Corona im Freistaat

Corona-Krise: Bayern derzeit trauriger Spitzenreiter bei Infektionen und Toten

Die Pandemie in Bayern hat innerhalb einer Woche 234 Tote gefordert, mehr als in jedem anderen Bundesland.

Die Pandemie in Bayern hat innerhalb einer Woche 234 Tote gefordert, mehr als in jedem anderen Bundesland.

Bild: Robert Michael, dpa (Symbolbild)

Die Pandemie in Bayern hat innerhalb einer Woche 234 Tote gefordert, mehr als in jedem anderen Bundesland.

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Die Corona-Neuinfektionen in Bayern steigen rasant. Das Gesundheitswesen steuert auf eine Krise zu. Und: Die Zahl der Todesopfer vervielfacht sich.
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dpa
11.11.2021 | Stand: 16:42 Uhr

In Bayern steigt die Zahl der Corona-Todesopfer sehr schnell an. Das Robert Koch-Institut meldete am Donnerstagvormittag 71 neue Pandemieopfer in Bayern, fast ein Drittel der bundesweit gezählten 234 Todesfälle und ein weit überdurchschnittlicher Wert im Bundesvergleich.

Auch die Infektionszahlen schießen rasant in die Höhe: Am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut 13.456 neue Corona-Fälle in Bayern, über 3.000 mehr als am Vortag. Bayernweit trat der von der Staatsregierung am Vortag ausgerufene neuerliche Katastrophenfall in Kraft. Das Innenministerium kann nun die Arbeit der Behörden in der medizinischen Versorgung landesweit koordinieren und steuern.

Pandemie in Bayern: Innerhalb einer Woche starben mehr als 200 Menschen an Corona

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) machte die niedrigen Impfquoten im Süden für die Lage verantwortlich und wies Vorwürfe an die Politik zurück: "Es sind nicht die Staaten schuld", sagte der CSU-Chef im ARD-Morgenmagazin. Söders lange impfskeptischer Stellvertreter Hubert Aiwanger (Freie Wähler) machte öffentlich, dass er sich mittlerweile hat impfen lassen. "Das hilft auch, Krankenhäuser zu entlasten", sagte Aiwanger der Deutschen Presse-Agentur.

Sowohl bei den Infektions- als auch den Todeszahlen liegt Bayern derzeit vorn: Mit Stand Mittwoch hat die Pandemie in Bayern innerhalb einer Woche 234 Tote gefordert, mehr als in jedem anderen Bundesland. Das geht aus der täglich aktualisierten Auswertung der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität hervor. Im Verhältnis zu den wöchentlichen Todeszahlen im Oktober ist das mehr als eine Verdopplung.

Die bayernweite Corona-Inzidenz überstieg am Donnerstag mit einem Wert von 427,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen die Schwelle von 400. Nach wie vor liegen fünf bayerische Landkreise mit den bundesweit höchsten Inzidenzen an der Spitze. Das erste Mal hatte die Staatsregierung den Katastrophenfall kurz nach Beginn der Pandemie im März 2020 ausgerufen.

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Der Landkreis Rottal-Inn lag am Donnerstag laut Robert Koch-Institut mit einer Inzidenz von 1140,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen bundesweit an der Spitze, gefolgt von vier weiteren bayerischen Kommunen.

Die Impfquote in Bayern ist die niedrigste in Westdeutschland

Am Donnerstag waren laut Dashboard des Bundes 65,3 Prozent der Bürger vollständig geimpft. Bremen, das Saarland, Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen haben dagegen Impfquoten von über 70 Prozent.

Söder sagte darüber hinaus ein geplantes Staatsbankett mit der dänischen Königin Margrethe ab. Das bestätigte die Staatskanzlei in München, zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet. Die 81 Jahre alte Monarchin wird an diesem Freitag in München erwartet. Ein Empfang soll dennoch stattfinden. (Lesen Sie auch:

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