Kolumne: Haariger Trend

Die Rückkehr des Pornobalkens

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David Hasselhoff war schon immer eine Stil-Ikone... not! Auf seine Rotzbremse ist unser Autor aber schon ein wenig neidisch...

Bild: Jörg Carstensen/dpa

David Hasselhoff war schon immer eine Stil-Ikone... not! Auf seine Rotzbremse ist unser Autor aber schon ein wenig neidisch...

Bild: Jörg Carstensen/dpa

Auf geht's, Allgäuer Burschen: Der Schnurrbart, der Schnäuzer ist wieder in!  In diesem Sommer soll er immer mehr zu sehen sein. Als neuer Trend zur heißen Jahreszeit. Heißt es. Unser Autor Markus Bär (noch ohne Rotzbremse) geht der Sache auf den Grund.
07.06.2017 | Stand: 14:08 Uhr

Kaum zu glauben: Jahrelang war er doch verpönt, galt als gestrig. Als Symbol der - im Nachgang - als stilkatastrophal empfundenen 80er Jahre. Was gab es nicht für üble Synonyme für den Oberlippenbart: Popelfänger, Rotzbremse, gar Pornobalken. Jetzt haben sich doch viele daran gewöhnt, dass Mann Vollbart trägt. Und nun so etwas. Der Hipster in den Metropolen trägt also Schnäuzer.

Dabei war dessen Rückkehr eigentlich absehbar. Moden verlaufen ja oft in Wellen, die wiederkehren. Wer etwas älter ist, weiß noch genau, dass bei Männern Vollbärte und längere Haare vor über 40 Jahren schon einmal Mode waren. In den späten 60er und dann in den 70er Jahren. Im Gefolge der Hippiebewegung. Danach kam der Schnäuzer auf - der wäre nun also wieder an der Reihe. Doch die Frage ist natürlich, in welcher Form diese Barttracht wiederersteht. Als elegantes Menjou-Bärtchen? Oder steht Clark Gable wieder Pate? Sehr schmal und dünn also, mit kleinem Abstand zur Oberlippe? Noch eleganter also? Vielleicht geht es auch in die ganz andere Richtung. Wie wäre es mit dem sogenannten Slawenhaken? Bekannte Vorbilder: Wolf Biermann, Janosch oder Lemmy von Motörhead. Dass es zu einem Revival des Bärtchens von Charlie Chaplin kommt, schließen wir hingegen aus. Den hat sein unseliger Zeitgenosse aus Braunau am Inn auf ewig unpopulär gemacht.