Zensus 2022 in Bayern

Zensus 2022: Zum Start erhalten die Wohnungsbesitzer Post

Der Zensus 2022 steht an. Bei der Volkszählung werden auch in Bayern viele Menschen befragt werden. Kann ich den Zensus 2022 eigentlich verweigern? Fragen und Antworten zur Erhebung.

Der Zensus 2022 steht an. Bei der Volkszählung werden auch in Bayern viele Menschen befragt werden. Kann ich den Zensus 2022 eigentlich verweigern? Fragen und Antworten zur Erhebung.

Bild: Maja Hitij

Der Zensus 2022 steht an. Bei der Volkszählung werden auch in Bayern viele Menschen befragt werden. Kann ich den Zensus 2022 eigentlich verweigern? Fragen und Antworten zur Erhebung.

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Der Zensus 2022 steht an. Auch in Bayern werden bei der Volkszählung viele Menschen befragt werden. Kann ich den Zensus 2022 eigentlich verweigern?
10.09.2021 | Stand: 11:19 Uhr

Zensus 2022 in Bayern. Bei der neuen Volkszählung soll wieder ermittelt werden, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und wie sie arbeiten.

Auch im Freistaat laufen dazu schon erste Vorbefragungen - und werfen wiederum bei vielen Befragten Fragen auf. Warum gibt es den Zensus? Muss ich meine Daten herausgeben oder kann ich die Teilnahme am Zensus 2022 in Bayern verweigern? Die Antworten.

Was ist der Zensus 2022?

Alle zehn Jahre untersuchen die statistischen Ämtern des Bundes und der Länder, wie viele Menschen in Deutschland leben, wo sie leben, und wie sie arbeiten. Die erhobenen Daten sind die Grundlage der amtlichen Statistik - "und maßgebend für finanz- und gesellschaftspolitische Entscheidungen", wie das bayerische Landesamt für Statistik betont. Denn der Zensus ermögliche so "klare Aussagen über die Zusammensetzung und Struktur der Bevölkerung."

Normalerweise wäre der Zensus bereits 2021 geplant gewesen. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde er aber um ein Jahr verschoben.

Auf welcher Rechtsgrundlage erfolgt der Zensus?

Grundlage ist das "Gesetz zur Durchführung des Zensus im Jahr 2022" (Zensusgesetz 2022), das 2019 vom Bundestag beschlossen wurde.

Kann man die Teilnahme am Zensus 2022 in Bayern verweigern?

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Nein. "Für die Erhebungen besteht Auskunftspflicht", heißt es in § 23 des Zensusgesetzes.

Werden beim Zensus 2022 alle Menschen in Deutschland oder in Bayern befragt?

Nein. Im Gegensatz zu einer echten Volkszählung werden beim Zensus 2022 nicht alle Menschen befragt, sondern nur ein Teil.

  • Bei der Haushaltebefragung werden knapp zehn Prozent der Menschen in Deutschland in kurzen Interviews befragt.
  • Außerdem müssen alle Bewohnerinnen und Bewohner in Wohnheimen - etwa in Studierendenwohnheimen - Auskünfte geben. In Gemeinschaftsunterkünften wie Krankenhäusern übernimmt das die Einrichtungsleitung.
  • Bei der Gebäude- und Wohnungszählung werden die Eigentümer von Häusern und Wohnungen befragt. Wer und wie viele, entscheiden die Statistischen Landesämter.

Warum wird nicht jeder in Deutschland beim Zensus 2022 befragt?

Da die meisten Daten der Menschen bereits in den Registern der Verwaltungen - etwa bei den Einwohnermeldeämtern - vorliegen, kommt 2022 ein sogenannter registergestützte Zensus zum Einsatz. Das bedeutet, dass Kopien der in den Ämtern vorliegenden Daten an die amtliche Statistik übermittelt werden. Dort würden sie "unter strengen Datenschutzvorgaben in einem abgeschotteten Bereich zusammengeführt", so das Statistische Bundesamt.

Melderegister können natürlich ungenau oder fehlerhaft sein. Um solche Ungenauigkeiten in der Statistik herauszurechnen, werden stichprobenartig Menschen persönlich befragt. Dabei werden neben dem Wohnort auch Daten abgefragt, die die nicht in den Registern vorliegen.

Welche Fragen werden bei der Haushaltebefragung gestellt?

Die sogenannten Erhebungsmerkmale sind gesetzlich vorgegeben. Demnach werden bei den Haushaltsbefragungen abgefragt:

  1. Wohnungsstatus
  2. Geschlecht
  3. Staatsangehörigkeiten
  4. Monat und Jahr der Geburt
  5. Familienstand
  6. nichteheliche Lebensgemeinschaften
  7. für Personen, die nach dem 31. Dezember 1955 nach Deutschland zugezogen sind: Jahr der Ankunft in Deutschland
  8. Anzahl der Personen im Haushalt
  9. Geburtsstaat
  10. Erwerbsstatus in der Woche des Zensusstichtags
  11. Hauptstatus in der Woche des Zensusstichtags
  12. Stellung im Beruf
  13. ausgeübter Beruf
  14. Wirtschaftszweig des Betriebs
  15. Anschrift des Betriebs, nur Postleitzahl und Gemeinde
  16. höchster allgemeiner Schulabschluss
  17. höchster beruflicher Bildungsabschluss
  18. aktueller Schulbesuch.

Zensus 2022: Was hat es mit der Wohnungs- und Gebäudezählung auf sich?

Für Wohnungen und Gebäude gibt es in Deutschland keine flächendeckenden Register. Daher werden etwa 17,5 Millionen Wohnungs- und Hausbesitzer zusätzlich per Post befragt.

Aktuell läuft dazu - auch in Bayern - schon eine Vorbefragung. Dabei sollen die Daten, die den Statistischen Landesämtern vorliegen, auf ihre Aktualität und Qualität überprüft.

Hier erhalten Wohnungsbesitzer die Aufforderung, ihe Daten online auf der Webseite des Bayerischen Landesamts für Statistik einzutragen. Nötig für die Angabe auf der Seite https://idev.bayern.de/idev/OnlineMeldung sind eine Benutzerkennung und ein Passwort, die per Post verschickt werden.

Was ist, wenn ich Angaben machen soll, aber keinen Internetzugang habe?

Wer keinen Internetzugang hat, sollte sich beim Landesamt nach anderen Möglichkeiten erkundigen. Die Kontaktdaten stehen auf dem Anschreiben.

Wo gibt es weitere Informationen zum Zensus 2022?