Kritik an Söder

Aiwanger:  "Es ist wirklich falsch, auf die Ungeimpften Druck auszuüben"

Aiwanger kritisierte in der Neuen Zürcher Zeitung Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der die Impfungen als einzigen Weg aus der Corona-Krise sieht.

Aiwanger kritisierte in der Neuen Zürcher Zeitung Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der die Impfungen als einzigen Weg aus der Corona-Krise sieht.

Bild: Peter Kneffel/dpa

Aiwanger kritisierte in der Neuen Zürcher Zeitung Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der die Impfungen als einzigen Weg aus der Corona-Krise sieht.

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Weil er unschlüssig ist, ob er sich gegen Corona impfen lassen soll, sorgt Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger für Missstimmung in der bayerischen Koalition.
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dpa
05.07.2021 | Stand: 21:16 Uhr

Aiwanger kritisierte in der Neuen Zürcher Zeitung Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der die Impfungen als einzigen Weg aus der Corona-Krise sieht. "Das ist mir zu alternativlos und zu absolut", sagte der Freie Wähler-Chef der Schweizer Zeitung.

Aiwanger beschwerte sich über die öffentliche Kritik an Impfskeptikern: "Es ist wirklich falsch, auf die Ungeimpften Druck auszuüben und sie als verantwortungslos zu brandmarken. Es gibt einen zweistelligen Prozentsatz in der Bevölkerung, der sich persönlich gegen eine Impfung entschieden hat, warum auch immer."

Es sei auch aus medizinischen Gründen unklug, Druck auszuüben. "Man wird nur das Gegenteil erreichen und Trotz ernten." Aiwanger verwies darauf, dass Pharmakonzerne und Impfkommission Empfehlungen und Stellungnahmen im Laufe der Monate mehrfach revidiert haben.

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Aiwanger - beziehungsweise die Freien Wähler - und die CSU sind in den vergangenen Monaten mehrfach wegen des Umgangs mit dem Coronavirus aneinander geraten. Zunächst hatten die Freien Wähler mehrfach Lockerungen der Corona-Restriktionen gefordert, die die CSU ablehnte. Am vergangenen Dienstag hatte Söder Aiwanger bei der Kabinetts-Pressekonferenz aufgefordert, seine Haltung zu erklären.

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"Die Entscheidung, ob sich jemand impfen lässt oder nicht, ist eine persönliche Entscheidung. Die nehme ich auch für mich in Anspruch", hatte der Chef der Freien Wähler am Dienstag nach einer Sitzung des Kabinetts in München gesagt. Bisher habe er sich nicht dazu entscheiden können, sich impfen zu lassen. "Das heißt nicht, dass ich mich generell niemals impfen lassen werde. Ich schaue mir die Entwicklung jetzt in den nächsten Wochen und Monaten an."

Aiwanger forderte, dass jetzt auf Ungeimpfte wie ihn, "die vom Impfen für sich als Person noch nicht überzeugt sind", kein öffentlicher Druck aufgebaut werden solle. "Wir sollten hier nicht sagen, du agierst falsch, weil du dich noch nicht hast impfen lassen. Es ist eine persönliche Entscheidung und dabei sollte es bleiben."

Aiwanger ist dem Vernehmen nach das einzige Mitglied im bayerischen Kabinett, das noch nicht geimpft wurde. Damit liegt die Impfquote dort bei 94,4 Prozent. Im Allgäu ist mehr als jeder Dritte bereits vollständig geimpft.

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