Vorarlberg/Schweiz

1,2 Millionen Euro Schaden - Polizei stoppt Einbruchsserie in Vorarlberg

Mehrere Täter der Diebesbande haben die Ermittler bereits festgenommen.

Mehrere Täter der Diebesbande haben die Ermittler bereits festgenommen.

Bild: Fotostand / K. Schmitt via www.imago-images.de (Symbolfoto)

Mehrere Täter der Diebesbande haben die Ermittler bereits festgenommen.

Bild: Fotostand / K. Schmitt via www.imago-images.de (Symbolfoto)

In Vorarlberg und der Schweiz haben Diebe über 100 Einbrüche in Metall-Firmen begangen. Jetzt haben die Ermittler zugeschnappt. Ein Täter ist flüchtig.
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Von Redaktoin Allgäuer Zeitung
18.11.2022 | Stand: 16:47 Uhr

Ein Gesamtschaden in Höhe von 1,2 Millionen Euro, insgesamt 175 Einbrüche, mehrere Festnahmen und ein Täter, der noch auf der Flucht ist: Das ist das vorläufige Ergebnis gemeinsamer Ermittlungen von Beamten des Landeskriminalamtes Vorarlberg und Polizisten der schweizer Kantone St. Gallen, Appenzell, Thurgau und Zürich.

Eine rumänische Tätergruppe, bestehend aus Mitgliedern im Alter zwischen 30 und 51 Jahren, hatte von Oktober 2021 an mehrere Einbrüche und Diebstähle in Vorarlberger Firmen verübt. Gestohlen hatten sie laut Polizei teilweise große Mengen an Kupfer und Altmetall. Die Ermittler fanden heraus, dass konkrete Tatzusammenhänge mit gleichartigen Einbrüchen in der Schweiz stattgefunden hatten. Auch dort wurde in metallverarbeitende Firmen eingebrochen, wobei dort offenbar zum Abtransport des Altmetalls zusätzlich Kleintransporter gestohlen wurden. Aufgefunden wurden diese Fahrzeuge später in Vorarlberg - die Besitzer haben diese mittlerweile wieder zurück.

Diebesserie in Vorarlberg und der Schweiz - Ein Täter ist flüchtig

Ein Täter ist noch flüchtig, teilt die Polizei mit. Nach ihm wird derzeit mit Haftbefehl gefahndet. Fünf weitere wurden verhaftet. Die rumänische Tätergruppe hatte in Vorarlberg, Tirol und der Schweiz (Kantone St Gallen, Thurgau, Zürich, Luzern, Aargau und Appenzell) ihre insgesamt 175 Einbruchsdiebstähle verübt. Der Gesamtschaden setzt sich aus dem Wert des Diebesgutes in Höhe von etwa 818.000 Euro und einem Sachschaden von 423.000 Euro zusammen. Im österreichischen Vorarlberg und Tirol verübten sie insgesamt 37 Einbruchsdiebstähle und erbeuteten dabei Diebesgut im Gesamtwert von 305.000 Euro und verursachten einen Sachschaden von 115.000 Euro.

Als Abnehmer des Kupfers und Altmetalls konnten die Polizeibeamten einen österreichischen Altmetall-Kleinhändler aus Götzis ermitteln. Er werde nun beschuldigt, von der rumänischen Tätergruppierung Kupfer und Altmetall im Wert von 220.000 Euro abgekauft zu haben. Der Kleinhändler habe laut Polizei gestanden, von den rumänischen Staatsangehörigen größere Mengen Kupfer und Altmetall erworben und gewinnbringend weiterverkauft zu haben. Er bestreite jedoch die großen Mengen. Bei Hausdurchsuchungen an den Firmen- und Privatadressen des Abnehmers konnten 69.000 Euro Bargeld, ein Porsche Panamera und ein Porsche Carrera 911 sichergestellt werden.

Gefälschte Dokumente und Bankunterlagen gefunden

Ebenso fanden die Beamten gefälschte Dokumente und Bankunterlagen, die eine hohe Liquidität des Abnehmers beweisen sollten. Dadurch gelang es ihm von verschiedenen Privatpersonen Kredite im Gesamtumfang von 625.000 Euro zu erlangen. Die gefälschten Unterlagen verwendete der Beschuldigte offenbar, um Aufschübe von eingeforderten Rückzahlungen an diese Privatpersonen zu erzielen. Ein Teil des gestohlenen Geldes brachte er in seine Firma ein, den anderen Teil verbrauchte er privat. Er wurde wegen Verdachts der Hehlerei und des schweren Betruges angezeigt und ebenfalls in die Justizanstalt Feldkirch eingeliefert.

Möglich sei der Erfolg der Ermittler nur aufgrund der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gewesen, heißt von der Polizei.