Urteil soll am Dienstag fallen

Nach tödlichen Schuss auf Polizeischüler: 21-Jähriger zu Bewährungsstrafe verurteilt

14.07.2020, Bayern, Würzburg: Ein angeklagter Polizeischüler sitzt zu Prozessbeginn im Sitzungssaal im Amtsgericht. Dem 21-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Der Polizei-Azubi soll im Februar 2019 in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei in Würzburg mit seiner Dienstwaffe versehentlich seinen zwei Jahre älteren Mitschüler getroffen haben. Foto: Daniel Karmann/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein angeklagter Polizeischüler sitzt zu Prozessbeginn im Sitzungssaal im Amtsgericht. Dem 21-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Bild: Daniel Karmann/dpa

Ein angeklagter Polizeischüler sitzt zu Prozessbeginn im Sitzungssaal im Amtsgericht. Dem 21-Jährigen wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

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Ein Polizei-Azubi wird von einer Kugel tödlich getroffen - erschossen von seinem Kollegen. Der Richter erklärt, wie es zu dem vermeintlich milden Urteil kommt.

dpa
14.07.2020 | Stand: 16:14 Uhr

Nach dem tödlichen Schuss eines Polizeischülers auf einen Mitschüler ist der 21-jährige Angeklagte zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Alle Zeugen hätten das ausgesagt, was die Ermittlungen ergeben und der Angeklagte gestanden hatte, sagte der Vorsitzende Richter am Dienstag vor dem Amtsgericht Würzburg.

Polizist schießt Kollegen versehentlich in den Hinterkopf

Der 21-Jährige war wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Februar 2019 hatte er in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei in Würzburg mit seiner Dienstwaffe versehentlich einem zwei Jahre älteren Kollegen in den Hinterkopf geschossen. Der junge Polizeibeamte starb kurz darauf in einer Klinik. Der damals 19-Jährige habe nicht gewusst, dass sich noch eine Kugel im Lauf befand.

Staatsanwaltschaft forderte Strafe nach Erwachsenenrecht

Die Staatsanwaltschaft hatte im Plädoyer eine Bestrafung nach dem Erwachsenenstrafrecht gefordert. Laut Richter wurde unter anderem eine Jugendstrafe verhängt, weil sich der Angeklagte zum Tatzeitpunkt noch in der Ausbildung befand. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.