Augsburg

Feuerwehrmann in Augsburg getötet: Drei junge Männer ab Oktober vor Gericht

Am Königsplatz in Augsburg trauern Mitglieder der Augsburger Berufsfeuerwehr um ihren getöteten Kollegen (Archivbild). Wegen der Tat stehen nun drei junge Männer vor Gericht.

Am Königsplatz in Augsburg trauern Mitglieder der Augsburger Berufsfeuerwehr um ihren getöteten Kollegen (Archivbild). Wegen der Tat stehen nun drei junge Männer vor Gericht.

Bild: Stefan Puchner, dpa (Archiv)

Am Königsplatz in Augsburg trauern Mitglieder der Augsburger Berufsfeuerwehr um ihren getöteten Kollegen (Archivbild). Wegen der Tat stehen nun drei junge Männer vor Gericht.

Bild: Stefan Puchner, dpa (Archiv)

Nach dem tödlichen Schlag gegen einen 49-jährigen Feuerwehrmann im vergangenen Jahr in Augsburg müssen sich drei junge Männer ab Oktober vor Gericht verantworten.

24.08.2020 | Stand: 11:31 Uhr

Die Jugendkammer des Landgerichts Augsburg ließ die Anklage jetzt zu. Die Hauptverhandlung gegen die zwei zur Tatzeit 17-Jährigen und den 19-Jährigen werde am 20. Oktober beginnen, teilte das Gericht am Montag mit. 

Die Tat hatte sich am Nikolaustag 2019 abgespielt. Damals war eine siebenköpfige Gruppe in der Augsburger Innenstadt unterwegs. Am Königsplatz kam es dann zu der verhängnisvollen Auseinandersetzung mit dem Feuerwehrmann (49) und dessen Begleiter. Der 49-Jährige, der mit seiner Frau und einem befreundeten Paar unterwegs war, geriet mit der Gruppe in Streit.

Der damals 17-Jährige soll den Mitarbeiter der Augsburger Berufsfeuerwehr dabei mit einem Faustschlag gegen den Kopf getötet haben. Danach sollen die drei Angeklagten den damals 50 Jahre alten Begleiter geschubst und geschlagen haben, so dass dieser einen Jochbeinbruch erlitt. 

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, auch weil das Opfer Mitglied der Augsburger Berufsfeuerwehr war. Hinzu kam eine juristisches Tauziehen zwischen der Staatsanwaltschaft Augsburg und den Verteidigern der Beschuldigten. 

Feuerwehrmann in Augsburg getötet: Beschuldigte saßen in Untersuchungshaft

Anfangs hatten die Ermittler die Tat noch als Totschlag eingestuft. Außerdem ging die Staatsanwaltschaft davon aus, dass die gesamte Gruppe für den Tod des Mannes verantwortlich sei. Deshalb warf sie den Begleitern des 17-Jährigen Beihilfe vor. Videos zeigten dann allerdings, dass einige aus der Gruppe mehrere Meter entfernt waren, als der 17-Jährige dem Mann den tödlichen Schlag verpasste. 

Entsprechend hatte die Staatsanwaltschaft ihre Vorwürfe dann angepasst. Bei drei zunächst Verdächtigen wurde das Verfahren eingestellt. Ein Vierter, 19 Jahre alt, habe zwar den Begleiter des Feuerwehrmannes geschlagen, saß deshalb aber schon drei Monate in Untersuchungshaft. Eine weitergehende Strafe war daher aus Sicht der Staatsanwaltschaft nicht mehr erforderlich.

Das Landgericht hat bis Anfang November acht Verhandlungstage angesetzt.