Corona-Krise

Corona-Krise bringt Karpfenteichwirte in Not

Wohin mit den Karpfen? Bayerische Karpfenteichwirte haben derzeit wegen der Corona-Krise ein Problem. Denn die Wirtschaften sind geschlossen.

Wohin mit den Karpfen? Bayerische Karpfenteichwirte haben derzeit wegen der Corona-Krise ein Problem. Denn die Wirtschaften sind geschlossen.

Bild: picture alliance/Armin Weigel/dpa

Wohin mit den Karpfen? Bayerische Karpfenteichwirte haben derzeit wegen der Corona-Krise ein Problem. Denn die Wirtschaften sind geschlossen.

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Karpfen essen gehen - das hat in Bayern ab Herbst Tradition. Doch jetzt sind die Lokale geschlossen. Und die Teichwirte fragen sich: Wohin mit ihren Fischen?
14.11.2020 | Stand: 17:24 Uhr

Die Corona-Krise stellt die bayerischen Karpfenteichwirte vor Probleme. Viele von ihnen verkaufen ihre Fische ausschließlich an die Gastronomie, die seit Anfang November jedoch geschlossen ist. Aber auch Fischhändler und Schlachter seien zurzeit bei den Bestellungen zurückhaltend, sagte der Vizepräsident des Landesfischereiverbands, Alfred Stier. "Wir müssen ganz viele Fische aktuell abfischen und wissen nicht, ob wir sie zu Weihnachten loswerden."

6000 Tonnen Karpfen erzeugen die etwa 5500 Teichwirte in den traditionellen Karpfenregionen Franken und Oberpfalz nach Schätzung der bayerischen Fischereiverwaltung jährlich. Auch heuer geht der Leiter der Karpfenteichwirtschaft bei der Landesanstalt für Landwirtschaft, Martin Oberle, von einem durchschnittlichen Ertrag aus.

Doch gerade die Betriebe in Franken hätten nun zu kämpfen, weil ihnen wegen der geschlossenen Restaurants ihr Hauptabsatzweg weggebrochen sei, sagte Oberle. "Die Teichwirte wissen nicht, was sie tun sollen." Normalerweise ließen diese im November ihre Teiche ab, um die schlachtreifen Karpfen fangen zu können. Viele versuchten nun, dies hinauszuzögern in der Hoffnung, dass sich die Lage bessere und Schnee und Eis ihnen keinen Strich durch die Rechnung machten.

Große Frage: Welche Karpfenmenge wird im Dezember geordert?

In der Oberpfalz sind die Teichwirte in einer besseren Situation, weil sie neben der Direktvermarktung ihre Fische auch an Händler verkaufen, die ihrerseits die Supermärkte beliefern. "Der November ist gastronomisch ein eher schwacher Monat, deshalb spüren wir aktuell noch keinen dramatischen Rückgang", sagte Stier. Er selbst betreibt eine Fischwirtschaft in der Oberpfalz, der Karpfen macht ein Drittel seines Umsatzes aus.

Die große Frage sei jedoch, welche Mengen die Händler im Dezember orderten, sagte Stier. Die Karpfensaison geht von September bis April. Einer der wichtigsten Monate beim bundesweiten Absatz ist jedoch der Dezember, denn zu Weihnachten und rund um den Jahreswechsel kommt in vielen Regionen in Deutschland Karpfen auf den Tisch.

Einige Teichwirte im mittelfränkischen Aischgrund, einer der Karpfen-Hochburgen in Bayern, behelfen sich inzwischen mit Karpfen to go: Wie viele Gasthöfe in der Region bieten sie den traditionellen gebackenen Karpfen und andere Fischgerichte zum Abholen an. (Lesen Sie auch: Tier-Drama am Kögelweiher: Tausende Fische nach Sabotage qualvoll verendet)