Lech-Stahlwerke

Plädoyers im Prozess um Bestechung erwartet

Ein früherer Chef des Stahlwerks muss sich vor der Strafkammer verantworten, weil er die Hand aufgehalten haben soll.

Ein früherer Chef des Stahlwerks muss sich vor der Strafkammer verantworten, weil er die Hand aufgehalten haben soll.

Bild: Stefan Puchner, dpa (Archivbild)

Ein früherer Chef des Stahlwerks muss sich vor der Strafkammer verantworten, weil er die Hand aufgehalten haben soll.

Bild: Stefan Puchner, dpa (Archivbild)

Bei einem Stahlwerk in Schwaben soll es ein regelrechtes System an Schmiergeldzahlungen gegeben haben. Der Prozess gegen drei Männer neigt sich nun dem Ende zu.
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dpa
09.06.2021 | Stand: 07:38 Uhr

Der Prozess um ein großes Bestechungssystem bei den Lech-Stahlwerken in Schwaben neigt sich dem Ende zu. In der Verhandlung am Mittwoch (9 Uhr) sollen vor dem Augsburger Landgericht voraussichtlich die Plädoyers gehalten werden, das Urteil ist für Mittwoch in einer Woche vorgesehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in der Anklage Korruptionsvorwürfe im Umfang von mehr als 800.000 Euro zusammengetragen. Ein früherer Chef des Stahlwerks muss sich vor der Strafkammer verantworten, weil er die Hand aufgehalten haben soll. Unter anderem soll der 55-Jährige eine fast 60.000 Euro teure Küche in seine Privatwohnung bekommen haben, die offiziell als Erweiterung der Betriebskantine ausgegeben worden sei.

Angeklagte bestätigen Vorwürfe teilweise

Ein weiterer Angeklagter ist ein Unternehmer, der das Schmiergeld gezahlt haben soll, um Aufträge des Stahlwerks zu erhalten. Ferner steht ein Steuerberater vor Gericht. Die Angeklagten haben die Vorwürfe in dem Prozess teilweise bestätigt.

Die Lech-Stahlwerke produzieren nach eigenen Angaben mit rund 800 Mitarbeitern jährlich etwa 1,1 Millionen Tonnen Stahl, unter anderem für die Autoindustrie. Der Stahl wird durch die Wiederverwertung von Schrottautos gewonnen. Das Unternehmen bezeichnet sich als größtes Recyclingunternehmen Bayerns und nahm zu dem laufenden Prozess bislang keine Stellung.

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