Nach Facebook-Hilferuf

Gnadenhof-Betreiber Hans-Peter: "Vielen Dank, liebe Leut! Ihr gebt mir soooo viel neue Kraft"

Hans-Peter Zeh erhielt überwältigenden Zuspruch nach seinem Hilferuf auf Facebook.

Hans-Peter Zeh erhielt überwältigenden Zuspruch nach seinem Hilferuf auf Facebook.

Bild: Tobias Schuhwerk, Screenshot

Hans-Peter Zeh erhielt überwältigenden Zuspruch nach seinem Hilferuf auf Facebook.

Bild: Tobias Schuhwerk, Screenshot

Nach einem Hilferuf auf Facebook hat Gnadenhof-Betreiber Hans-Peter Zeh aus Niedersonthofen eine Riesen-Welle der Unterstützung erhalten. "Vielen Dank, liebe Leut. Ihr seid der Wahnsinn"', sagt der 50-Jährige im allgaeu.life-Interview angesichts einer rekordverdächtigen Resonanz. Über 12.000 Mal wurde sein Post innerhalb von zwei Tagen geteilt! Über 7.000 Euro Spenden kamen bislang zusammen. Hans-Peter kämpft verzweifelt ums Überleben seines Gnadenhofs und will seine 32 Rinder vor dem Schlachthof retten.
07.05.2019 | Stand: 15:14 Uhr

Er fühlte sich am Ende. Finanziell und körperlich. Er wusste nicht mehr, wie es für ihn und seine geliebten Tiere weitergehen soll. Als er verzweifelt auf seinem Traktor saß, kamen Hans-Peter Zeh am Sonntag jene Worte, die später in einen rührenden Facebook-Post gipfelten. Unter der Überschrift "Ich kann nicht mehr!!!" beschrieb Hans-Peter am 5. Mai um 21.10 Uhr seine extrem belastende Situation.

Der alte Traktor (Steyr 8090) von Hans-Peter Zeh sollte schon lange repariert werden.
Der alte Traktor (Steyr 8090) von Hans-Peter Zeh sollte schon lange repariert werden. "Vielleicht findet sich ein Spezialist, der gerne hilft", hofft der Gnadenhof-Betreiber, der jeden Cent umdrehen muss.
Bild: Schuhwerk

Vor fünf Jahren wandelte er seinen Bauernhof in den Gnadenhof "Wohlfühlhof Zeh" um, auf dem seine 32 Rinder einen würdigen Lebensabend verbingen sollen. Sie werden dort weder gemolken noch geschlachtet.

Zuvor betrieb Hans-Peter 20 Jahre lang als Milchviehbauer das landwirtschaftliche Anwesen, das seit drei Generationen seiner Familie gehört. Doch mit einem Mal war Schluss mit der Rinder-Nutzung! "Ich konnte es einfach nicht mehr ertragen, dass meine Tiere geschlachtet werden. Für mich war das schon als Kind eine schreckliche Vorstellung. 2014 habe ich mit der Eröffnung des Gnadenhofs dann endgültig die Konsquenz gezogen", erzählt Hans-Peter.

Auf die Entscheidung ist er bis heute stolz, wenngleich sie ihn bis an seine Grenzen brachte. Zwar fanden sich damals einige Unterstützer. Doch die Kosten für den Unterhalt der Rinder und die landwirtschaftlichen Geräte wuchsen ihm im Lauf der Jahre über den Kopf. "Ich musste inzwischen schon ein Grundstück verkaufen", sagt der Vegetarier, der neben den Rindern sieben Ziegen, zehn Katzen und eine Ente auf dem Hof beherbergt. Vor allem der hohe Heupreis in diesem Winter brach ihm wirtschaftlich fast das Genick. Hans-Peter sah keine andere Möglichkeit, als sich von der Hälfte seiner geliebten Tiere, denen er allen Namen gegeben hat, zu trennen.

Spendenkonto Wohlfuehlhof Zeh
IBAN DE 9373369920 0001512226
BIC GENODEF1SFO

In seinem emotionalen Post suchte er für sie Plätze auf anderen Gnadenhöfen. "Wäre schön, wenn ihr uns unterstützen würdet. Für die TIERE, um das Schlimmste zu vermeiden", schrieb er. Die Reaktionen auf den Aufruf waren überwältigend. Innerhalb von zwei Tagen wurde er über 12.000 Mal geteilt und erreichte über 700.000 Nutzer. "Ich kann das nicht glauben. Das gibt mir soooo viel Kraft", freut sich Hans-Peter über die vielen ermutigenden Kommentare. "Ich bin froh, dass es Menschen wie Euch gibt", schreibt beispielsweise eine Nutzerin und kündigt eine monatliche Spende an.

Andere schlagen ein Hoffest vor, bei dem sie die Bewirtung und ein Kinderprogramm organisieren wollen. Ein Band aus der Schweiz will sogar ein Benefizkonzert geben. Für fünf Tiere sind bereits Plätze auf anderen Gnadenhöfen in Sicht. Und: Auf dem bereits längere Zeit vorher eingerichteten Spendenkonto des Niedersonthofer Gnadenhofs sind schon über 7.000 Euro eingetroffen. "Ich habe endlich wieder Hoffnung, dass ich es schaffe", sagt Hans-Peter Zeh. Leicht wird es dennoch nicht. Da reicht ihm schon ein Blick auf den Traktor. Der alte Steyr, Baujahr 1985, muss dringend repariert werden. Auf dem Gnadenhof Zeh wartet noch viel Arbeit.