Die Polizei Schwaben Süd/West informiert

Zahl der Fahrraddiebstähle im Allgäu gesunken - Pedelecs immer häufiger Ziel von Dieben

Auch bisher für 2021 erkennbar: Im Allgäu waren Fahrradbesitzer in den vergangenen Jahren von weniger Diebstählen betroffen. (Symbolfoto)

Auch bisher für 2021 erkennbar: Im Allgäu waren Fahrradbesitzer in den vergangenen Jahren von weniger Diebstählen betroffen. (Symbolfoto)

Bild: Ralf Lienert

Auch bisher für 2021 erkennbar: Im Allgäu waren Fahrradbesitzer in den vergangenen Jahren von weniger Diebstählen betroffen. (Symbolfoto)

Bild: Ralf Lienert

Die Zahl der Fahrraddiebstähle im Allgäu ist in den letzten zehn Jahren gesunken. Auch für 2021 ist ein Abwärtstrend erkennbar.
11.09.2021 | Stand: 13:57 Uhr

Gute Nachrichten für Allgäuer Radler: Laut dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West werden 2021 bislang weniger Fahrräder als im Vorjahr gestohlen. Generell sei die Anzahl der Fahrraddiebstähle in den letzten zehn Jahren gesunken, so Pressesprecher Holger Stabik.

Fahrraddiebe stehlen im Allgäu primär in den Sommermonaten

9533 Fahrräder haben Diebe in den vergangenen zehn Jahren insgesamt gestohlen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Landkreise und Städte des Allgäus und berücksichtigen die Fälle der kurzzeitigen Benutzung. In diesen Fällen wurden die entwendeten Fahrräder nur zum kurzen Transport genutzt, aber letzten Endes nicht gestohlen, klärt Stabik auf.

Er ergänzt: "Ein Hoch bei den Fahrraddiebstählen gibt es in der Regel über die Sommermonate verteilt." Von Mai bis Oktober sei die Hauptzeit, in der Diebe am häufigsten zugreifen. "Öffentliche Straßen und Plätze sind dabei die Orte, an denen die Diebstähle am häufigsten geschehen", sagt Stabik. Auf Platz zwei stehen demnach die Höfe von Mehrfamilienhäusern und Bahnhofsplätze. Rund 50 Prozent der Fahrraddiebstähle haben laut Angaben der Polizei Kinder, Jugendliche und Heranwachsende im Alter von bis zu 21 Jahren begangen.

Der Trend geht auch im Allgäu zum Pedelec hin

Noch machen ein Großteil der gestohlenen Fahrräder die "klassischen" aus. Danach folgen Mountainbikes und Pedelecs. Doch vor allem die rücken nach Angaben von Stabik vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit von Radlern. Und damit auch von Fahrraddieben. "Pedelecs sieht man immer häufiger auf der Straße fahren und kosten einiges mehr als die herkömmlichen Fahrräder", sagt der Pressesprecher. "Dadurch werden sie ein immer beliebteres Diebstahlobjekt."

Geringe Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen: Stabik sieht Verbesserungsbedarf

Für das Jahr 2020 liege die Aufklärungsquote der Polizei bei 15 Prozent - und sei damit "zugegebenermaßen nicht so gut". Dennoch habe sich die Aufklärungsrate über die letzten Jahre hinweg stetig verbessert, erklärt Stabik. Die 15 Prozent seien sogar der derzeitige Spitzenwert. "Trotzdem muss sich die Aufklärungsquote natürlich erhöhen", betont er. "Wir arbeiten kontinuierlich daran." So habe die Polizei in Kaufbeuren, Kempten und Memmingen mittlerweile Radstreifen eingeführt. Dabei fahren Polizistinnen und Polizisten mit dem E-Bike Streife, um Fahrradfahrer zu kontrollieren, aber auch um beispielsweise rücksichtsloses Verhalten von anderen Verkehrsteilnehmern zu ahnenden oder auf Gefahrenstellen aufmerksam zu machen. In weiteren Dienststellen im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West soll es künftig ebenfalls Radstreifen geben, so Stabik.

Die Polizistinnen Sandra Friedmann (links) und Andrea Lerpscher fahren in Kaufbeuren und Umgebung mit dem E-Bike Streife.
Die Polizistinnen Sandra Friedmann (links) und Andrea Lerpscher fahren in Kaufbeuren und Umgebung mit dem E-Bike Streife.
Bild: Tobias Schuhwerk

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Fahrradschloss: Darauf sollte beim Kauf geachtet werden

Weshalb die Aufklärungsrate so niedrig sei, erklärt der Polizeisprecher folgendermaßen: "Es ist schwierig, die die Ermittlungen bei einem Fahrraddiebstahl so zu führen, wie wenn zum Beispiel ein PKW gestohlen wird. Ein PKW lässt sich unter anderem durch sein Kennzeichen eindeutig identifizieren. Bei einem Fahrrad ist das anders."

Zwar gebe es auch bei Fahrrädern eine Serien- beziehungsweise Rahmennummer, über die sich das Gefährt identifizieren lässt. Aber: "Die wenigsten Menschen wissen, wo sie diese Nummer finden oder haben sie griffbereit." Stattdessen die Merkmale des gestohlenes Fahrrades aufzuzählen, hilft den ermittelnden Beamten oftmals nur geringfügig weiter. Und das liegt nicht nur daran, dass sich die Beschreibungen häufig auf viele Fahrräder übertragen lassen. "Es reicht schon, wenn der Dieb zum Beispiel den Fahrradkorb abmontiert hat", sagt Stabik. Damit falle das gestohlene Fahrrad schon aus den Suchkriterien raus.

Tipps von der Polizei zum Fahrradschutz

Wer über die Serien- beziehungsweise Rahmennummer seines fahrbaren Untersatzes im Bilde ist, hilft der Polizei laut Stabik erheblich weiter. "Bei neueren Fahrrädern wie etwa Pedelecs steht die Nummer zu 99 Prozent schon auf der Rechnung drauf", informiert der Polizist. Ansonsten sollten Fahrradfahrer einen Blick auf den Fahrradrahmen, das untere Tretlager oder auf das Sattelrohr werfen.

Was sonst noch gegen Fahrraddiebstahl helfe? Er sagt: "Generell ein Fahrradschloss, ein möglichst stabiles. Auch sollten Fahrräder nicht an abgelegenen Orten oder Wegen abgestellt werden. Helfen kann außerdem die kostenlose Fahrradpass-App der Polizei." Diese gebe auch im Internet genügend weitere Tipps.

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