Allgäu-Dribbler

Aus der Fußball-Provinz in Vorarlberg in die U21-Nationalmannschaft Österreichs

Johannes Tartarotti spielt beim österreichischen Bundesligisten SCR Altach. Zusammen mit Teamkollege Daniel Nussbaumer darf er jetzt auch in Österreichs U21-Nationalteam ran.

Johannes Tartarotti spielt beim österreichischen Bundesligisten SCR Altach. Zusammen mit Teamkollege Daniel Nussbaumer darf er jetzt auch in Österreichs U21-Nationalteam ran.

Bild: SCR Altach

Johannes Tartarotti spielt beim österreichischen Bundesligisten SCR Altach. Zusammen mit Teamkollege Daniel Nussbaumer darf er jetzt auch in Österreichs U21-Nationalteam ran.

Bild: SCR Altach

Johannes Tartarotti und Daniel Nussbaumer sind im Bregenzerwald groß geworden. Zusammen kicken sie nicht nur beim österreichischen Bundesligisten SCR Altach.
18.11.2020 | Stand: 15:00 Uhr

Es ist der 6. Juni 2020. Der SCR Altach hat sich in Österreichs Fußball-Bundesliga gegen die WSG Tirol gerade zu einem mühevollen 1:1 gekämpft. Definitiv kein Spiel, das in die Geschichte eingehen wird. Für zwei junge Kicker aus dem Bregenzerwald, nur wenige Kilometer vom Allgäu entfernt, war es trotzdem etwas Besonderes. Johannes Tartarotti und Daniel Nussbaumer (beide 20) standen zum ersten Mal gemeinsam in der Bundesliga-Startelf des Teams aus der 6000-Einwohner-Gemeinde bei Dornbirn. An diesem Tag hat sich der Kreis einer Freundschaft geschlossen, die seit der Kindheit besteht.

Schon als kleine Buben gehören sie zu den größten Fußball-Talenten in Vorarlberg

Kurze Rückblende, zehn Jahre zurück. „Joh“ und „Dani“, wie sie von allen genannt werden, gehören schon damals zu den größten Fußballtalenten im Bregenzerwald. Selbst Fußball-Laien sehen, dass aus diesen beiden einmal etwas werden könnte. „Ich glaube, es war in der U11 oder U12, als wir das erste Mal gemeinsam in einer Mannschaft gespielt haben“, erinnert sich Nussbaumer. Beim FNZ Vorderwald. Dass die Bregenzerwald-Auswahl dann auch bei internationalen Turnieren immer wieder brillierte und unter anderem in Deutschland und der Schweiz Turniersiege einheimste, blieb auch der Akademie Vorarlberg nicht verborgen. Der Schritt in die Auswahl der besten Talente des Landes folgte bald. Im Gleichschritt entwickelten sich der Langenegger Nussbaumer und der Bezauer Tartarotti in den darauffolgenden Jahren erst zu wichtigen Stützen im Vorarlberger Nachwuchs, dann bei den Amateuren des SCR Altach. Doch es folgten auch schwere Zeiten. Nach dem Bundesligadebüt der beiden hielten sich die Einsatzzeiten erst einmal in Grenzen. So trennten sich die sportlichen Wege im Sommer 2018 erstmals nach vielen gemeinsamen Jahren. Für Tartarotti ging es in die 2. Liga. Er wurde an den SC Wiener Neustadt ausgeliehen. Nussbaumer schloss sich dem VfB Stuttgart II an. Und wie so oft im Leben sahen sich die beiden Jugendfreunde auch in Altach ein zweites Mal. Seitdem geht es stetig aufwärts beim Duo Nussbaumer/Tartarotti. Letzterer sagt: „Keine Frage, wir haben beide noch viel zu lernen und stehen erst am Anfang unserer Entwicklung.“

Auf dem Heimweg nach dem Spiel gegen Austria Wien klingelt das Handy

Jetzt stehen die zwei Jungprofis vor einem weiteren Karriereschritt. Sie wurden zusammen ins österreichische U21-Nationalteam berufen. Auf dem Heimweg vom Spiel gegen Austria Wien klingelte bei der Wäldler-Fahrgemeinschaft das Telefon. Freilich waren beide zunächst einmal überrascht. Nussbaumer erzählt: „An diesem Abend war es alles ein bisschen stressig. Direkt nach dem Spiel hast du meist viele Gedanken im Kopf, deshalb war es schon etwas überraschend und ich habe einen Moment gebraucht, um es zu realisieren. Dann habe ich mich aber einfach gefreut.“ Sein Kumpel Tartarotti sieht die Nominierung gleichzeitig als Bestätigung für die bisher geleistete Arbeit und Ansporn für die Zukunft.

U21-Europameisterschaft in Ungarn und Slowenien

Als einer der fünf besten Zweitplatzierten hätten sich die Österreicher noch für die Europameisterschaft im kommenden Jahr qualifizieren können. Am Freitagabend gab’s allerdings eine 2:3-Niederlage gegen die Türkei – und damit waren alle Chancen dahin. Immerhin wurde zum Abschluss der Quali-Runde am Dienstagabend Fußballzwerg Andorra noch mit 4:0 besiegt. Die EM-Endrunde wird 2021 in Ungarn und Slowenien ausgetragen – von 24. bis 31. März (Gruppenspiele) sowie von 31. Mai bis 6. Juni (Finalrunde).