Kneipen öffnen, Kontaktsport erlaubt

Neue Lockerungen: Diese Corona-Regeln gelten jetzt in Bayern

Biergärten, wie hier der Stift in Kempten, haben schon länger geöffnet. Jetzt dürfen auch Bars und Kneipen aufsperren. Natürlich unter strengen Hygienevorschriften.

Biergärten, wie hier der Stift in Kempten, haben schon länger geöffnet. Jetzt dürfen auch Bars und Kneipen aufsperren. Natürlich unter strengen Hygienevorschriften.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Biergärten, wie hier der Stift in Kempten, haben schon länger geöffnet. Jetzt dürfen auch Bars und Kneipen aufsperren. Natürlich unter strengen Hygienevorschriften.

Bild: Ralf Lienert (Archiv)

Obwohl die Corona-Zahlen steigen, stehen in Bayern ab Samstag neue Lockerungen an. Ein Überblick.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
20.09.2020 | Stand: 07:09 Uhr

Maskenpflicht:

In Bayern gilt nach wie vor das Abstandsgebot und die Maskenpflicht beim Einkaufen und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ausgenommen davon: Kinder unter sechs Jahren und Menschen, die gesundheitlich nicht in der Lage sind, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Das muss aber von einem Arzt bestätigt werden.

Im Unterricht sind Schüler nicht mehr verpflichtet eine Maske aufzuziehen - auf den Gängen im Schulgebäude allerdings schon. Lesen Sie dazu exklusiv mit AZ Plus: Allgäuer Mediziner erklärt: Sechs Masken-Mythen und was wirklich hinter ihnen steckt. Wer gegen die Maskenpflicht verstößt, muss in Bayern tief in die Tasche greifen. Der Bußgeld-Regelsatz liegt bei 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen.

Kneipen und Bars:

Nach monatelanger Corona-Zwangspause dürfen ab diesem Samstag Bars und Kneipen in Bayern wieder öffnen - zumindest unter strengen Infektionsschutz-Auflagen. Nachdem in den vergangenen Tagen mancherorts im Freistaat die Fallzahlen von nachgewiesenen Corona-Erkrankungen in die Höhe geschnellt sind, hatten viele Gastronomen und auch Kneipenbesucher gefürchtet, dass die Lockerung am Ende doch noch einmal gekippt wird.

Dazu thematisch passend wollen in München viele Wiesn- und Innenstadtwirte mit ihrer "WirtshausWiesn" für vorsichtige Oktoberfeststimmung sorgen.

Für die Schankwirtschaften sollen generell die gleichen Corona-Regeln gelten wie für Speisewirtschaften, zudem muss in geschlossenen Räumen am Tisch bedient werden. Einziger Wermutstropfen: Discos und Clubs bleiben weiterhin in Bayern geschlossen. Viele Lokale sind nach der monatelangen Schließung am Rande des Ruins.

Eine dauerhafte Öffnung in der Pandemie ist bei Bars und Kneipen aber wie in allen anderen Bereichen nicht garantiert. Die Gesundheitsämter können den Ausschank auch verbieten, wenn die Infektionszahlen besonders hoch sind oder es zu Verstößen gegen Auflagen kommt.

Lockerungen im Sport:

Seit diesem Samstag dürfen wieder Zuschauer zu Fußball oder Eishockey-Spielen im Amateur-Bereich. Bei allen Amateur-Sportveranstaltungen ist Publikum erlaubt. Können die Zuschauer auf Stehplätzen nicht genug Abstand halten, müssen sie eine Maske tragen. Die Regelungen entsprechen den Vorgaben von kulturellen Veranstaltungen. Auch in den Bundesliga-Stadien sind Zuschauer zugelassen - hier ein Überblick der Regeln.

Auch erlaubt sind seit dem 18. September Wettkämpfe in Kontaktsportarten - natürlich unter strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Bei Kampfsportarten gilt beim Training und im Wettkampf eine Obergrenze von 20 Sportlern.

Treffen mit der Familie und Freunden:

Im öffentlichen Raum dürfen sich Gruppen von bis zu 10 Personen treffen. In privaten Räumen und Gärten gibt es keine strikte Beschränkung, allerdings soll dort die Personenzahl so begrenzt werden, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Events und Veranstaltungen:

Die Wirte von Bars und Diskotheken dürfen ihre Räume für private und kulturelle Veranstaltungen vermieten. Beruflich oder dienstlich veranlasste Veranstaltungen wie Tagungen oder Kongresse werden unter gleichen Bedingungen zugelassen wie kulturelle Veranstaltungen - das heißt bei zugewiesenen Plätzen mit bis zu 400 Gästen im Freien und 200 in Innenräumen.

Ohne Platzzuweisung liegt die Obergrenze bei 200 beziehungsweise 100 Menschen. Märkte ohne Volksfestcharakter wie kleinere Kunst- und Handwerkermärkte oder Flohmärkte ohne große Besucherströme werden im Freien unter Auflagen erlaubt.

Hochzeits- und andere Feiern, aber auch Vereinssitzungen dürfen stattfinden mit bis zu 100 Personen in Innenräumen oder bis zu 200 Personen im Freien. Lokal können diese Bestimmungen variieren je nach Entwicklung der Corona-Fallzahlen.

Demonstrationen:

Demonstranten in Bayern müssen auch unter freiem Himmel Maske tragen, wenn mehr als 200 Menschen an der Demo teilnehmen. Die Organisatoren sollen auf genügend Platz an den Versammlungs-Orten achten - der Mindestabstand muss eingehalten werden können. (mit dpa)