Proteste George Floyd

Bundesliga-Profis solidarisieren sich mit George Floyd

31.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Paderborn, Mönchengladbach: Fußball: Bundesliga, SC Paderborn 07 - Borussia Dortmund, 29. Spieltag in der Benteler-Arena. 
Dortmunds Jadon Sancho (l) und Achraf Hakimi (r) tragen einen Trikot mit dem Schriftzug «Justice for George Floyd». Fußball: Bundesliga, Borussia Mönchengladbach - 1. FC Union Berlin, 29. Spieltag im Stadion im Borussia-Park. Mönchengladbachs Marcus Thuram kniet nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen. In der Fußball-Bundesliga gab es am Woche

Achraf Hakimi (rechts) trägt ein Trikot mit dem Schriftzug "Justice for George Floyd". Marcus Thuram kniet nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen.

Bild: Lars Baron/dpa, Martin Meissner/AP Pool

Achraf Hakimi (rechts) trägt ein Trikot mit dem Schriftzug "Justice for George Floyd". Marcus Thuram kniet nach seinem Tor zum 2:0 auf dem Rasen.

Bild: Lars Baron/dpa, Martin Meissner/AP Pool

Viele Sportler solidarisieren sich mit den Protesten um den Tod von George Floyd. Auch in Deutschland haben Bundesliga-Profis ein Zeichen gesetzt.

dpa
05.06.2020 | Stand: 16:16 Uhr

Das Bundesinnenministerium hält den Verzicht vieler Sportverbände auf Strafen für Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt für angemessen. "Wir erleben, dass die Sportverbände ihre bislang sehr strikte Linie in diesen konkreten Fällen etwas aufweichen und begrüßen das als Bundesinnenministerium", sagte der Sprecher des Ministeriums, Steve Alter, am Freitag bei der Regierungspressekonferenz in Berlin.

Bundesinnenminister Seehofer hält Meinung für nachvollziehbar

Beispielsweise hatte der Deutsche Fußball-Bund auf Strafen gegen einige Bundesliga-Profis verzichtet. Unter anderen hatten die Dortmunder Achraf Hakimi und Jadon Sancho sowie Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach mit Botschaften an ihrer Spielkleidung sowie mit Gesten ihre Solidarität mit dem Afroamerikaner George Floyd demonstriert. Dieser war infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA gestorben.

Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) halte es "für sehr nachvollziehbar", dass sich verschiedene gesellschaftliche Bereiche hier klar gegen Rassismus positionierten. Es sei richtig, dass nicht der Staat, sondern die Sportverbände selbst festlegten, "was als zulässige Meinungsäußerung akzeptiert wird und wo Grenzen überschritten sind", fügte er hinzu.

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Liverpool-Trainer Jürgen Klopp ist stolz auf seine Spieler

In den USA beziehen viele Sportler Stellung zu den politischen Protesten. Liverpool-Trainer Jürgen Klopp ist beeindruckt, wie seine Spieler ihre Solidarität mit den Protesten zum Tod des Afroamerikaners George Floyd in den USA gezeigt haben. "Ich bin ja schon seit langem ganz stolz auf die Burschen, aber das war noch mal ein außergewöhnlicher Moment", sagte Klopp dem Sender Sky. "Als ich sie da gesehen habe und dieses Foto gemacht wurde, da war ich richtig stolz, weil es einfach auch eine wichtige Message ist."

Liverpool-Trainer Jürgen Klopp bezeichnet den Kniefall als "einen außergewöhnlichen Moment".
Liverpool-Trainer Jürgen Klopp bezeichnet den Kniefall als "einen außergewöhnlichen Moment".
Bild: Barbara Gindl, dpa

Die Profis des Premier-League-Tabellenführers waren beim Training am Montag symbolisch am Anstoßkreis niedergekniet, um ihre Unterstützung für die weltweiten Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt zu zeigen. Ein Foto von der Aktion posteten Liverpool-Spieler wie Virgil van Dijk, Jordan Henderson und Trent Alexander-Arnold in sozialen Medien mit dem Kommentar "Einigkeit ist Stärke" und dem Hashtag "Black Lives Matter" (Schwarze Leben zählen).

Die Initiative sei ganz spontan von den Spielern ausgegangen, sagte Klopp. "Wenn man sich unsere Mannschaft anschaut, wir haben Spieler aus Afrika, aus England usw. Es ist für uns schon so selbstverständlich, dass wir im ersten Moment gar nicht darüber nachgedacht haben, dass wir eine Message senden könnten", erklärte der Coach. "Weil es völlig normal ist. Keinem war klar, dass wir das noch mal sagen müssen. Aber dann ist es den Jungs aufgefallen."

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Nach Tod von George Floyd: Proteste gegen Rassismus in den USA eskalieren