Corona-Regeln

CSU-Mittelstands-Union rebelliert gegen Söders Corona-Kurs

Corona-Debatte: Von Markus Söder fordern die CSU-Mittelständler einen Kurs-Wechsel in der Corona-Politik.

Corona-Debatte: Von Markus Söder fordern die CSU-Mittelständler einen Kurs-Wechsel in der Corona-Politik.

Bild: Michael Kappeler, dpa

Corona-Debatte: Von Markus Söder fordern die CSU-Mittelständler einen Kurs-Wechsel in der Corona-Politik.

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Markus Söder will den Corona-Lockdown verlängern. Widerstand kommt jetzt aus den eigenen Reihen: Was die CSU-Mittelstands-Union von Söder und Merkel fordern.
Corona-Debatte: Von Markus Söder fordern die CSU-Mittelständler einen Kurs-Wechsel in der Corona-Politik.
dpa
09.02.2021 | Stand: 16:17 Uhr

Angesichts der gesunkenen Infektionszahlen gibt es in der CSU offenen Widerstand gegen den strikten Corona-Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Die Mittelstand-Union (MU) forderte am Dienstag ein Ende des Lockdowns und eine "verantwortungsvolle Öffnungsstrategie". "Der Lockdown belastet die Wirtschaft, Staatsfinanzen, die Bildung unserer Kinder und die gesamte Gesellschaft in ihrem Zusammenhalt in historischem Ausmaß", schreibt der Vorstand der Mittelstandsunion in ihrem Beschluss. Vorsitzender des Gremiums ist der schwäbische Landtagsabgeordnete und frühere Wirtschaftsminister Franz Pschierer.

Corona-Lockdown in Bayern: MU fordert, Geschäfte und Schulen zu öffnen

Im Einzelnen fordert die Mittelstandsunion:

  • die Öffnung des Einzelhandels, der Friseurgeschäfte und anderer körpernaher Dienstleister
  • die Öffnung von Hotellerie und Gastronomie
  • eine gestufte Rückkehr zum Präsenzunterricht an den Schulen

Die Regeln sollen unter Beachtung von Hygiene- und Schutzkonzepten gelockert werden. Die Mittelstands-Union verlangt deshalb bestmöglichen Gesundheitsschutz zu gewährleisten und gleichzeitig schnellstmöglich die Lockdown-Maßnahmen abgestuft zu beenden.

Wir berichten in unserem Newsblog laufend über die aktuelle Corona-Entwicklung in der Region Allgäu und in der Welt

Außerdem verlangen die CSU-Mittelständer mehr Tempo vom Bund bei der Auszahlung der versprochenen Hilfen für die Wirtschaft. Anlass des Papiers ist die wachsende Unruhe unter Bayerns mittelständischen Unternehmen. Im Handel, in Hotels, Wirtshäusern und Teilen des Handwerks geht nach Einschätzung des Industrie- und Handelskammertags vielen Betrieben mittlerweile das Geld aus, so dass die Existenzängste quasi täglich größer werden.

MU-Chef Franz Pschierer: Harter Corona-Lockdown entfaltet wirkt kaum

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"Gerade harte Lockdowns entfalten kaum die erhoffte Wirkung", schreiben Pschierer und seine Parteifreunde. Als Beispiel nennen sie den Landkreis Berchtesgadener Land. Dort gab es bereits im Oktober einen harten Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen. Die Mittelstandsunion argumentiert, dass dort der 7-Tage-Inzidenzwert dennoch bis Mitte Januar weiter anstieg. "Die geringe Wirksamkeit steht nicht im Verhältnis zur Existenzvernichtung für Hunderttausende von Unternehmern und eine Kaufkraftverschiebung zu Onlinehändlern und Handelskonzernen sowie eine Verdrängung in Schwarzarbeit", heißt es in dem Papier.