Corona-Datenpanne in Tirol

Tausende Daten von Corona-Tests in Tirol geleakt

In Österreich sind Daten zu PCR-Tests an die Öffentlichkeit gelangt.

In Österreich sind Daten zu PCR-Tests an die Öffentlichkeit gelangt.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa

In Österreich sind Daten zu PCR-Tests an die Öffentlichkeit gelangt.

Bild: Sebastian Gollnow, dpa

In Tirol sind etwa 24.000 positive PCR-Testergebnisse an die Öffentlichkeit gelangt. Die Begründung.
01.09.2021 | Stand: 13:14 Uhr

In Tirol sind unzählige Daten zu Corona-Tests geleakt worden. Das berichtet die APA. Der Ex-Geschäftsführer der in die Kritik geratenen Firma HG Lab Truck, Tochterfirma der HG Pharma, Ralf Herwig, habe die Daten im August per E-Mail in Form von Excel-Sheets - wie er betont verschlüsselt - verschickt. Als Begründung für das Leak nennt er einen Hackerangriff, berichten der Standard und der ORF.

Das Leak betrifft alle Daten, die zwischen Januar und Juli 2021 bei positiven Corona-Tests erhoben wurden. Von Name, Adresse und Geburtsdatum bis zum positiven Testergebnis und dem Testdatum: Insgesamt umfasst die Datei mehr als 24.000 Testergebnisse und die dazugehörigen Patienteninformationen – also hochsensible Daten, die eigentlich besonders gut geschützt sein sollten, sagte Datenschutzexperte Thomas Lohninger von epicenter.works, so der ORF.

Geleakte Corona-Daten in Tirol: Datenschützer fürchtet Benachteiligungen

Datenschützer Lohninger befürchtet, dass die Veröffentlichung des positiven Testergebnisses beispielsweise potenzielle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber abschrecken könnte - vor allem mit Blick auf das Long-Covid-Syndrom. Dieses bringt gesundheitliche Langzeitfolgen nach einer Corona-Infektion mit sich.

Herwig, der ehemalige Geschäftsführer der in die Kritik geratenen HG Lab Truck, soll die Excel-Tabelle selbst in Umlauf gebracht und die Daten per Mail an eine Person verschickt haben, die nicht in der Firma arbeitet. Datenschutzexperte Lohninger nennt das eine „erschreckende Sorglosigkeit“. Herwig selbst stritt das Versenden der Mail auf Anfrage des ORF nicht ab. Er habe die Mail am 10. August zum Zweck eines „Back-up“ verschickt. Sie sei sehr wohl verschlüsselt gewesen, sagte er in einer zweiten, späteren Stellungnahme.

Auf den Listen seien auch die Namen bekannter Politikerinnen und Politiker aus Österreich, berichtet der ORF.

Lesen Sie auch
##alternative##
Luca-App

Kritik an Luca-App: Es hakt bei der Kontaktnachverfolgung

Weitere Corona-Nachrichten lesen Sie in unserem Newsblog.