Münchner Oktoberfest

Vierstellige Summe für Wiesntisch - Wirtin klagt gegen Online-Händler

Oktoberfest in München: Plätze im Zelt sind nicht ganz leicht zu bekommen und werden als Zweit-Verkäufe im Internet angeboten. Das schmeckt einer Wirtin gar nicht.

Oktoberfest in München: Plätze im Zelt sind nicht ganz leicht zu bekommen und werden als Zweit-Verkäufe im Internet angeboten. Das schmeckt einer Wirtin gar nicht.

Bild: Tobias Hase, dpa

Oktoberfest in München: Plätze im Zelt sind nicht ganz leicht zu bekommen und werden als Zweit-Verkäufe im Internet angeboten. Das schmeckt einer Wirtin gar nicht.

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Gibt es 2022 ein Oktoberfest? Die Münchner hoffen es, sicher ist es nicht. Dennoch werden Plätze im Internet gehandelt. Einer Wirtin platzte deshalb der Kragen.
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dpa
04.10.2021 | Stand: 08:06 Uhr

Vierstellige Summen für einen Tisch im Bierzelt auf dem Münchner Oktoberfest: Wiesnwirte kämpfen seit Jahren gegen den Zweitverkauf von Platzreservierungen über Online-Händler. Erstmals wehrt sich eine Wirtin vor Gericht: Antje Schneider von der Ochsenbraterei klagt vor dem Landgericht München I gegen ein Portal, das jetzt schon Plätze für die Wiesn 2022 anbietet. Am nächsten Freitag (8. Oktober) will das Gericht eine Entscheidung verkünden.

"Diese Plattformen haben niemals Reservierungen von uns bekommen. Wir geben ganz bewusst keinem Zwischenhändler Reservierungen, da es bei diesen nicht um einen Mehrwert für die Kunden geht", sagt die Chefin der Haberl Gastronomie, die in München mehrere Gaststätten betreibt, darunter den Biergarten am Chinesischen Turm im Englischen Garten. Die Weitergabe von Reservierungen mit Gewinnerzielungsabsicht ist in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgeschlossen.

(Lesen SIe auch: Ausgezeichnet: Das Münchner "Oktoberfest" ist nun eine geschützte Marke)

Der Online-Anbieter verweist auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes von 2008 zu Bundesligakarten. Danach sei grundsätzlich der Erwerb von Dritten erlaubt. Er könne in Ausnahmefällen untersagt werden, wenn ein Schleichbezug vorliege, "also wir Personen "vorschicken" würden, die Karten kaufen mit dem Ziel, sie an uns weiterzuverkaufen", heißt es in einer Stellungnahme. Das sei aber hier nicht der Fall.

Zweitverkäufe von Wiesn-Plätzen auf verschiedenen Portalen sind Wirten und Stadt seit langem ein Dorn im Auge. Die Klage sei der richtige Schritt, sagt der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU). Wiesnwirte-Sprecher Peter Inselkammer spricht von "Wucherpreisen". Bei den Wirten müssen Gäste nur Verzehrgutscheine kaufen. Die Reservierung bleibt im Kern kostenfrei. Auf Plattformen kostet ein Platz meist ein Vielfaches der Gutscheine. Ob es 2022 eine Wiesn gibt, ist wegen der Pandemie nicht entschieden.

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