Corona-Krise in Bayern

Probleme bei Corona-Tests auch an Autobahnen

Mund auf, Stäbchen rein, fertig ist der Corona-Test? Damit sie zuverlässige Abstriche nehmen können, müssen die Mitarbeiter in den Testzentren geschult werden.

Mund auf, Stäbchen rein, fertig ist der Corona-Test? Damit sie zuverlässige Abstriche nehmen können, müssen die Mitarbeiter in den Testzentren geschult werden.

Bild: Sven Hoppe, dpa (Archiv)

Mund auf, Stäbchen rein, fertig ist der Corona-Test? Damit sie zuverlässige Abstriche nehmen können, müssen die Mitarbeiter in den Testzentren geschult werden.

Bild: Sven Hoppe, dpa (Archiv)

Es läuft einfach nicht rund in Bayern: Erst eine neue Test-Panne an Flughäfen. Und nun hakt es auch an den Autobahnstationen wieder ein wenig.

dpa
05.09.2020 | Stand: 17:32 Uhr

An den Corona-Testzentren auf Autobahnen in Bayern gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums erneut einzelne Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen. Diesen gehe das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nach, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag in München. Bei diesen "Einzelfällen" seien unter anderem weitere Laboranalysen notwendig, da die ersten Befunde kein eindeutiges Ergebnis gebracht hätten. "Grund dafür kann zum Beispiel die vorherige Anwendung von Nasenspray, der Konsum von Alkohol oder bestimmter Lutschpastillen bei der Testperson gewesen sein." Eine weitere Ursache könnten auch Fehler bei E-Mail-Adressen und Telefonnummern sein.

Dem Sprecher zufolge geht aus Daten des Betreibers Eurofins hervor, dass "die Befundübermittlung generell in der Regel in über 90 Prozent aller Fälle innerhalb des gewünschten Zeitrahmens erfolgt."

Untersuchte müssen tagelang auf Ergebnisse warten

Betroffene hatten Medien von teils tagelangen Wartezeiten auf Testergebnisse berichtet. So erzählte eine Frau dem Bayerischen Rundfunk von der Überlastung des Betreibers einer Autobahn-Teststation. Ihr sei mitgeteilt worden, dass die Auswertung sieben Tage dauere. Ähnliche Berichte lagen auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Vergangene Woche waren Probleme an den Teststationen an Flughäfen des Landes bekannt geworden. Dort hatte es Verzögerungen in rund 10 000 Fällen gegeben. Diese Probleme seien mittlerweile behoben, die Befunde übermittelt, sagte der Sprecher. Mitte August gab es bereits Verzögerungen bei rund 40 000 Fällen an Autobahnen, darunter bekamen auch positiv getestete Menschen tagelang ihr Ergebnis nicht.

Eigentlich sollen die Ergebnisse der Corona-Tests innerhalb von 48 Stunden vorliegen. In Bayern können sich Reiserückkehrer sowohl an Autobahnen als auch an Bahnhöfen und Flughäfen in München, Nürnberg und Memmingen testen lassen. Zum Ende der Sommerferien würde noch mal Personal aufgestockt, sagte der Ministeriumssprecher. An den drei Teststationen an den Autobahnen würde wieder die Bundeswehr helfen.

Huml hält an Test-Strategie fest

Trotz der Pannen hält Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) an der Strategie fest. "Es geht nicht um irgendwelche sinnlosen Massentestungen", sagte sie am Samstag. Menschen mit Symptomen sollten mit Priorität getestet werden. Aber auch der mit einem "leichten Kratzen im Hals", der seine Großmutter besuchen und sie nicht anstecken wolle, solle die Chance haben, sich kostenlos testen zu lassen. "Das ist ein Angebot an die Bevölkerung."

Während alle anderen Bundesländer die kostenlosen Corona-Tests für Urlauber aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien beenden wollen, hält Bayern weiter an seiner Strategie fest. Jeder soll kostenlos einen Abstrich nehmen lassen können - egal, ob er in einem Risikogebiet war oder nicht. Ärzte hatten ein "ungezieltes" Testen mit zu langen Wartezeiten kritisiert.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich entspannt zur Panne an den Flughäfen. Sein Eindruck sei, dass die bayerische Staatsregierung wie auch schon in den vergangenen zwei, drei Wochen mit Hochdruck daran arbeite, "das jetzt abzustellen" und sich "mindestens so sehr ärgert wie die Betroffenen", sagte er in Berlin. Deutschland sei in einer Pandemie, "wo viele Dinge schneller gehen müssen als sonst. Wo oftmals dann auch sehr flexibel und manchmal zu Beginn provisorisch gehandelt werden muss", sagte Spahn. Die Vorgänge in Bayern seien aber auch ein Zeichen dafür, dass es sinnvoll sei, gemeinsam in stärkere Strukturen bei den Gesundheitsämtern zu investieren. (Alle aktuellen Entwicklungen zu Corona im Allgäu, Bayern und der Welt laufend in unserem Newsblog)