Dramatische Rettung

In T-Shirt und Turnschuhen unterwegs: Wanderer stürzt 100 Meter in die Tiefe

In den Bergen fiel heuer bereits früh Schnee, wie unser Symbolfoto zeigt. Wegen des Wintereinbruchs sollten Wanderer deshalb besonders vorsichtig sein. Ein 29-jähriger Urlauber war dies offenbar nicht.

In den Bergen fiel heuer bereits früh Schnee, wie unser Symbolfoto zeigt. Wegen des Wintereinbruchs sollten Wanderer deshalb besonders vorsichtig sein. Ein 29-jähriger Urlauber war dies offenbar nicht.

Bild: Tobias Hase, dpa (Symbolfoto)

In den Bergen fiel heuer bereits früh Schnee, wie unser Symbolfoto zeigt. Wegen des Wintereinbruchs sollten Wanderer deshalb besonders vorsichtig sein. Ein 29-jähriger Urlauber war dies offenbar nicht.

Bild: Tobias Hase, dpa (Symbolfoto)

Schon im September fiel Schnee in den Bergen. Experten warnen Wanderer seit Tagen vor Gefahren. Einen 29-jährigen Briten haben sie offenbar nicht erreicht.
30.09.2020 | Stand: 05:24 Uhr

Durch den frühen Wintereinbruch in den bayerischen Alpen, der in den Allgäuer Bergen sogar zur Lawinengefahr führt, warnen Experten seit Tagen Ausflügler vor besonderen Risiken. Touren in den Hochlagen ab 1.400 Meter seien nur für alpin "sehr erfahrene Bergsteiger" möglich, sagt beispielsweise Moritz Zobel von der Alpinberatung in Oberstdorf.

Mit schlechter Ausrüstung auf Tour

Ein 29-jähriger Brite hat von diesen Warnungen offenbar nichts mitbekommen. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass der Mann am Montag nur in kurzer Hose und in Turnschuhen zusammen mit drei anderen Urlaubern den 1.881 Meter hohen Kehlstein bei Berchtesgaden erklimmen wollte. Bei schlechtem Wetter und rutschigen Untergrund hatten sie aber Probleme, sich zu orientieren und voranzukommen.

Dann passierte das Unglück: Der Mann stürzte durch eine felsdurchsetzte Rinne 100 Meter in die Tiefe!

Bange Minuten im Nebel

Ähnlich wie schon eine 42-jährige Wanderin, die vor wenigen Tagen in Oberstdorf 60 Meter tief stürzte, überlebte er den Absturz. Allerdings zog er sich schwere Verletzungen zu - am Oberschenkel sowie am Kopf und an den Füßen.

Der Wanderer erlebten mit seinen Begleitern bange Momente. Um 16.25 Uhr ging ihr Notruf beim Bayerischen Roten Kreuz in Berchtesgaden ein. Doch wegen des dichten Nebels war ein Helikopter-Flug zunächst nicht möglich, wie der Münchner Merkur schreibt.

Leitstelle und Einstatzleitung versuchten fieberhaft herausfzufinden, wo sich die Wanderer in Not genau befanden.

"Dem Einsatzleiter gelang es dann im Telefonat durch gezielte Fragen herauszufinden, wo sich die Urlauber befinden, da eine Ortung des Handys und eine Abfrage von Koordinaten zuvor nicht funktioniert hatten. Der Anrufer konnte dann ein Foto schicken, auf dem mit guten Ortskenntnissen der Blick in Richtung Roßfeldstraße zu sehen und ein Stück der Forststraße zu erkennen war", schreiben die Rettungsgrkäfte.

Rettungshubschrauber gelingt Rettung bei schwierigen Bedingungen

Kurz nach 17 Uhr sichteten die Bergretter die Gruppe dann mit dem Fernglas im Bereich eines Steigs rund 1.400 bis 1.500 Metern Höhe.

Trotz des weiterhin schlechten Wetters gelang es, einen Rettungshubschrauber zu entsenden und den 29-Jährigen in ein Krankenhaus zu fliegen. Seine Begleiter wurden von den Bergrettern abgeseilt. Den drei Männern war nichts passiert

Künftig dürften sie wohl bei der Tourenplanung vorsichtiger sein. 7 überlebenswichtige Tipps für eine Wanderung lesen Sie hier.

Die Bergretter haben in diesen Tagen viel zu tun: