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Das ist der designierte Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle

Der designierte Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle hat das historisch niedrigste Wahlergebnis für die Tiroler Volkspartei eingefahren.

Der designierte Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle hat das historisch niedrigste Wahlergebnis für die Tiroler Volkspartei eingefahren.

Bild: Roland Schlager/APA, dpa

Der designierte Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle hat das historisch niedrigste Wahlergebnis für die Tiroler Volkspartei eingefahren.

Bild: Roland Schlager/APA, dpa

Ein schlechtes Wahlergebnis, eine ungeliebte Koalition: Als neuer Landeshauptmann von Tirol tritt Anton Mattle ein schwieriges Erbe an.
28.09.2022 | Stand: 08:08 Uhr

Es ist kein idealer Start für Anton Mattle: Der designierte Tiroler Landeshauptmann hat das historisch niedrigste Wahlergebnis für die Tiroler Volkspartei eingefahren. Die bisher für die Konservativen gut funktionierende Koalition mit den Grünen im Innsbrucker Landtag ist Geschichte und dem neuen Landeschef wird nichts anderes übrig bleiben, als mit den Sozialdemokraten eine neue Landesregierung zu schmieden und wieder zur ungeliebten, nun nicht mehr ganz so großen „großen Koalition“ zurückzukehren.

Der Weg an die Parteispitze und nun auf den Sessel des Landeshauptmanns, der gleichbedeutend mit dem eines deutschen Ministerpräsidenten ist, kam plötzlich für den 59-jährigen Elektrotechnik-Meister und Firmeninhaber.

Dem ehernen Erbfolgegesetz im konservativen Kernland Tirol entsprechend war es Noch-Landeshauptmann Günther Platter, der sich seinen Nachfolger ausgesucht hatte, als er – die drohenden Verluste bei den Landtagswahlen ahnend und die massiven Krisen der ÖVP auf Bundesebene im Rücken – im Juni entschieden hatte, das Steuer aus der Hand zu geben. So lag es an Mattle, im Kabinett bisher für die Wirtschaft zuständig, den prognostizierten Totalabsturz der Partei unter 30 Prozent abzuwenden.

Anton Mattle hielt das Label ÖVP aus dem Wahlkampf weitgehend heraus

Er versuchte dies mit einer Art Etikettenschwindel, einer Tarnung, wenn man so will. Das Label „ÖVP“ hielt er aus dem Wahlkampf weitgehend heraus und von den Plakaten fern, auch am Stimmzettel prangte sein Name, nicht der seiner Partei. Etwas unbeholfen suchte sich der Vater von drei Kindern als bodenständig und verwurzelt zu präsentieren. Auf dem Weg zur Debatte mit den anderen Spitzenkandidaten habe er mit seiner Mitarbeiterin ein Eis gekauft und dieses gelöffelt. „Sind Sie der Mattle?“, habe ihn da eine Frau gefragt, und: „Das gefällt mir, Sie essen ein Eis, wie ein Normaler!“ In den sozialen Medien wurde der normale Eis-Esser Mattle daraufhin zum Running Gag.

Anders als sein Vorgänger kann Mattle nicht auf Erfahrung in der Bundespolitik zurückgreifen. Dafür ist er tatsächlich gerade dort gut verankert, wo Einfluss und Geld den Kurs der ÖVP besonders beeinflussen – im vom Skitourismus dominierten Paznauntal. Mattle war bis 2021 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Galtür und wurde der Öffentlichkeit 1999 bekannt, als eine Lawinenkatastrophe in seinem Dorf 38 Todesopfer forderte.

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