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Vogelgrippe in Bayern: Was man über die Geflügelpest wissen muss

Die Geflügelpest, auch als Vogelgrippe bekannt, breitet sich in Bayern weiter aus. Wie gefährlich ist der Virus für Menschen und Tiere? Was müssen Tierhalter beachten? Der Überblick.

Die Geflügelpest, auch als Vogelgrippe bekannt, breitet sich in Bayern weiter aus. Wie gefährlich ist der Virus für Menschen und Tiere? Was müssen Tierhalter beachten? Der Überblick.

Bild: Stefan Sauer, dpa

Die Geflügelpest, auch als Vogelgrippe bekannt, breitet sich in Bayern weiter aus. Wie gefährlich ist der Virus für Menschen und Tiere? Was müssen Tierhalter beachten? Der Überblick.

Bild: Stefan Sauer, dpa

Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, greift um sich. In Bayern gibt es immer mehr Fälle. Wie gefährlich ist das Virus für Menschen und Tiere?
Von Allgäuer Zeitung
10.03.2021 | Stand: 17:31 Uhr

Immer mehr Fälle von Vogelgrippe - auch Geflügelpest genannt, werden bekannt - auch in Bayern. Wird sich das Virus weiter verbreiten? Ist die Vogelgrippe auch auf Menschen übertragbar, und wie gefährlich ist sie? Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Vogelgrippe, aktueller Lage, dem Virus H5N8, der Infektionsgefahr für den Menschen, und zu den Folgen.

Was ist die Vogelgrippe?

  • Aviäre Influenza, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit, die ihren natürlichen Wirt in wilden Wasservögeln hat.
  • Diese Viren treten in zwei Varianten (geringpathogen, also kaum krank machend, und hochpathogen, also sehr krank machend) und verschiedenen Subtypen (H1 bis H16 in Kombination mit N1 bis N9) auf.
  • Geringpathogene Vogelgrippe-Viren verursachen bei Hausgeflügel wie Enten und Gänsen kaum oder nur milde Krankheitssymptome, so das Friedrich Loeffler-Institut. Allerdings können diese Viren spontan zu einer sehr krank machenden Form mutieren, die sich dann klinisch als Geflügelpest zeigt - und für die Tiere oft tödlich endet. Bei Hühnern und Puten können innerhalb weniger Tage bis zu 100 Prozent der Tiere erkranken und sterben.

Können sich auch Menschen mit der Vogelgrippe infizieren?

Ja, das ist möglich. Seit dem Jahr 2003 kam es der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge zu mehreren hundert Erkrankungen durch hoch pathogene aviäre Influenza A(H5N1)-Viren. Mehr als die Hälfte der erkrankten Menschen starb.

In Russland wurde im Februar 2021 nach Angaben der Behörden eine Übertragung der Vogelgrippe vom Subtyp H5N8 von Tieren auf den Menschen nachgewiesen. Bei dem Erreger H5N8 sei in Deutschland bisher aber keine Infektion bekannt, betonte eine Sprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts.

Wie ist die aktuelle Lage bei der Vogelgrippe in Deutschland?

Die Geflügelpest tritt seit Ende Oktober 2020 wieder verstärkt in Deutschland auf. Der erste Fall in einer Nutztierhaltung in diesem Herbst wurde in einer kleinen Hühnerhaltung auf der nordfriesischen Hallig Oland (Schleswig-Holstein) nachgewiesen. Zuvor war der Erreger H5N8 bei mehreren Wildvögeln in Norddeutschland aufgetreten.

Die Geflügelpest erreichte dann wenig später auch Bayern. Bei mehreren Wildenten im Landkreis Passau wurde die Vogelgrippe Mitte November nachgewiesen, so das Umweltministerium. Im Landkreis Rottal-Inn und in weiten Teilen des Landkreises Passau gilt seitdem Stallpflicht für Geflügel.

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Geflügelpest im Bayreuther Tierpark nachgewiesen

Im Januar 2021 wurde die Vogelgrippe in einem toten Schwan im Landkreis Landsberg nachgewiesen. Ende Januar griff die Geflügelpest in Bayern erstmals auf Hausgeflügel über. Der erste Fall wurde in einem Hausgeflügel-Bestand in der Gemeinde Pottenstein im Landkreis Bayreuth bestätigt.

Im Kampf gegen die sich ausbreitende Geflügelpest wurde Anfang März bayernweit eine Stallpflicht in Risikogebieten angeordnet. Bis zu diesem Zeitpunkt seien im Freistaat 23 Fälle der auch Vogelgrippe genannten Krankheit bei Wildvögeln sowie vier Fälle in privaten Hausgeflügelbeständen festgestellt worden, teilte das Umweltministerium mit.

Welche Vogelgrippe-Erreger kursieren aktuell in Deutschland?

Die aktuellen Infektionen werden laut Institut durch verschiedene hochansteckende Geflügelpestviren des Subtyps H5 verursacht. Es sei eine Reihe von Virusvarianten wie H5N8, H5N5 und H5N1 nachgewiesen worden, die genetisch mit den H5N8-Viren verwandt sind und 2016 und 2017 in Europa auftraten.

Welche Symptome gibt es, wenn sich ein Mensch mit Vogelgrippe infiziert hat?

Bei einer A(H5N1)-Infektion treten die ersten Symptome laut RKI in der Regel zwei bis fünf, eventuell bis zu 14 Tagen nach der Infektion auf. Dann zeigen sich schwere grippeähnliche oder auch Corona-ähnliche Symptome wie

  • hohes Fieber
  • Husten
  • Atemnot
  • Halsschmerzen.

Bei mehr als der Hälfte der Fälle kommt es auch zu Durchfall, seltener auch zu Bauchschmerzen und Erbrechen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung entwickelt sich meist eine Lungenentzündung, die zu Lungenversagen und Tod führen kann. Etwa die Hälfte aller Patienten mit einer Influenza A(H5N1)-Infektion starb an ihrer Erkrankung.

Die Patienten, die sich in China mit A(H7N9) infiziert haben, litten an plötzlich auftretendem hohen Fieber, Husten und weiteren Symptome eines Atemwegsinfekts. Viele entwickelten eine Lungenentzündung mit schwerer Atemnot.

Kann ich mich durch Essen mit der Geflügelpest anstecken?

Nein. Der Erreger ist hitzeempfindlich und wird durch Kochen laut Loeffler-Institut sicher zerstört.

Können sich Haustiere wie Hund und Katze mit der Vogelgrippe anstecken?

"Die Möglichkeit, dass sich eine Katze mit der Vogelgrippe ansteckt, wenn sie zum Beispiel einen Vogel frisst, der das Virus in sich trägt, ist gegeben", schreibt das niedersächsische Landesgesundheitsamt. "Doch selbst wenn die Katze sich anstecken sollte, ist die Wahrscheinlichkeit einer Weitergabe oder einer Übertragung der Krankheit auf den Menschen als gering einzuschätzen." Bislang sei weltweit keine Übertragung der Vogelgrippe von einer Katze auf den Menschen nachgewiesen.

Erkrankungen von Hunden seien bislang nicht beschrieben.

Wie groß ist die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Vogelgrippe jetzt?

Die Experten des Friedrich Loeffler-Institus gehen von einem hohen Risiko für eine weitere Verbreitung der Vogelgrippe aus. "Das Risiko weiterer Einträge in deutsche Geflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologischen Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird ebenfalls als hoch eingeschätzt", heißt es in der aktuellen Risikoeinschätzung (Download hier).

Was sollten Tierhalter und Geflügelzüchter jetzt beachten?

  • Menschen können sich mit den Erregern der Geflügelpest anstecken. Infektionsquelle sind kranke oder an Geflügelpest verendete Tiere sowie deren Ausscheidungen, insbesondere der Kot.
  • Vor dem Kontakt mit infizierten oder ansteckungsverdächtigen Tieren sollten Augen, Nase und Mund geschützt werden.
  • In betroffenen Gebieten wird von den Behörden angeordnet, dass Geflügel im Stall durchgehend gehalten werden muss. So soll der Kontakt zu infizierten Wildvögeln verhindert werden.

Wo gibt es weitere Informationen zur Vogelgrippe?

Weitere Informationen gibt es unter anderem hier: