Goldschakal

Seltener, scheuer Jäger: Der Goldschakal ist auch in Bayern unterwegs

Er sieht aus wie eine Mischung aus Wolf, Fuchs und Hund - der Goldschakal. Auch in Bayern gab es schon einzelne Sichtungen der Art, die eigentlich aus Südosteuropa kommt.

Er sieht aus wie eine Mischung aus Wolf, Fuchs und Hund - der Goldschakal. Auch in Bayern gab es schon einzelne Sichtungen der Art, die eigentlich aus Südosteuropa kommt.

Bild: Felix Böcker, dpa

Er sieht aus wie eine Mischung aus Wolf, Fuchs und Hund - der Goldschakal. Auch in Bayern gab es schon einzelne Sichtungen der Art, die eigentlich aus Südosteuropa kommt.

Bild: Felix Böcker, dpa

Der Goldschakal wurde auch in Bayern schon gesichtet. Die Tiere sind allerdings noch selten und äußerst scheu. Wie Goldschakale aussehen - und leben.
Von Allgäuer Zeitung
05.04.2021 | Stand: 17:20 Uhr

Goldschakale sehen ein bisschen aus wie eine Mischung aus Wolf, Fuchs und Hund. Wer in Bayern einen Goldschakal sichtet, kann sich glücklich schätzen - die Tiere sind äußerst scheu - und bislang auch noch sehr selten. Das allerdings könnte sich in den kommenden Jahren ändern. Denn neben Wolf und Luchs könnten auch Goldschakale in Deutschland heimisch werden. Wie sehen Goldschakale aus? wie oft wurden sie in Bayern gesichtet? Welche Beute jagen die Raubtiere? Und sind die Wildhunde auch für den Menschen gefährlich?

Was ist ein Goldschakal eigentlich?

Der Goldschakal (lat. Canis aureus) ist ein Raubtier und die einzige in Europa vorkommende Schakal-Art. Goldschakale waren ursprünglich in den tropischen und subtropischen Regionen Asiens und im Nahen Osten bis nach Südosteuropa heimisch. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Art in Richtung Norden und Westen ausgebreitet.

Inzwischen ist der Goldschakal laut Landesamt für Umwelt auch in Niederösterreich und Norditalien heimisch. In Deutschland gab es bisher nur Einzelsichtungen, etwa 30 waren es seit 1997. Aber: "Es ist davon auszugehen, dass es mehr werden", hieß es aber schon vor einigen Jahren bei der Deutschen Wildtier Stiftung.

Gibt es den Goldschakal auch in Bayern?

Ja, allerdings bislang höchst selten. 2017 wurde ein Goldschakal auf der A9 nahe Freising überfahren. Und im Jahr 2012 wurde einer im Nationalpark Bayerischer Wald durch ein Fotofallenbild nachgewiesen. Ansonsten gibt es bisher kaum Sichtungen.

Ein Goldschakal steht in einem verschneiten Waldstück bei Rastatt in Baden-Württemberg, fotografiert von einer automatischen Fotofalle.
Ein Goldschakal steht in einem verschneiten Waldstück bei Rastatt in Baden-Württemberg, fotografiert von einer automatischen Fotofalle.
Bild: Fotofalle

Wie sieht ein Goldschakal aus?

Der Goldschakal ist vom Aussehen her eine Mischung aus Fuchs, Wolf, und Hund:

  • Er hat eine Schulterhöhe von etwa 50 Zentimetern, ist 70 bis 90 Zentimeter lang.
  • Männchen werden etwa acht bis zehn Kilo, Weibchen sechs bis acht Kilo schwer.
  • Das Fell des Goldschakals ist meist rostbraun bis goldrot gefärbt. Längere, dunklere Haare vom Hinterkopf über den Rücken bis zur Schwanzspitze bilden eine Art „Sattelfleck“.
  • Der untere Teil der Schnauze und der Hals sind weiß abgesetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Wolf und Goldschakal?

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Wolf und Goldschakal können beim flüchtigen Anblick durchaus verwechselt werden, wobei der Schakal wesentlich kleiner und auch leichter als der Wolf ist. Beide Tiere unterscheiden sich vor allem im Kopfbereich. Der Kopf des Goldschakals ist schmal und langgestreckt, der Kopf des Wolfs wirkt eher dreieckig, weil die Schnauze breiter und kürzer ist.

Beute, Nahrung, Sozialverhalten: Wie und Wovon lebt der Goldschakal?

Die vor allem nachts aktiven Tiere haben einen hervorragenden Geruchssinn und fressen so ziemlich alles - von Kleinsäugern, Amphibien und Fischen bis hin zu Insekten, Aas und pflanzlicher Nahrung wie Äpfeln und Früchten. In Schleswig-Holstein wurden 2017 drei Schafe von einem Goldschakal angegriffen und leicht verletzt.

Was es für die hiesige Tierwelt und mögliche Konflikte mit Nutztierhaltern bedeuten könnte, wenn der Goldschakal sich hier zunehmend ansiedelt, ist noch nicht abschätzbar.

Schakale werden etwa mit einem Jahr geschlechtsreif und suchen sich dann einen Partner, mit dem sie ein Leben lang zusammenbleiben - und auch gemeinsam jagen. Auch im Rudel sind Goldschakale unterwegs.

Die Wildhunde können sehr lange Strecken zurücklegen, sind ansonsten aber in einem angestammten Revier heimisch.

In freier Wildbahn werden Goldschakale bis zu acht Jahre alt.

Das Foto aus dem Jahr 2012 zeigt einen Goldschakal, der im Nationalpark Bayerischer Wald (Bayern) von einer Wildkamera fotografiert wurde.
Das Foto aus dem Jahr 2012 zeigt einen Goldschakal, der im Nationalpark Bayerischer Wald (Bayern) von einer Wildkamera fotografiert wurde.
Bild: Nationalpark Bayerischer Wald

Hat der Goldschakal natürliche Feinde?

Kaum. Ein natürlich Feind des Goldschakals ist der Wolf (Lesen Sie auch: Immer mehr Wölfe in Bayern - Sichtungen auch im Allgäu). Konkurrenz macht er sich daneben als Allesfresser mit dem Fuchs.

Ist der Goldschakal für Menschen gefährlich?

Die Tiere sind äußerst scheu. Zwischenfälle mit Menschen sind nicht bekannt.

Ruf und Heulen: Wie klingt ein Goldschakal?

Die Lautäußerungen seien beim Knurren und Bellen vergleichbar mit dem Hund, beim Heulen mit dem Wolf, heißt es beim Deutschen Jagdverband. Goldschakale hätten allerdings beim Heulen eine höhere Tonlage als der Wolf und auch die Heulstrophen folgten schneller aufeinander. Wie beim Wolf diene das Heulen dem Rudelzusammenhalt.

Wieviele Goldschakale gibt es in Europa und in Deutschland?

Hochrechnungen der Large Carnivore Initiative for Europe (LCIE) zufolge leben mittlerweile bis zu 117 000 Goldschakale in Europa. Zum Vergleich: Der Wolfsbestand wird auf 17 000 Tiere geschätzt.

Dürfen Goldschakale bejagt werden?

Die Art ist geschützt und darf in Deutschland nicht gejagt werden.

Ein Goldschakal im Gehege des Zoos Rheine. Der Goldschakal ist kleiner als ein Wolf, aber größer als ein Fuchs.
Ein Goldschakal im Gehege des Zoos Rheine. Der Goldschakal ist kleiner als ein Wolf, aber größer als ein Fuchs.
Bild: Felix Böcker, dpa
Hier zum Vergleich ein Wolf in einem Gehege. Er ist größer und schwerer als ein Goldschakal, auch Schnauze und Kopfform unterscheiden sich.
Hier zum Vergleich ein Wolf in einem Gehege. Er ist größer und schwerer als ein Goldschakal, auch Schnauze und Kopfform unterscheiden sich.
Bild: Carsten Rehder, dpa