Ausrüstung

Kleine und große Lebensretter

Bernd Zehetleitner zeigt einen ausgelösten Lawinen-Airbag.

Bernd Zehetleitner zeigt einen ausgelösten Lawinen-Airbag.

Bild: Ulrich Weigel

Bernd Zehetleitner zeigt einen ausgelösten Lawinen-Airbag.

Bild: Ulrich Weigel

Verschütteten-Suchgerät, Schaufel, Reflektor und ein Lawinen-Airbag helfen im Ernstfall. Aber das kostet.
29.01.2021 | Stand: 00:44 Uhr

Hilfsmittel können dazu beitragen, einen Lawinenabgang zu überleben oder Verschütteten zu helfen. Ein kleiner Überblick:
Lawinenverschütteten-Suchgerät Es dient dazu, Verschüttete zu suchen und selbst gefunden zu werden. LVS-Geräte zeichnen sich durch einfache Bedienung aus, wenn man die Suche vorher geübt hat. Preis: etwa 200 bis 400 Euro.

Sonde Der zusammensteckbare Aluminiumstab dient dazu, die Lage des Verschütteten genau zu finden, wenn man ihn mit einem LVS-Gerät geortet hat. Preis: ab 25 Euro.
Schaufel Mit ihr befreit man Verschüttete aus den Schneemassen. Die Schaufel soll aus Metall sein; Plastik könnte bei klirrender Kälte brechen. Preis: ab 30 Euro.

Recco-Reflektor Ihn gibt es eingenäht in Skikleidung, als Gürtel und Aufkleber für den Helm. Man ist so für wenig Geld zusätzlich suchbar. Es ist kein Ersatz für ein LVS-Gerät, da der Reflektor keine gegenseitige Hilfe ermöglicht. Der Chip lässt sich nur mit einem speziellen Detektor der Bergwacht orten – auch aus dem Hubschrauber. Preis: 26 Euro.

Lawinen-Airbag Er hilft, nicht oder nicht ganz verschüttet zu werden. Vor Verletzungen, wenn die Lawine über Felsen rast, schützt er nicht. Wichtig ist, die Beinschlaufen zu befestigen, damit der Airbag nicht hochrutschen und den Träger strangulieren kann. Problem: Nicht jeder kommt in einer Lawine dazu, den Auslöser zu ziehen. Und man kann weiter mit dem Kopf unter Schnee liegen bleiben.

Der mit Stickstoff gefüllte Airbag funktioniert durch den Müsli-Effekt: Volumenmäßig größere Körper rutschen nach oben, kleinere Partikel nach unten. Ein Lawinen-Airbag wiegt ja nach Hersteller um die vier Kilo; der von Bernd Zehetleitner mitentwickelte „Avabag“ knapp die Hälfte. Preis: 500 bis 1000 Euro.

„Avalung“ Das System soll verhindern, dass Verschüttete am CO2 ersticken, das sie ausatmen. Dazu wird zum Atmen frische Luft vorne angesaugt und verbrauchte Luft nach hinten abgeleitet. Man muss das Mundstück bei Lawinen-Stillstand bereits im Mund haben, denn Verschüttete können sich in den Schneemassen meist nicht bewegen. Preis: 100 Euro als Brustgurt.

Lawinenball Ein roter Ball an einer langen Leine hilft, in einer Lawine schneller gefunden zu werden. Er schützt nicht davor, verschüttet zu werden. Auch hier muss man im Ernstfall einen Auslöser ziehen. Preis: etwa 100 bis 190 Euro.

Den Umgang mit Lawinenschutzausrüstung und eine bessere Gefahreneinschätzung vermitteln Kurse, die zum Beispiel die Bergschule Oberallgäu und der Alpenverein anbieten:
www.alpinschule.de
www.alpenverein.de