebiet von Allgäu und Vorarlberg angesiedelt. "Nach Bewertung der in Bayern erhobenen Monitoringdaten und von Nachweisen im Bregenzer Wald (Österreich) ergibt sich in der Rückschau das Bild eines standorttreuen Einzeltieres", hieß es damals beim LfU.

Ob der Wolf dem Allgäu seitdem wirklich treu blieb, ist unbekannt. Zwar wurden im Juli und im November 2021 weitere Wölfe im Allgäu von automatischen Wildkameras erfasst. "Ob es sich hierbei um den Rüden GW999m handelt, ist aber offen", heißt es beim Landesamt für Umwelt. Denn die fotografierten Tiere hinterließen keine Spuren, die man gentechnisch hätte auswerten können. Gleiches gilt für den mutmaßlichen Wolf, der im Mai 2022 in Rohrach im Westallgäu eine Schafherde angreifen wollte und vom Schafhalter vertrieben wurde, wie ein Video zeigte.

Tatsächlich spricht Einiges dafür, dass der "Allgäuer Wolf" sich in den vergangenen Monaten eher im österreichischen Grenzgebiet aufgehalten hat. Wolf GW999m sei nämlich "im Winter 2021/22 genetisch an Wildtierrissen in Österreich nachgewiesen worden", so das Landesamt weiter. Daher werde "der grenzüberschreitend geführte Rüde weiterhin als standorttreu eingestuft" - mit entsprechenden Unschärfen: "Da uns keine neuen Nachweise zum Wolf GW999m vorliegen, können wir keine Aussagen zum gegenwärtigen Standort des Tieres machen", sagt ein Sprecher.

Zumindest in einem Fall wird ausgeschlossen, dass der "Allgäuer Wolf" beteiligt war. Nach dem Riss eines Hirschkalbs im Februar im Kempter Wald bei Görisried (Ostallgäu) konnten genetische Spuren gesichert werden. "Übeltäter" war ein Grauwolf mit dem offiziellen Namen GW2187m - ein Tier, das wohl nur auf der Durchreise war.