Wie sehen die Pläne aus?

Mit dem Zug über den Brenner? Proteste gegen Pläne der Bahn

Weniger Stau am Brenner durch neue Bahn-Trasse? Bürgerinitiativen kämpfen gegen den Brenner-Nordzulauf.

Weniger Stau am Brenner durch neue Bahn-Trasse? Bürgerinitiativen kämpfen gegen den Brenner-Nordzulauf.

Bild: Matthias Balk, dpa (Archiv)

Weniger Stau am Brenner durch neue Bahn-Trasse? Bürgerinitiativen kämpfen gegen den Brenner-Nordzulauf.

Bild: Matthias Balk, dpa (Archiv)

In zehn Jahren sollen Züge durch den Brenner Basistunnel rollen. Weniger Verkehr auf dem Weg nach Italien? Klingt erst einmal gut. Doch es gibt Proteste.
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dpa
13.07.2022 | Stand: 07:55 Uhr

Die Planungen für die Schienenverbindung durch Bayern zum künftigen Brenner Basistunnel kommen einen Schritt weiter. Die Deutsche Bahn stellt am Mittwoch (13.00 Uhr) die bevorzugte Trassenführung für den nördlichen Teil des sogenannten Brenner-Nordzulaufs vor. DB-Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier und der Projektabschnittsleiter Dieter Müller wollen die Entscheidung erläutern. Fünf Vorschläge liegen auf dem Tisch. Der Bau neuer Gleise ist umstritten.

Bürgerinitiativen kämpfen seit Jahren gegen den Bau des Brenner-Nordzulaufs von Rosenheim bis zur österreichischen Grenze. Sie fürchten Naturzerstörung und noch mehr Verkehr vor der Haustür - und halten eine Ertüchtigung der bestehenden Gleise für ausreichend. Für diesen Bereich hat die Bahn aber schon eine Neubau-Trasse vorgestellt, über deren Realisierung die Politik entscheiden muss. Lesen Sie auch: Viel Not, keine Lösung: Bayern will an Grenze nun auch Lkw-Verbote

Brenner: Bahn plant Trasse - Proteste

Nun geht es um eine zwölf Kilometer lange Lücke nördlich von Rosenheim und südlich von München zwischen Grafing und Ostermünchen. Den fünften Vorschlag für einen möglichen Streckenverlauf hatte die Bahn erst im März nach scharfen Protesten aus der Region aufgenommen. Gegen die anderen vier Varianten hatten Anfang Februar Hunderte Menschen in Grafing demonstriert und vor Eingriffen in die Landschaft gewarnt. Bei Reisen in Richtung Italien über den Brenner kommt es immer wieder zu Staus. Das liegt auch an der Blockabfertigung. In der Hauptreisezeit dürfen Autofahrer mitunter die Brenner-Autobahn nicht verlassen und auf Nebenstrecken ausweichen.

Die fünfte Trasse würde nun entsprechend der Forderung von Anwohnern weitgehend entlang der bestehenden Strecke verlaufen. "Wir glauben nach wie vor, dass unser Vorschlag der beste ist", sagte der Grafinger Bürgermeister Christian Bauer (CSU). Nach den anderen Vorschlägen würden laut Bauer alte und neue Gleise teils beidseits von Häusern verlaufen - er spricht von einer "Einkesselung von mehreren Ortsteilen zwischen zwei Gleisen".

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Projektabschnittsleiter Müller hatte allerdings im Februar argumentiert, genau die Lösung entlang der bestehenden Gleise sei als erstes geprüft worden. Neue Gleise für eine Geschwindigkeit von bis zu 230 Stundenkilometern direkt neben den bestehenden Gleisen kämen aber nicht in Frage; damit wären die Eingriffe in Wohnbebauung und Natur noch größer als bei einer Umfahrung bestimmter Bereiche.

Insgesamt gingen bei der Bahn laut einer Sprecherin 202 Vorschläge für einen möglichen Trassenverlauf ein. Davon favorisierten 27 die bestehende Strecke.

Die neue Bahnstrecke soll die Kapazitäten zum Brenner Basistunnel erhöhen, an dem in Italien und Österreich gebaut wird und der 2032 fertig werden könnte. Mit der Schienenverbindung durch den Tunnel soll die vielbefahrene Brenner-Autobahn entlastet werden.