Für das neue Pfrontener Hallenbad sind zwei Jahre nach der Schließung des Alpenbads die ersten Aufträge vergeben worden. Wie Bürgermeister Alfons Haf auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte, hat der Gemeinderat am vergangenen Montag nach einer europaweiten Ausschreibung in einer nicht öffentlichen Sondersitzung entschieden, welche vier Büros die verschiedenen Sparten wie das Objekt selbst, das Tragwerk, die Elektronik sowie den Bereich Heizung/Lüftung/Sanitär entwerfen sollen. Man werde jetzt alle Büros kontaktieren und versuchen, sie Mitte September zu einem „Kick-off“ zusammenzubringen, damit sie ihre Planungen aufeinander abstimmen können.
Schmales 25-Meter-Becken fürs Schwimmtraining
Einige Eckpunkte stehen für den Neubau bereits fest, der im Bereich eines bisherigen Bolzplatzes beim Schulzentrum in Heitlern entstehen soll. So ist als größtes Becken ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen vorgesehen. Das sollen unter anderem auch Vereine fürs Training nutzen können. Dazu kommt ein zehn mal 12,5 Metern großes Lehrschwimmbecken. Ein Kinderbecken ermöglicht es künftigen Wasserratten, erste Bekanntschaft mit dem feuchten Element zu schließen. Eine Rutsche ist als „Spaßelement“ für das neue Hallenbad vorgesehen, das weder ein Erlebnisbad noch eine Therme werden soll, wie Bürgermeister Haf betont. Ein Entspannungsbecken, eventuell in Form eines Whirlpools, sowie ein bekleidet zu nutzender Wärmebereich, beispielsweise in Form eines Dampfbads, werden die bescheidenen Wellness-Elemente sein. Möglicherweise werden dazu noch mobile Unterhaltungseinrichtungen angeschafft. Geplant ist laut Haf ein geteilter Betrieb: vormittags soll das Bad in erster Linie Schulen, Vereinen und Organisationen wie der Bundeswehr dienen, die selbst für die Aufsicht sorgen. Am Nachmittag steht das Bad dann allen zur Verfügung.
Der Bau soll im Frühjahr 2027 beginnen
Bis es so weit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Angepeilt wird ein Baubeginn im Frühjahr 2027, die Bauzeit wird auf zwei Jahre geschätzt. In einer ersten Stufe wird nun die Vorplanung erarbeitet, verbunden mit einer vertieften Kostenschätzung. Außerdem muss ein Bebauungsplan erarbeitet und ein Verkehrsgutachten erstellt werden. Im Januar oder Februar soll ein erster Planentwurf für das Bad mit Kostenberechnung vorliegen, im März und April soll die Genehmigungsplanung erstellt werden. Noch vor September kommenden Jahres werde man ins Genehmigungsverfahren einsteigen und Zuschüsse beantragen, unter anderem für den schulischen Bedarf an einer Schwimmeinrichtung.
Altes Alpenbad-Gelände soll vermarktet werden
Bislang geht man von Baukosten von rund 21 Millionen Euro aus. Eine Spende von zehn Millionen Euro hat, wie mehrfach berichtet, Dr. Masahiko Mori zugesagt, der Präsident des Maschinenbaukonzerns DMG Mori, dessen größte europäische Produktionsstätte in Pfronten steht. Sein Wunsch, dass das neue Bad vor allem Familien und Einheimischen zugutekommen soll, ist mit dem Standort bei den Schulen und im Konzept berücksichtigt. Zur Finanzierung beitragen könnte auch die Vermarktung des 44.000 Quadratmeter großen Geländes des bisherigen Alpenbads am Meilinger Hang. Dazu laufen laut Bürgermeister bereits Gespräche, derzeit aber noch mit offenem Ausgang. Der Wunsch der Gemeinde wäre beispielsweise ein Hotelbau, eventuell mit zugehörigen Chalets. Aber auch höherwertige Wohnhäuser könnte man sich zumindest in einem Teil des Geländes vorstellen.
Niedrige Betriebskosten dank Wärmepumpe
Da ein Großteil der Kosten eines Bads erst im laufenden Betrieb über die Jahrzehnte anfällt, achte man bei der Planung besonders auf niedrige Betriebskosten, so Bürgermeister Haf weiter. Beispielsweise soll das Bad so gestaltet werden, dass eine einzelne Aufsichtsperson den gesamten Betrieb im Blick behalten kann. Automaten als Kassen könnten den Personalbedarf weiter reduzieren. Eine Gastronomie ist nicht vorgesehen. Einen besonders großen Anteil der Betriebskosten macht aber der Energie- und Wärmebedarf aus. Photovoltaik-Module auf dem Dach sollen den nötigen Strom gleich vor Ort produzieren, mit dem beispielsweise auch eine Wärmepumpe betrieben werden kann. Hier zahlt sich die Nähe zur Mittelschule aus, bei deren Generalsanierung vier Löcher für Grundwasser-Wärmepumpen gebohrt wurden, davon je zwei als Saug- und Schluckbrunnen. Zwei weitere Bohrungen könnten für eine dritte Wärmepumpe vorgenommen werden. Ein Wärmeverbund mit Mittel- und Grundschule sorgt für eine effektive Nutzung. So könnte laut Haf auch bei der Kühlung der Mittelschule im Sommer abgeleitete Wärme für die Beheizung des Hallenbads genutzt werden.
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