Zwei Münchner S-Bahnen prallten zusammen

Tödlicher S-Bahn-Unfall bei Schäftlarn: Lokführer machte wohl mehrere Fehler

Die aufeinander geprallten S-Bahnen an der Unfallstelle in der Nähe des Bahnhofes Ebenhausen-Schäftlarn im Februar 2022.

Die aufeinander geprallten S-Bahnen an der Unfallstelle in der Nähe des Bahnhofes Ebenhausen-Schäftlarn im Februar 2022.

Bild: Matthias Balk, dpa

Die aufeinander geprallten S-Bahnen an der Unfallstelle in der Nähe des Bahnhofes Ebenhausen-Schäftlarn im Februar 2022.

Bild: Matthias Balk, dpa

Vier Monate nach dem tödlichen Unfall zweier S-Bahn-Züge in Schäftlarn bei München mehren sich Hinweise auf einen Fehler eines Lokführers. Es gab einen Toten.
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dpa
23.06.2022 | Stand: 11:46 Uhr

Nach einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung soll der damals 54-Jährige im Februar zunächst ein Haltesignal überfahren und dann die automatisch eingeleitete Zwangsbremsung ausgehebelt haben.

Gegen den Mann, der selbst schwer verletzt wurde, wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Bei dem Bahnunglück starb ein junger Mann. Über den Bericht der Bundesbehörde zu der Kollision zweier Münchner S-Bahnen hatte zunächst der "Spiegel" berichtet.

Eine Zugtür und zahlreiche weitere Trümmer der zwei aufeinander geprallten S-Bahnen liegen an der Unfallstelle in der Nähe des Bahnhofes Ebenhausen-Schäftlarn auf einem Haufen. Beim Zusammenstoß zweier S-Bahnen südlich von München kam am 14. Februar ein Fahrgast ums Leben, 18 Menschen wurden verletzt.
Eine Zugtür und zahlreiche weitere Trümmer der zwei aufeinander geprallten S-Bahnen liegen an der Unfallstelle in der Nähe des Bahnhofes Ebenhausen-Schäftlarn auf einem Haufen. Beim Zusammenstoß zweier S-Bahnen südlich von München kam am 14. Februar ein Fahrgast ums Leben, 18 Menschen wurden verletzt.
Bild: Matthias Balk, dpa

S-Bahn-Unfall in Schäftlarn 2022: Noch keine Anklage gegen Lokführer

In dem Papier heißt es, dass nach bisherigen Erkenntnissen "ein Arbeitsfehler des Triebfahrzeugführers (...) primär ursächlich für den Eintritt der Zugkollision in Ebenhausen-Schälarn" gewesen sei. "Er beachtete die betrieblichen Regeln nach Erhalt einer Zwangsbremsung durch die punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) nicht und setzte die Fahrt unzulässig in Richtung des eingleisigen Streckenabschnittes in Richtung Baierbrunn fort." Die weitergehenden Untersuchungen zu diesem Komplex seien noch nicht abgeschlossen, wird betont.

Vor zwei Wochen hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, dass die Ermittlungen zu dem Fall noch liefen und ein Gutachten noch ausstehe. Ob es zu einer Anklage komme, sei noch unklar. Bei dem Zusammenstoß zweier S-Bahnen auf der eingleisigen Strecke am 14. Februar waren ein 24-Jähriger uns Leben gekommen und zahlreiche Menschen teils schwer verletzt worden.

Mit einem Spezialkran hoben Techniker den Triebwagen von einem der beiden verunglückten S-Bahn Züge von den Schienen.
Mit einem Spezialkran hoben Techniker den Triebwagen von einem der beiden verunglückten S-Bahn Züge von den Schienen.
Bild: Uwe Lein, dpa